Der Verwaltungsrat der Spital STS AG sagt ja zum Standort Saanenmöser
| Mittwoch, 4. November 2009
Favorisiert wird der Standort an der Bergmattenstrasse.
Der Verwaltungsrat der Spital STS AG unterstützt den Standort Saanenmöser für den Bau eines neuen Spitals. In einer Machbarkeitsstudie ist das Vorhaben hinsichtlich baulicher, privat- und planungsrechtlicher sowie politischer Machbarkeit geprüft worden.
Auch östlich der Talstation Saanersloch könnte der neue Spital gebaut werden.
Grundlage für die Variantenauswahl der Standorte bildeten folgende Komponenten: Es soll ein Spitalgebäude für 50 Betten mit einer Bruttogeschossfläche von total 4450 Quadratmetern entstehen. Betreffend Aussenanlagen ist eine Fläche von bis zu 2500 Quadratmetern und Parkplätzen für 80 bis 100 Personenwagen geplant. Ausserdem ist ein Helikopterlandeplatz mit 25 Mal 25 Metern hindernisfreier Fläche geplant. Somit beträgt die vorgesehene Arealfläche 6500 bis 8000 Quadratmeter. Aufgrund der Studie verblieben nun zwei Standorte: Als Favorit gilt die Variante V4d nördlich des Bereichs Parzelle Nr. 584 an der Bergmattenstrasse. Auf Rang 2 liegt Variante V2 auf der Parzelle Nr. 3006, östlich der Talstation Saanersloch. Der Verwaltungsrat hat das Ergebnis der Machbarkeitsstudie zur Kenntnis genommen und unterstützt den Standort Saanenmöser weiterhin. Von der schlussendlichen Entscheidung betroffen sein wird auch das Volk: An einer Gemeindeversammlung in Saanen wird die Bevölkerung neben der Umzonung auch dem Kredit für den Landerwerb für das Spital und die Erschliessungskosten sowie für die Abtretung der Parzelle im Baurecht an die Spital STS AG (im Austausch zum Spitalgebäude Saanen) zustimmen müssen. Da beide neuen, möglichen, Spitalstandorte in der Landwirtschaftszone liegen, muss das schlussendlich in Frage kommende Areal einer Zone zugewiesen werden, welche es erlaubt, ein Spital zu bauen. Es kann davon ausgegangen werden, dass das entsprechende Verfahren losgelöst von der laufenden Revision der Ortsplanung durchgeführt werden kann. Es ist nicht davon auszugehen, dass das Spital vor 2014 eröffnet werden kann. In der Übergangsphase wird vom Verwaltungsrat das Modell «Ein Spital – zwei Standorte» mit den beiden Spitälern in Saanen und Zweisimmen verfolgt. Die Gemeinden der Bergregion Obersimmental-Saanenland haben dem Verwaltungsrat in einer Stellungnahme zur Machbarkeitsstudie ihre volle Unterstützung zugesichert. Auch die Gemeinde Saanen, als Standortgemeinde, unterstützt die Absicht des Verwaltungsrates, in Saanenmöser ein neues Spital zu realisieren. Damit eine breite Unterstützung auch aus dem Simmental erreicht werden kann, sind Kontakte mit der Interessengemeinschaft Spitalversorgung Simmental geknüpft worden.
Fotos: Anita Moser / Anzeiger von Saanen
























Hoffe das Spital werde in Zweisimmen gebaut und nicht auf der Möser
In Zweisimmen ist es schön in der Mitte und keine Besucher müssen bei Zugfahrt umsteigen
Aber das ist natürlich den Millinären nicht zumutbar nach Zweisimmen zu fahren Hoffe es komme nach Zweisimmen
Kommentiert von: Peter Gabder | 05. November 09 um 14:20 Uhr
Sind das nicht tolle Aussichten für die Zukunft? Ein grosser Teil des Sonnenhangs ab Schönried bis Saanenmöser wird zubetoniert. Der gesunde Menschenverstand lässt grüssen. Wieso kann ein Argument wie die paar Kilometer zwischen Saanenmöser und Schönried in einer globalisierten Welt über einen Spitalstandort entscheiden? Es ist nicht zu fassen. Dem Standort Saanenmöser, welcher ein wenig zentraler ist, stehen ein erschlossenes Areal, eine schon vorhandene Zufahrt und motivierte Mitarbeiter gegenüber. Laut Zeitungsartikel ist das Ganze schon eine abgemachte Sache. Ob die Obersimmentaler und Saanenländer wohl wirklich so geschlossen hinter diesem Projekt stehen? Meine Botschaft an alle: GO FOR ZWEISIMMEN!
Kommentiert von: chuchichäschtli | 05. November 09 um 16:23 Uhr
Prima und positive fur Arbeit, Stabilität und Wohlstand in Saanenland.
Kommentiert von: Bert Atze de Vrieze | 05. November 09 um 19:17 Uhr
Erpressung vor Volkswillen?
Ein befremdendes Bild, präsentiert die letzte SIMMENTAL ZEITUNG, das von der Bevölkerung nun wirklich nicht mehr verstanden wird.
