Klimawandel: Berggebiet besonders betroffen
24.12.2009 Saanenland
Als Folge der Klimarewärmung ist bei den Niederschlägen mit einer Zunahme um rund acht Prozent im Winter und einem Rückgang um 17 Prozent im Sommer zu rechnen (Foto: Robson/pixelio.de)
Die Konferenz von Kopenhagen machte deutlich, dass Massnahmen zum Klimawandel dringlich sind. Daneben sind aber
Selbst bei sofortigen Massnahmen gegen den Klimawandel muss mit einer Erderwärmung gerechnet werden. Neben Anstrengungen zur Reduktion klimarelevanter Gase wird deshalb die Anpassung an die Folgen der Klimaänderung immer wichtiger. Bisher hat sich die Raumplanung mit dem Thema Klimawandel vor allem unter dem Aspekt «Prävention vor Naturgefahren» auseinandergesetzt. Die jüngste Ausgabe des «Forum Raumentwicklung» – der Zeitschrift des Bundesamts für Raumentwicklung (ARE) – zeigt, dass eine breite Palette an Massnahmen ergriffen werden müssen. Die Raumentwicklung steht dabei zwar meist nicht im Zentrum, sie spielt aber eine zentrale Rolle bei der Planung und Koordination von Massnahmen.
Zu den Folgen des Klimawandels gehört unter anderem ein sommerlicher Temperaturanstieg, der Hitzewellen mit höheren Extremtemperaturen auslösen wird, als wir sie bis heute kennen. Bei den Niederschlägen ist mit einer Zunahme um rund acht Prozent im Winter und einem Rückgang um 17 Prozent im Sommer zu rechnen. Starkniederschläge, wie sie bisher nur alle acht bis 20 Jahre zu beobachten waren, werden alle fünf Jahre vorkommen. Entsprechend muss sich die Planung auf die zu erwartenden Hochwasser und drohenden Murgänge ausrichten.
Die Schweiz versucht mit zahlreichen direkten und indirekten Massnahmen, die Auswirkungen des Klimawandels zu vermindern. Das ARE nimmt insbesondere anhand der Richt- und Sachpläne Einfluss und versucht, mit den Agglomerationsprogrammen einen haushälterischen Umgang mit dem Boden voranzutreiben.
Ein weiterer Beitrag geht vertieft auf das Berggebiet ein, denn dieses sensible Ökosystem ist von den Folgen des Klimawandels besonders betroffen. Dazu kommt eine vielfältige Nutzung: Der Wintertourismus ist auf gute Schneeverhältnisse, die Elektrizitätswirtschaft auf stabile Wasserverhältnisse und der Verkehr auf verlässlichen Untergrund angewiesen. Die Alpenkonvention könnte als multinationales Rahmenabkommen im Zusammenhang mit Anpassungs- und Verminderungsstrategien eine bedeutende Rolle spielen. Dies macht insbesondere der Aktionsplan Klimawandel in den Alpen deutlich, der im März 2009 an der 10. Alpenkonferenz in Evian verabschiedet wurde. Weitere Instrumente sind die Plattform für Naturgefahren im Alpenraum (Planalp) sowie zahlreiche weitere lokale und regionale Initiativen.
