Michael Teuscher bleibt Regierungsstatthalter
19.05.2009 Obersimmental, Saanen, Politik
Mit diesem Resultat haben beide nicht gerechnet: Der unterlegene Erwin Walker (links) gratuliert Michael Teuscher (rechts) zum Wahlsieg.
Die Regierungsstatthalterwahl für den Verwaltungskreis Obersimmental-Saanen endete mit einer Überraschung: Mit 109 Stimmen Vorsprung wurde Michael Teuscher gewählt. Die Stimmbeteiligung lag bei 39,5 Prozent. Michael Teuscher freut sich riesig. Nein, mit diesem Ergebnis habe er nie gerechnet, für ihn sei klar gewesen, dass Erwin Walker die Wahl gewinne, betonte er kurz nach Bekanntgabe des Resultats. Rein rechnerisch lagen die Vorteile bei Erwin Walker: das Obersimmental hat 634 Stimmberechtigte mehr als der Amtsbezirk Saanen. Hätte das Obersimmental also geschlossen Erwin Walker die Stimme gegeben, hätte Michael Teuscher keine Chance gehabt. 51,2 Prozent gaben ihre Stimme Michael Teuscher, 48,8 Prozent Erwin Walker. «Es ist ein Sieg wie aus heiterem Himmel», sagte Teuscher.
Mit dieser Einschätzung war er offenbar nicht allein – eine Wahlfeier war nicht organisiert. Sie wurde im Hotel Saanerhof nach Bekanntgabe des Resultates spontan improvisiert. Der 40-Jährige wird sein Amt als Regierungsstatthalter für den neuen Verwaltungskreis Obersimmental-Saanen am 1. Januar 2010 antreten. Der unterlegene Erwin Walker gab zu: «Ich bin sehr enttäuscht. Das Saanenland war solidarisch – und das Obersimmental hat grosszügig Stimmen abgegeben ins Saanenland.» In Zahlen ausgedrückt hat Michael Teuscher aus dem Obersimmental 447 Stimmen geholt, aus dem Saanenland gingen deren 357 an Erwin Walker. Über die Gründe seiner Wahlniederlage wollte Walker nicht spekulieren. Einige Stunden später tönte es im Saanerhof aus seinem Mund: «Ab Neujahr wird meine Zukunft wohl vom Goodwill von Michael abhängen…» Künftig als Michael Teuschers Stellvertreter tätig zu sein scheint, für ihn also eine Option zu sein. Zusammen mit Anne Speiser, Gemeinderatspräsidentin von Zweisimmen, und Christiane Griessen, Gemeindepräsidentin von Zweisimmen, liess er es sich nicht nehmen, seinem Kontrahenten persönlich zum Wahlsieg zu gratulieren. Ein wahrhaft souveräner und fairer Verlierer.

