Bergbahnen: Kritiker werden ernst genommen

Lauenen, St. Stephan, Zweisimmen, Rougemont und Rossinière haben der Strategie der Bergbahnen deutlich zugestimmt. In Saanen und Gsteig wurde das Geschäft nur mit einer hauchdünnen Mehrheit von je fünf Stimmen angenommen. Beim Fussball würde man von einer gelben Karte sprechen. Das sieht auch Armon Cantieni, Direktor der BDG AG, so. Es wäre ihm zwar lieber gewesen, so Cantieni, wenn das Projekt mit mehr Zustimmung durchgekommen wäre, aber trotzdem ist er zufrieden mit dem Resultat. «Nun können wir weiterarbeiten», sagte er auf telefonische Anfrage. Allerdings zeige das knappe Resultat, dass Handlungsbedarf bestehe. «Wir müssen mit dem Konzept nochmals über die Bücher», so Cantieni.

Der Verwaltungsrat sei sich der Verantwortung bewusst, man nehme die
Voten der Kritiker ernst. «Wir werden nicht nur verantwortungsvoll mit
den Geldern umgehen, sondern selbstverständlich auch die Einwände und
Anregungen ernst nehmen », verspricht Cantieni. Nächste Schritte seien
die Konsolidierung mit allen Banken und am Konzept weiterarbeiten, so
Cantieni. Die Gelder würden schrittweise ausgelöst. «In Abstimmung mit
den Gemeinden und Banken müssen wir vor der Umsetzung die Finanzierung
für jedes einzelne Projekt sicherstellen.» Kritiker geben nicht auf Man
gehe gestärkt aus der Situation heraus und werde weiterfahren,
informierte Ernst Frautschi im Namen der Kritiker des Projekts
«Konzentration». Die Gruppierung setze sich ein für eine starke,
touristische Infrastruktur und man werde versuchen, die Anliegen
einzubringen.

Kommentare

Mein Mann und ich verbrachten während der Weihnachtszeit herrliche Tage mit Skifahren im Saanenland. Selbstverständlich waren wir nicht die Einzigen, welche an den Talstationen anstanden, und wir mussten uns in Geduld üben. Wenn ich mir die Situation nach der "Konzentration" vorstelle, so graut es mir. Kein Zugang mehr von St. Stephan, der Lätz Güetli Skilift existiert nicht mehr. Das Rellerli, welches eine wunderbare Alternative ist, dem grossen Mob während Spitzenzeiten auszuweichen, steht auch still. Die Leute sind wohl oder übel gezwungen, in Zweisimmen, Saanenmöser oder Schönried den Berg hinauf zu gondeln. Wie verärgert werden die Touristen sein über das lange Anstehen?Ich frage mich, wo werden all die Autos parkiert? Ich höre schon den Ruf nach neu zu bauenden Parkhäusern, welche Unsummen verschlingen werden. Dass St. Stephan dieser "Konzentration" zugestimmt hat kann ich nicht nachvollziehen. Das Dorf wird entwertet; von den Immobilien gar nicht zu sprechen. Der Lätz Güetli Lift ist ein Zubringerlift, welcher meiner Meinung nach nicht abgerissen werden darf. Die Pisten sind auch ideal für Anfänger und kleine Kinder. Wo soll der Neueinsteiger in Zukunft Ski oder Snowboard fahren? Wenn er nur noch die Auswahl hat, vom Saanenwald bis zur Talstation runter zu brettern, um dort wieder eine halbe Stunde anzustehen, so wird er sich nicht lange überlegen, ob er diesen Sport im Saanenland überhaupt noch ausüben will. Ich plädiere an die Vernunft und an die Weitsichtigkeit der "Planer" und hoffe dringendst auf weniger "Konzentration". Ein seit 20 Jahren treuer Gast und Verehrer des Saanenlands und Simmentals. Irene Müller-Herzog

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