Zehn Jahre Umfahrung Gstaad
27.10.2007 Gemeinde, Tourismus, Politik, GstaadTatsächlich: Seit zehn Jahren bereits gehört die Blechlawine in der ehemaligen Gstaader Hauptstrasse der Vergangenheit an. Die Umfahrungsstrasse, welche am 27. Oktober 1997 mit einem grossen Volksfest feierlich eingeweiht wurde, ist heute schlichtweg nicht mehr wegzudenken. Wo sich früher in der Hochsaison täglich bis zu 11 000 Fahrzeuge (!) durch den Dorfkern wälzten, flanieren heute Einheimische und Gäste auf Pflastersteinen. Bis es aber soweit war, war es ein langer Kampf.
Bereits 1962 wurden erste Unterschriften gesammelt zugunsten eines verkehrsfreien Zentrums und 1980 kam es zur ersten Abstimmung, welche jedoch zu zwei Dritteln abgelehnt wurde. Die meisten Geschäftsleute, Hoteliers und auch Gäste konnten der Idee, nicht mehr mit dem Auto vorfahren zu können, nur wenig Begeisterung abgewinnen. Erst 1994 war die Zeit reif und das Vorhaben wurde angenommen. Der Spatenstich fand dann im Juni 1995 statt. Rund 80 Sitzungen der Baukommission waren nötig, bis die 4 Kreisel, der 432 Meter lange Tunnel und die damit verbundene Umgestaltung des Dorfkerns beschlossene Sache waren. Das 52 Millionen Franken-Projekt wird auch als "Jahrhundertbauwerk" bezeichnet und ist zweifelsohne der Hauptgrund für den prosperierenden Kurort Gstaad. Die Promenade, welche 2000 mit dem Milestone, dem Preis für herausragende Touristik-Projekte ausgezeichnet worden ist, dient weltweit als Vorbild für Kurorte. Schön, dass Saanen dem Vorbild des ehemaligen "Filialdorfes" Gstaad folgen wird. In einigen Jahrzehnten werden wir uns auch dort nicht mehr erinnern können, wie das Saanedorf einst mit Verkehr ausgesehen hat.
Unten: Blechlawine durchs Gstaader Dorf - 10 Jahre danach fast nicht mehr vorstellbar.

