Ein Schweizer über die Schweiz – Lesung von Roger Bonner
| Montag, 16. November 2009
Roger Bonners Lesung regte zum Lachen, aber auch zum Nachdenken an.
«Swiss Me» heisst das Buch, aus dem Autor Roger Bonner am vergangenen Freitag im Club 911 des Grand Hotel Bellevue las. Er regte zum Lachen, aber auch zum Nachdenken an. Bonner ist Schweizer, bewegt sich aber am liebsten englischsprachig durch das Leben: in Genf geboren und in Los Angeles, Kalifornien, als Sohn zweier Schweizer aufgewachsen, ist er erst mit 21 Jahren in die Schweiz zurückgezogen. Heute behauptet er, sogar auf «Schwyzerdütsch» zu träumen.
In «Swiss Me» macht er sich auf, den Röstigraben zu entdecken oder lässt Wilhelm Tell in Altdorf von seinem Sockel steigen und zeigt, wie dieser die Welt heute sehen würde, während er sich auf die Suche nach seinem verloren Sohn Walter begibt. Wenn er in The Little Swissli Storie das Englische mit Schweizer Wörtern vermischt, kann einem schon fast schwindelig werden: «We men, because we are toughies, go out in the evening to a Beizli for es Bierli or perhaps evenb as Tröpfli Wyy, because a decilitre of wine costs five Stützli or more, not mention a Cüpli of champagne» heisst es da beispielsweise oder «I would go down to her Hüsli for a Bsüechli with abouquet of Blüemli, knock on her door and say: Schätzli, gisch mer es Schmützli?» Er schreibt von seinen – für einen Amerikaner oder Franzosen wirklich irritierenden – Erfahrungen an einem Schweizer Altglascontainer oder von der Spontanität der Schweizer. Das seien sie nämlich, so Bonner, «sie müssen es nur planen».
In einer weiteren Geschichte beschreibt er, wann sich ein Einwanderer als echter Schweizer fühlen kann. Dazu hat er unzählige Menschen befragt, vom Australier über den Japaner bis zum Kanadier. Eine der Antworten: «Zum Beispiel, wenn du im Lift Grüezi sagst um für den Rest der Fahrt nur noch auf die Füsse des Gegenübers zu starren.»
Foto: Christine Eisenbeis
























Kommentare