Klicken sie Mehr...


« Luc Hermann mit Tagesbestzeit | Startseite | Saaner Richter auf Jobsuche »

Grossratskandidatinnen-Talk

DSC00394 Die Grossratskandidatinnen der Region stellten sich im Rahmen eines vom Frauenforum Saanenland organisierten Talks vor. Diskutiert wurden Themen zum aktuellen Geschehen.


Am vergangenen Montag hat das Frauenforum Saanenland zur Podiumsdiskussion der Kandidatinnen zur Grossratswahl 2010 geladen. Souverän und frisch moderierte Nicole Maron die Diskussion. Es kamen hauptsächlich  brennende Themen zum aktuellen politischen Geschehen auf den Tisch. In einem waren sich alle Kandidatinnen einig: dass das Leben in der Randregion eine besondere Problematik mit sich bringt. Um es vorwegzunehmen: Allen Kandidatinnen lag es am Herzen zu betonen, dass sie sich der Problematik der Randregionen bewusst wären und diese Probleme in Bern zur Sprache zu bringen deshalb in der politischen Tätigkeit als Grossrätin erste Priorität hätte. Nicht überall herrschte aber Einigkeit. In ihrer Eröffnungsansprache erinnerte Anita Heutschi, die Präsidentin des Frauenforums, sichtlich bewegt an den frühen Tod von Kandidatin Ursula Matti-Scherz (EDU). Sie hinterlässt auch im Kreis des Frauenforums eine grosse Lücke.

HarmoS, der Dorn im Auge der Randregionen
Grundsätzliche Meinungsunterschiede der Kandidatinnen gab es beim Thema Einschulung und zweijährigem Kindergarten: als klare Verfechterin der Familie und der Unabhängigkeit für die Region trat dabei Franziska Remund (EDU) auf. So sagte sie, die Schule hätte einen Bildungsauftrag und nicht einen Erziehungsauftrag: «Bei einem vierjährigen Kind gehört die Erziehung den Eltern, Fremdbetreuung bedeutet nur mehr Stress für die Familie.» Auf Parteilinie und grundsätzlich kritisch gegenüber HarmoS waren auch Christine Bucher und alle Vertreterinnen der SVP, so die amtierende Grossrätin Bethli Küng, Brigitte Zahnd und Anne Speiser-Niess. Als Gegenpol profilierte sich die Gymnasiallehrerin Branka Fluri (SP). Sie betonte, «dass die Schule zwangsläufig Erziehungsfunktion hätte und dies nicht nur bei fremdsprachigen Kindern» (wie es in der Runde vorläufig erwähnt wurde). An einem Beispiel erläuterte sie, dass durch die frühere Einschulung die Fremdbetreuung entfallen würde und im beschriebenen Fall die Mutter 60 %, der Vater 70 % ans Einkommen beisteuerten. «Wenn man in die Ausbildung der Frauen investiert, sollen diese auch arbeiten können», sagte sie abschliessend. Unterstützung fand sie bei Marianne Hodel (GLP). Sie sei, wie sie selber betonte, ein Greenhorn in der Politik. So auch ihre Partei, die Grünliberalen. Diese treten im Oberland zum ersten Mal überhaupt als neue Mitte-Partei zu Grossratswahlen an. Marianne Hodel legte Wert darauf, nicht ins linke Lager gedrängt zu werden. Ihre Politik versteht sich wohl als ökologisch, nicht aber als  traditionell «linksgrün», sondern vielmehr eben auch dem liberalen Wirtschaftsflügel zugehörig.

