Das Salzlager im Grund fasst ca. 200 Tonnen Salz und reicht normalerweise für den ganzen Winter sowohl für die Staatsstrassen wie auch die Gemeindestrassen im Saanenland aus. (Foto: Fritz Wampfler)
Der Winterdienst auf Strassen und Plätzen ist naturgemäss immer wieder ein Thema, über das verschiedene «Expertinnen und Experten» gerne diskutieren. Dies bietet einmal mehr Gelegenheit, über den Winterdienst mit mechanischen und chemischen Mitteln bei Schnee und Eis zu informieren.Die wichtigsten Strassenverbindungen (Spital, Hotels, Polizei, Feuerwehr usw.) werden grundsätzlich schwarz geräumt, das heisst, dass nach Möglichkeit die Strassen von Schnee und Eis befreit werden. Die übrigen Strassen wie z.B. Bäuert- oder Nebenstrassen können je nach Witterungsverhältnissen durchaus zwischendurch mit einer Schneesohle bedeckt bleiben. Als spezielle Kategorie zählen dann die Trottoirs und Fussgängerzonen, welche individuell bearbeitet werden.
Bei einem Volleinsatz aller Kräfte nach einem grösseren Schneefall stehen bis zu 31 Pflüge und/oder 15 Schneefräsen einzig auf den Gemeinde- und Moderationsstrassen im Einsatz. Ein solcher Tag kostet die Gemeinde Saanen rund Fr. 50 000.–. In den vergangenen Jahren waren solche Einsätze je nach Schneefall zwischen 6 bis zu 23 Mal pro Winter notwendig. Selbstverständlich stehen zusätzlich weitere Spezialgeräte wie Aufrauer, Spezialfräsen, Kombistreuer für Salz und Splitter usw. zur Verfügung, welche je nach Notwendigkeit einzeln zum Einsatz gelangen.
Chemischer WinterdienstIn der Gemeinde Saanen wird bereits seit mehreren Jahren nur noch reines Streusalz ohne Chlorzusatz verwendet. Dosiert eingesetzt, ist das Taumittel «Salz» sowohl ökonomisch wie auch ökologisch nach wie vor das Beste, was zur Verfügung steht. Je nach Notwendigkeit und Witterung werden pro Mal zwischen drei und fünf Gramm Salz pro m2 gestreut, um die Eisbildung oder die Verbindung des Schnees mit der Oberfläche der Strasse zu verhindern. Für sämtliche Strassen und Plätze der Gemeinde Saanen kommen so pro Winter je nach Witterung zwischen 50 und 90 Tonnen Streusalz zum Einsatz. Dabei muss bei einem schneearmen Wintern wesentlich mehr gesalzen werden als bei vielen Schneefällen, da bekanntlich eine schwarze Strasse ausgesprochen glatt werden kann. Bei Temperaturen von weniger als minus 7 Grad Celsius ist durch Tausalz leider keine Wirkung mehr erzielbar. Es ist daher kaum verwunderlich, dass pro m2 auf unseren Strassen wesentlich weniger Salz zum Einsatz kommt als zum Beispiel auf gewissen Autobahnabschnitten. Die Nebenwirkungen des Einsatzes von Tausalz wie z. B vermehrte Korrosion an Fahrzeugen sind bekannt. Eine dosierte Anwendung ist daher mit dem Einnehmen von Medikamenten vergleichbar, indem die Wirkung den möglichen Nebenwirkungen gegenüber gestellt werden muss. An einem kürzlich am Radio erwähnten Versuch des Kantons Bern, an Stelle von Chlor Zucker dem Salz beizumischen, nimmt die Gemeinde Saanen vorläufig nicht teil. Je nach Erfahrungen ist dies jedoch für den künftigen Einsatz nicht auszuschliessen.
Ökologischer SplitterBereits seit mehreren Jahren kommt in der Gemeinde Saanen ein ökologischer Splitter, welcher als Abfallprodukt bei der Gewinnung von Schiefer entsteht, zum Einsatz. Dieser ist wesentlich leichter zu transportieren und verfällt rasch zu Staub, sodass auf den angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen keine Schäden entstehen. Nebst der wesentlich grösseren Reichweite beim Streuen selber entfällt daher oftmals das mühsame und kostspielige Zusammenwischen von Splitter im Frühjahr.
Trottoirs und FussgängerzoneDie grösstmögliche Sicherstellung von guten Fusswegen basiert auf einer langjährigen Erfahrung und richtet sich vor allem nach der Menge der Schneefälle und der Witterung. So wurde zu Beginn dieses Winters der wenige Schnee in der Promenade in Gstaad auf den Mittelstreifen gestossen. Dadurch stehen auf beiden Seiten schwarz geräumte Trottoirs zur Verfügung und auf der Strassenmitte bleibt eine Schneeschicht z.B. für Kinderschlitten liegen. Diese Art und Weise hat sich auch bei den Regenfällen bewährt, da das Oberflächenwasser so ungehindert abfliessen kann. Es sei jedoch durchaus möglich, dass bei grösseren Schneefällen wiederum eine durchgehende Schneesohle entstehe und bei entsprechender Witterung auch über mehrere Tage oder Wochen bestehen bleibe. Zur Behandlung allfälliger Schneeglätte stehen spezielle Eisaufreissmaschinen zur Verfügung. Zudem kommt in den Fussgängerbereichen zeitweise ein giftfreies chemisches Taumittel «sno-n-ice» zum Einsatz.
