Gemeinderat und EBL planen Wärmeverbund Gsteig

  09.11.2009 Gemeinde, Gsteig


Der Anschluss des Hotels Bären an den Wärmeverbund würde allein jährliche Kosten von 28 000 Franken verursachen.


Der Gemeinderat Gsteig und die Elektra Baselland (EBL) planen das Fernwärmeprojekt «Wärmeverbund Gsteig». An einer Informationsveranstaltung am Freitag Abend wurde die Bevölkerung über das Projekt informiert. Die Zentrale der Fernwärmeanlage würde im «Greteli» gebaut, etwas ausserhalb des Zentrums.Vom ursprünglichen Standort beim Schulhaus ist man aus Lärmschutz- undSicherheitsgründen abgekommen. «Die 4280 benötigten Schnitzelkubikmetererfordern 107 Lastwagenfahrten und somit ist ein Schulhausareal keingeeigneter Standort», erklärte Dominik Mangold von der EBL. Im Endausbau soll die Wärmeleistung 650 kW betragen. Mit der Holzschnitzelfeuerung würden ca. 87 Prozent des jährlichenWärmebedarfs abgedeckt, so Mangold. Zur Sicherstellung desSpitzenwärmebedarfs im Winter und zur Versorgungssicherheit würde einkonventionelles, ölbetriebenes Heizsystem eingesetzt.

Um das Projekt zu realisieren, braucht es die Zustimmung von 70 Prozent jener, die im Perimeter der Fernwärme liegen. Ansonsten stellt der Verwaltungsrat der EBL die erforderlichen Gelder nicht zur Verfügung. Etwas erschrocken sind die rund 20 Interessierten, die sich zur Informationsveranstaltung eingefunden haben, allerdings über den Preis, der für den Endnutzer entstehen würde. Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten, die im Vergleich zum Wärmeabsatz relativ lange Leitungen erfordert, muss man mit einem Preis von 21 bis 23 Rappen pro kWh rechnen. «Die geschätzten Jahreskosten für ein Einfamilienhaus betragen damit gut 7400 Franken. Für das Hotel Bären würden jährliche Kosten von rund 28 000 Franken anfallen», rechnete Mangold vor. Gehe man von einem Ölpreis zwischen 80 bis 100 Franken pro Liter aus, sei eine Ölheizung zwischen 3 und 4 Rappen pro kWh günstiger. Allerdings sei es auch wichtig, langfristig zu denken, betonte Minder. Er sei überzeugt, dass sich die Investition mit den Jahren rechne. Der Ölpreis sei grossen Schwankungen unterworfen, zudem sei man abhängig von Ländern wie Lybien. Mache man bei einer Ölheizung die Vollkostenrechnung (Anschaffung Heizkessel, Revisionen, Service, Kaminfeger, Platzbedarf) sei eine Holzheizung durchaus konkurrenzfähig. «Nicht nur der Platzbedarf ist kleiner, es fallen auch weniger Betriebskosten an. Und anders als bei einer Ölheizung brauchen Sie sich keine Gedanken zu machen, was in 10 oder 15 Jahren ist. Das ist das Problem der Fernwärmebetreiberin», argumentierte Mangold. Und nicht zu vergessen sei der Umweltaspekt.

Mangold wird in den Wochen 49 und 51 für persönliche Beratungen vor Ort zur Verfügung stehen und Anschlussverträge mit Interessierten abschliessen. Der definitive Entscheid über das Zustandekommen fällt im Februar/März 2010.

Foto Archiv AvS


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