Phönix, bzw. Alpina aus der Asche
30.05.2007 Gstaad, Hotellerie / Gastronomie, Kultur, KantonLicht am Ende des Tunnels nach zwölfjährigem Rechtsstreit: Das jüngste Urteil des Verwaltungsgerichts vom 22. Mai weist die Beschwerden von vier Nachbarn des Neubauprojektes Hotel Alpina zurück. Diese wollen à tout prix verhindern, dass der projektierte Luxustempel die Aussicht von ihren nicht minder luxuriösen Bleiben verschandelt und der Zufahrtsverkehr ihre wohlverdiente Ruhe stört. Zwei der Beschwerdeführer haben ihre Chalets jedoch zu einem Zeitpunkt gekauft, als der Neubau längst projektiert war. Sie haben also das Lärm- bzw. Aussischtverschandelungsrisiko (wow, was für eine Wortkreation!) praktisch mit ihren Zweitwohnsitzen gekauft. "Selber schuld", würde einer glatt denken; vielleicht nicht ganz zu Unrecht. Doch was den Nachbarn da zugemutet wird, ist schon happig:
So soll die Überbauung ein Fünfsternehotel mit 124 Betten, eine Residence mit 13 Luxus-Wohnungen sowie drei vorgelagerte Chalets mit insgesamt 10 Wohnungen beinhalten. Angesichts der fehlenden Hotelbetten in der Region ist dieses Projekt trotz seines Volumens wohl wie der berühmte Tropfen auf einen heissen Stein. Dies vor allem, weil es sich um noch ein Fünfsterne-Betrieb handelt (der fünfte in der Region), denn es fehlen vorwiegend im mittleren Preissegment Kapazitäten. Dem hätte mit dem Projekt "Terrasse de Gstaad" abgeholfen werden sollen; dieses scheiterte aber an den Landvergaben. Auch das Alpina schien seit der Sprengung des alten Jugenstil-Hotelgebäudes 1995, welche in der Folge vom selben Berner Verwaltungsgericht als illegal taxiert worden ist, unter Schutt und Asche begraben. Das klotzige Originalprojekt wurde in der Folge als zu gross abgewiesen. Redimensioniert kam dann das neue Bauvorhaben daher, welches nun einen Schritt vor der Realisierung steht. Denn wenn die Beschwerdeführer den Entscheid nicht noch an die letzte Instanz, das Bundesgericht, weiterziehen, sollte das Alpina endlich aus der Asche emporsteigen können. Bauherr Marcel Bach erwartet in diesem Fall einen Baubeginn noch diesen Herbst.