Dauerbrenner Spital
Von Spitalstreit war an diesem Podium kaum etwas zu hören. Anne Speiser-Niess (SVP), für die als Alternative zu einem Spital zwei Gesundheitszentren nicht in Frage kommen, meinte, dass es für eine Bergregion wie die unsrige sicher bedenklich wäre, keine Akutversorgung anzubieten. «In Spitzenzeiten», sagte dazu die Kandidatin, «leben in unserer Region fast 50 000 Menschen.» Auf die Frage von Gesprächsleiterin Maron, ob sie denn, trotz der vielen kontroversen Standortdiskussionen in der Region, das Spitalprojekt im Grossen Rat problemlos vertreten könnte, antwortete Anne Speiser: «Wir werden uns in der Region sicher finden.» Dass der absehbare Ansturm von zwei Gesundheitszentren nicht bewältigt werden kann, ist auch die Meinung von Christine Bucher (EDU), die in der Spitex tätig ist. «Es wäre ein Rückschritt vom erreichten Standard.» Dennoch sei für sie ein Konzept mit einer Regelung für die «Übergangspflege» in Grossspitälern vorstellbar. «Ein Gesundheitszentrum aber als 24-Stundenbetrieb zu betreiben, ist sicher problematisch», bemerkte sie. Brigitte Zahnd machte es kurz und betonte: «Die Zeitbombe tickt. Also alle für ein Akutspital!» Wieder war es Branka Fluri, die nicht auf Seiten des bürgerlich-grünliberalen Konsenses stand und meinte, dass wir uns den Status Quo in absehbarer Zeit nicht mehr werden leisten können. «Was wir im Oberland brauchen, ist  nicht Interlaken, nicht Thun, auch nicht Zweisimmen und Saanen. Wir brauchen ein grosses Spital in Spiez.»

Was ist gut fürs Vormundschaftswesen?
Zur geplanten Restrukturierung des Vormundschaftswesens stellte Brigitte Zahnd klar: «Ich bin gegen jegliche Amtsaufblähung. Zuviel Zentralisierung ist schon alleine ökologisch unsinnig. Soviel Mehrverkehr ist heute schlicht nicht mehr gestattet. Die Betreuung wird hier schon jetzt professionell über die Sozialbehörde geleitet.» Anne Speiser ergänzte, dass wir an der «Anonymität» kranken würden. Betreuung auf lange Distanz sei schwierig, Verfahrensfehler könnten vorkommen. Der persönliche Kontakt sei wichtiger. Auch Bethli Küng war der Meinung, dass durch eine kantonale Regelung wohl nur «drei Benzen in Bern» bestimmen würden und deshalb das Vormundschaftswesen regional verankert bleiben sollte.
Susi Heiniger, die lange auch im städtischen Sozialwesen tätig war, erklärte sachlich: «Im Moment haben wir im Kanton Bern 319 Vormundschaftsbehörden, alleine im Saanenland deren drei. Es sind deshalb auch zu viele Laien zugange.» Jugendschutz, Erwachsenenbetreuung und Freiheitsentzug seien Aufgaben, die einen professionellen und interdisziplinären Rahmen verlangten. Dies wäre bei einer Zentralisierung gewährleistet, zum Beispiel in einer Vormundschaftsbehörde Obersimmental-Saanenland mit einem Einzugsgebiet von 25 000 Einwohnern.

Im Oberland alles Bio?
Zum Thema «ökologische Landwirtschaft» war man sich im Grunde einig, dass es sie braucht. Die Stellungnahme  von Brigitte Widmer (BDP) zielte deshalb grundsätzlich in die Richtung der Mehrheit der Kandidatinnen: «Ökologie ist unumgänglich, die Bauern wissen schon, was sie tun. Das höchste Gut unserer Region ist die Landwirtschaft. Ohne sie ist das Land hier verloren, man kann bloss noch wegziehen.» Unterschiedliche Meinungen zeigten sich aber in Bezug auf die daraus entstehenden Regelungen. Bethli Küng betonte vehement, dass hier doch seit Generationen nur bio produziert werde und dass in den Grossbetrieben des Mittellandes vielleicht eine andere Situation sei. «Diese extremen Vorschriften für die Bergbauern, zum Beispiel die Kühe mitten im Winter für bestimmte, geregelte Zeiten rauslassen zu müssen, finde ich komisch.» Wenig Gehör fand leider die in diesem Zusammenhang geäusserte Bemerkung von Marianne Hodel (GLP) über den aktuellen Zustand der Natur: «In den Bergen ist die Landwirtschaft  auch nicht mehr dasselbe wie früher. Es genügt, sich nur die Veränderung der Artenvielfalt in den Bergen anzuschauen.» Über grundsätzliche Themen der Ökologie wurde in der Folge nicht diskutiert. Dennoch waren sich die Frauen zu dem Thema grundsätzlich einig und es scheint, als wäre das Thema ökologische Landwirtschaft in allen Parteien angekommen. Branka Fluri (SP) sieht in der biologischen Produktion sogar wirtschaftliche Vorteile: «Im landwirtschaftlichen Konkurrenzkampf ist die einzige Überlebenschance für unsere Bauern die biologische Landwirtschaft. Ihre Produkte erzielen auf dem Markt bessere Preise und führen zu einem besseren Einkommen.»