Das Salzlager im Grund fasst ca. 200 Tonnen Salz und reicht normalerweise für den ganzen Winter sowohl für die Staatsstrassen wie auch die Gemeindestrassen im Saanenland aus. (Foto: Fritz Wampfler)
Der Winterdienst auf Strassen und Plätzen ist naturgemäss immer wieder ein Thema, über das verschiedene «Expertinnen und Experten» gerne diskutieren. Dies bietet einmal mehr Gelegenheit, über den Winterdienst mit mechanischen und chemischen Mitteln bei Schnee und Eis zu informieren.Die wichtigsten Strassenverbindungen (Spital, Hotels, Polizei, Feuerwehr usw.) werden grundsätzlich schwarz geräumt, das heisst, dass nach Möglichkeit die Strassen von Schnee und Eis befreit werden. Die übrigen Strassen wie z.B. Bäuert- oder Nebenstrassen können je nach Witterungsverhältnissen durchaus zwischendurch mit einer Schneesohle bedeckt bleiben. Als spezielle Kategorie zählen dann die Trottoirs und Fussgängerzonen, welche individuell bearbeitet werden.
Bei einem Volleinsatz aller Kräfte nach einem grösseren Schneefall stehen bis zu 31 Pflüge und/oder 15 Schneefräsen einzig auf den Gemeinde- und Moderationsstrassen im Einsatz. Ein solcher Tag kostet die Gemeinde Saanen rund Fr. 50 000.–. In den vergangenen Jahren waren solche Einsätze je nach Schneefall zwischen 6 bis zu 23 Mal pro Winter notwendig. Selbstverständlich stehen zusätzlich weitere Spezialgeräte wie Aufrauer, Spezialfräsen, Kombistreuer für Salz und Splitter usw. zur Verfügung, welche je nach Notwendigkeit einzeln zum Einsatz gelangen.
Chemischer WinterdienstIn der Gemeinde Saanen wird bereits seit mehreren Jahren nur noch reines Streusalz ohne Chlorzusatz verwendet. Dosiert eingesetzt, ist das Taumittel «Salz» sowohl ökonomisch wie auch ökologisch nach wie vor das Beste, was zur Verfügung steht. Je nach Notwendigkeit und Witterung werden pro Mal zwischen drei und fünf Gramm Salz pro m2 gestreut, um die Eisbildung oder die Verbindung des Schnees mit der Oberfläche der Strasse zu verhindern. Für sämtliche Strassen und Plätze der Gemeinde Saanen kommen so pro Winter je nach Witterung zwischen 50 und 90 Tonnen Streusalz zum Einsatz. Dabei muss bei einem schneearmen Wintern wesentlich mehr gesalzen werden als bei vielen Schneefällen, da bekanntlich eine schwarze Strasse ausgesprochen glatt werden kann. Bei Temperaturen von weniger als minus 7 Grad Celsius ist durch Tausalz leider keine Wirkung mehr erzielbar. Es ist daher kaum verwunderlich, dass pro m2 auf unseren Strassen wesentlich weniger Salz zum Einsatz kommt als zum Beispiel auf gewissen Autobahnabschnitten. Die Nebenwirkungen des Einsatzes von Tausalz wie z. B vermehrte Korrosion an Fahrzeugen sind bekannt. Eine dosierte Anwendung ist daher mit dem Einnehmen von Medikamenten vergleichbar, indem die Wirkung den möglichen Nebenwirkungen gegenüber gestellt werden muss. An einem kürzlich am Radio erwähnten Versuch des Kantons Bern, an Stelle von Chlor Zucker dem Salz beizumischen, nimmt die Gemeinde Saanen vorläufig nicht teil. Je nach Erfahrungen ist dies jedoch für den künftigen Einsatz nicht auszuschliessen.
Ökologischer SplitterBereits seit mehreren Jahren kommt in der Gemeinde Saanen ein ökologischer Splitter, welcher als Abfallprodukt bei der Gewinnung von Schiefer entsteht, zum Einsatz. Dieser ist wesentlich leichter zu transportieren und verfällt rasch zu Staub, sodass auf den angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen keine Schäden entstehen. Nebst der wesentlich grösseren Reichweite beim Streuen selber entfällt daher oftmals das mühsame und kostspielige Zusammenwischen von Splitter im Frühjahr.
Trottoirs und FussgängerzoneDie grösstmögliche Sicherstellung von guten Fusswegen basiert auf einer langjährigen Erfahrung und richtet sich vor allem nach der Menge der Schneefälle und der Witterung. So wurde zu Beginn dieses Winters der wenige Schnee in der Promenade in Gstaad auf den Mittelstreifen gestossen. Dadurch stehen auf beiden Seiten schwarz geräumte Trottoirs zur Verfügung und auf der Strassenmitte bleibt eine Schneeschicht z.B. für Kinderschlitten liegen. Diese Art und Weise hat sich auch bei den Regenfällen bewährt, da das Oberflächenwasser so ungehindert abfliessen kann. Es sei jedoch durchaus möglich, dass bei grösseren Schneefällen wiederum eine durchgehende Schneesohle entstehe und bei entsprechender Witterung auch über mehrere Tage oder Wochen bestehen bleibe. Zur Behandlung allfälliger Schneeglätte stehen spezielle Eisaufreissmaschinen zur Verfügung. Zudem kommt in den Fussgängerbereichen zeitweise ein giftfreies chemisches Taumittel «sno-n-ice» zum Einsatz.