IG Ländlicher Raum: Kritik an Schliessung von Zivilstandsämtern

  30.01.2008

Die IG Ländlicher Raum äussert sich kritisch zu der Reduktion der Zivilstandsämter: Der Beschluss des Regierungsrates des Kantons Bern, die Zivilstandsämter von bisher 24 um deren 17 auf 7 zu beschränken, sei nicht nur unverständlich, er widerspreche abgegebenen Zusagen und treibe damit ein weiteres Mal die qualitative Entleerung von Teilen des ländlichen Raums voran. Mit diesem Beschluss nehme der Regierungsrat auf die topografisch bedingten langen Verkehrswege im Landesteil Oberland, welcher immerhin 47% der Kantonsfläche ausmacht, überhaupt keine Rücksicht.

Thun hat ja gewiss seinen Reiz; aber dass die Saanenländer und Obersimmentaler künftig für (fast) jede Urkunde dahin fahren sollen, ist für die IG Ländlicher Raum inakzeptabel.

Es wird kritisiert, dass der staatliche Service public ein weiteres Mal zu Lasten der Bewohner im ländlichen Raum abgebaut wird und der Regierungsrat damit ganz klar die Tendenz zur Zweiklassen-Bewohnerschaft verstärkt. Mit der Nichteinhaltung von Zusagen im Rahmen der parlamentarischen Diskussion über diesen Problemkreis zeige der Regierungsrat sein mangelhaftes politisches Gespür. Die IG Ländlicher Raum fordert den Regierungsrat
auf, diesen Beschluss zu ändern, mindestens eine bezirksreformgemässe Lösung vorzusehen und die qualitative Entleerung von Teilen des ländlichen Raums sowie den Abbau des staatlichen Service public endlich zu stoppen.


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