Gemeinderat erklärte Teile des Dorfes Gstaad zur Planungszone
| Donnerstag, 5. November 2009
Der Dorfkern von Gstaad wurde zur Planungszone erklärt – zwei Jahre lang darf baulich nichts verändert werden.
An der Gemeindeversammlung vom 19. Juni wurde der Antrag gestellt, die zulässige bauliche Ausnützung der Gebäude im Dorfkern von Gstaad zu reduzieren. Der Gemeinderat hat den Antrag als erheblich erklärt, und in den vergangenen Monaten wurde die angesprochene Problematik analysiert. Dabei tauchten vielschichtige und heikle Fragestellungen auf, insbesondere auch in rechtlicher Hinsicht. Gegenwärtig befasst sich der Gemeinderat intensiv mit dem Ortsbild und den gewachsenen Strukturen der
Dörfer.
Er will die bevorstehenden Entwicklungen in die Revision der Ortsplanung einfliessen lassen. Um zu verhindern, dass in der Zwischenzeit unerwünschte Veränderungen in Angriff genommen werden, hat er als Sofortmaßnahme Teilgebiete des Dorfes Gstaad zur Planungszone erklärt. Betroffen sind die gesamte Kernzone sowie Randbereiche, die von der Promenade aus einsehbar sind. Diese Massnahme gilt für die nächsten beiden Jahre und könnte nötigenfalls verlängert werden. Während dieser Zeitspanne wird der Gemeinderat, seinen planerischen Absichten entsprechend, neue Bestimmungen zum Mass der zulässigen Nutzung ins neue Baureglement aufnehmen. Die bestehenden Gebäudevolumen im Plangebiet werden nicht angetastet, bis in der Gemeindeversammlung über das neue Baureglement entschieden wurde. Sobald dieses in Kraft tritt, wird die Planungszone aufgehoben. Die entsprechenden Unterlagen zum Erlass der Planungszone (Publikationstext und zugehöriger Plan) liegen bei der Abteilung Baupolizei, Raumplanung und Infrastrukturen der Gemeindeverwaltung bis zum 4.12.2009 öffentlich auf und können dort eingesehen werden. Innerhalb von 30 Tagen kann Einsprache gegen die Planungszone, ihre Dauer und ihre Zweckbestimmung erhoben werden.
























Besonders in der Hinsicht auf eine langfristige Planung eines Dorfes wie Gstaad begrüsse ich diesen Schritt in jeder Hinsicht. Erschwerend kommt hinzu, dass die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise noch lange nicht an ihrem Höhepunkt angelangt sind. In den nächsten Jahren wird sich zeigen wie sich die Urlaubsdestination Gstaad halten kann. Vielleicht sind Laden- und Gebäudebesitzer in zwei Jahren sogar froh, dass Sie sich mit finanziellen Investitionen nicht zu weit aus dem Fenster gelehnt haben. Noch wichtiger finde ich allerdings, dass Gstaad das bleibt was es ist, nämlich ein Dorf für Einheimische und Touristen und deshalb ist eine gründliche Planung unabdingbar.
Kommentiert von: Kurt Schwendtner | 13. November 09 um 10:50 Uhr