Die so intensiv für den Standort Zweisimmen kämpfende Gemeinderatspräsidentin und der halbwegs kämpfende Ex-Regierungsstatthalter, haben sich durch den STS Verwaltungsrat weichklopfen und erpressen lassen. Ihre noch vor einem Jahr gut begründeten Argumente (problemlose Erweiterung, für diesen Zweck verfügbares Bauland, Verkehrsknotenpunkt, bestehende Infrastruktur kostengünstigeres bauen usw. usw.) haben sie fallen gelassen, wie wenn am Morgen ein Traum auf die Seite geschoben wird.
Der Volkswille wird mit Füssen getreten und 12000 Petitionsunterschriften behandelt, als hätte es sie nie gegeben.
Die Steuerzahler des Kantons Bern werden mit einem teuren Neubau in Saanenmöser betrogen, hier muss der Regierungsrat das Ruder in die Hände nehmen, damit nicht Steuergelder verludert werden.
Weiter wäre eine in der Region durchgeführte Volksabstimmung zur Standortwahl sicher sehr hilfreich, um dem in dieser Sache so hilflosen Verwaltungsrat einen klaren Auftrag zu erteilen.
Lorenz Dreyer, Weissenburg
Kommentiert von: Lorenz | 12. November 09 um 17:54 Uhr
Der Weg der Mächtigen
Als Interessengemeinschaft (IG), welche mehrere Tausend Petitionäre aus dem Simmental und Saanenland vertritt, nehmen wir Bezug auf die Medienkonferenz des VR der STS AG, vom Dienstag, 3. November 2009, in Thun. Der Regierungsstatthalter Obersimmental verkündete in salbungsvollen Worten im Regionaljournal Radio DRS, dass Behörden und Bevölkerung heute hinter dem Standort Saaanenmöser für ein Akutspital stehen würden. Diese Äusserung ist definitiv als Verhöhnung der Bevölkerung einzustufen und hat in einem Staatsgebilde, das sich bei jeder Gelegenheit der direkten Demokratie rühmt, keinen Platz. Die Arroganz der Macht, welche die Vertreter der Bergregion/Gemeinden in einer solchen Aussage zum Ausdruck bringen, ist für viele Bürgerinnen und Bürger unerträglich.
Tatsachen sind:
– Die IG Spitalversorgung mit mehreren Tausend Petitionären im Rücken, hat sich in keiner Art und Weise hinter einen Spitalstandort Saanenmöser gestellt.
– Die gemachten Aussagen an der Medienkonferenz belegen eine absolute Geringschätzung der Bevölkerung, welche von vielen Behörden-Mitgliedern mitgetragen wird.
– Die STS AG nimmt für sich Rechte in Anspruch, über die sie gar nicht verfügt. Der Bevölkerung wurde seinerzeit versprochen, dass die Spitäler im Besitz des Kantons bleiben würden. Heute stellen sich die Exponenten von STS AG und Gemeindevertreter auf den Standpunkt, dass die Entscheidungsbefugnis ausschliesslich bei der STS AG liege. Hier nimmt der Regierungsrat seine Verantwortung nicht wahr – zum Schaden der Steuerzahler – auch derjenigen im Saanenland!
– Der Kanton Bern steht in argen Finanznöten und ist im Krankenversicherungsbereich eine «Hochpreiszone». Trotzdem träumt man von einem Spital-Neubau auf Land, das heute noch in der Landwirtschaftszone liegt und unerschlossen ist. Zwölf Kilometer unterhalb, an einem Verkehrsknotenpunkt gelegen, haben wir voll erschlossenes Land für Gesundheitsbauten aus einer Stiftung, das bereits heute überbaut werden könnte – sofern ein Neubau überhaupt nötig ist.
– Gemäss Studie besteht für das Akut-Spital Zweisimmen ein Reinvestitionsbedarf von etwas über 3 Millionen Franken. Will man eine Gesamterneuerung des OPS-Bereiches realisieren, kommen noch ca. 4,2 Millionen Franken dazu, Ein Neubau in Saanenmöser mit 50 Betten wird ein Mehrfaches kosten. Deutlicher kann die Zugehörigkeit zur Liga der Bananenrepubliken nicht dargestellt werden.
– Die Bevölkerung, auch diejenige des oberen Niedersimmentals, hat es nun definitiv satt, dass eine Gemeinde – die wegen Pauschalbesteuerung über (zu) viel Geld verfügt – allein bestimmt und die Behörden der anderen Gemeinden dermassen vereinnahmt.
– Unsere Behörden – das steht jetzt fest – vertreten nicht das Volk, von dem sie gewählt worden sind, bzw. noch zu wählen sind!
– Die Spitalplanung des Kantons sieht keinen Neubau auf Saanenmöser vor!
Was hier zelebriert worden ist, erinnert an unselige Zeiten hinter dem Eisernen Vorhang. Mit direkter Demokratie hat dies alles nichts mehr zu tun. Der Regierungsrat dürfte gut beraten sein, wenn er jetzt nicht mehr zuwartet und in seiner Eigenschaft als Mehrheitsaktionär der STS AG und als Garant für schonungsvollen Einsatz der Steuergelder das Zepter in die Hand nimmt.
IG Spitalversorgung
Simmental-Saanenland
Kommentiert von: Lorenz | 12. November 09 um 17:58 Uhr