Rinderkrankheit soll ausgerottet werden
30.01.2008 Gesundheitswesen, Landwirtschaft, KantonBVD (Bovine virus Diarrhoe) ist eine für den Menschen ungefährliche Rinderkrankheit, welche den Schweizer Landwirten jedes Jahr Einbussen von geschätzten zehn Millionen Franken verursacht. Nun soll sie in der Schweiz bis zum Jahr 2010 eliminiert werden. Gesamtschweizerisch sind rund 0,7 % des Rinderbestandes vom BVD-Virus infiziert, im Saanenland rechnet man mit ungefähr 50 Tieren, welche geschlachtet werden müssen.
Damit die Krankheit ausgerottet werden kann, müssen alle Rinder, die noch nie gekalbt haben, vor der Sömmerung auf BVD getestet werden. Zwischen dem 1. März und Ende April werden so Proben von sämtlichen Rindern im Saanenland entnommen werden. So soll die Zahl der Infektionen noch ungeborener Kälber während der Alpzeit vermindert werden. Ist das Tier infiziert, muss es geschlachtet. Damit das für den betroffenen Bauern aber nicht den Ruin bedeutet, tragen Kanton, Bund und Landwirte gemeinsam die Kosten: Der Bauer erhält zusätzlich zum Schlachterlös eine Entschädigung von mindestens 300 Franken pro Tier. Für den Menschen ist BVD ungefährlich. Ebenfalls können Milch- und Fleischprodukte bedenkenlos konsumiert werden. Das Virus wird durch Luft, Speichel und Kot übertragen. Normalerweise hat eine BVD-Infektion nur vorübergehende Auswirkungen auf ein Rind. Nach einigen Tagen erholen sich die Tiere von der Krankheit. Ist jedoch ein Fötus im Mutterleib betroffen, kann das später zur Welt kommende Kalb persistent (lebenslang) infiziert, also ein PI-Tier sein. PI-Tiere scheiden das Virus ihr ganzes Leben aus. PI-Kälber sind oft krank und schwächlich und sterben oft schon vor Erreichen des zweiten Lebensjahres an der Krankheit.