Revision des Energiegesetzes
Nur kurz wurde am Schluss noch die Revision des Energiegesetzes angesprochen, im Besonderen ein Energienachweis für Gebäude, die vor 1990 gebaut worden sind. Es war zu spüren, dass unsere Region davon besonders betroffen sein wird, da ein hoher Anteil an alten Gebäuden besteht. Dennoch war klar, dass die Richtung des Energiesparens richtig ist. Und einig waren sich die neun Grossratskandidatinnen, dass eine mögliche Sanierungspflicht keine existentiellen Probleme für die Hauseigner schaffen dürfe und deshalb längere Übergangszeiten zur Umsetzung des Gesetzes anzustreben sind. Die Revision des Energiegesetzes ist noch nicht beschlossene Sache. Sie wird deshalb möglicherweise für die eine oder andere Kandidatin als Vertreterin des Oberlands im Parlament noch zu reden geben.

von Harald Reichenbach


Was denken Sie?Was denken Sie? (Kommentare 0)




Kommentare

Kommentar schreiben

Die Redaktion des Anzeiger von Saanen behält sich vor, Kommentare mit persönlichkeitsverletzenden und ähnlichen Äusserungen zu entfernen. Verzichten Sie deshalb im Sinne einer konstruktiven Streitkultur auf Beleidigungen sowie auf haltlose Vorwürfe und Anschuldigungen.

Kommentare:




Lokales Wetter - Gstaad

Das Wetter in Gstaad

Spezialanzeigen

AvS-Adsearch

Mit AvS-AdSearch finden Sie alle aktuellen Lokalinserate aus dem Anzeiger von Saanen sowie viele anderen Angebote aus der ganzen Schweiz.

AvS Allmedia

Kommende events

Kommende Events in der Region



Immobilien
Immobilien

Neueste Mietobjekte in der Region


Neueste Verkaufsobjekte in der Region


Suchen in Immobilien Suchen in Immobilien


Stellen
Stellen

Neueste Angebote in der Region


Suchen in Stellen Suchen in Stellen


Fahrzeuge
Fahrzeuge

Neueste Fahrzeuge in der Region


Suchen in FahrzeugeSuchen in Fahrzeuge


Diverses
Diverses

Neueste Angebote in der Region


Suchen in DiversesSuchen in Diverses

(z.B. Events, Brocante, Diensleistungen)

Letzte einträge: GstaadLife

GstaadLife

Letzte Kommentare: GstaadLife

GstaadLife

Letzte einträge: Frutigländer

Letzte einträge: BZ

Letzte einträge: NZZ

NZZ


Jetzt im Kino Gstaad



Klicken sie Mehr...


Klicken Sie auf das Programm um es grösser zu sehen.
Mehr Infos unter cine-theater.ch

Kategorien

 |

Archiv

 

Anzeiger von Saanen empfiehlt

Radio

Klicken Sie auf die gewünschte Radiostation, um sie im Hintergrund zu hören.

Radio Beo Capital FM CH
Radio Beo Capital Radio
RaBe Radio DRS 1
RaBe DRS 1
Radio DRS 3 Radio Swiss Pop
DRS 3 Radio Swiss Pop

Nützliche Telefonnummern

  • Notrufnummern
  • Polizei
  •  
  • Feuerwehr
  • Ambulanz und Rettungsdienst
  • Air Glaciers
  •  
  • Rega Rettungsflugwacht
  • Alpiner- Lawinenrettungsdienst SAL, Gstaad
  • Autopannendienst
  • Ärtzte- Notfalldienst (immer zuerst Hausarzt anrufen)
  • Zahnärztlicher Notfalldienst
  •  
  • Spitäler
  • Saanen
  • Zweisimmen
  •  
  • Apotheken
  • Apotheke Kropf, Gstaad
  • Capitol Apotheke im Gstaaderhof, Gstaad
  •  
  • Tierärzte
  • ARCHE Tierärztliches Zentrum
  • Bergpraxis Animal GmbH
 
  •  
  • 117, 112 oder
  • 033 356 84 31
  • 118
  • 144
  • 033 744 55 50 / 14 15
  • 14 14
  • 033 356 84 31
  • 033 744 88 80
  • 0900 57 67 47
  •  
  • 033 748 02 00
  •  
  •  
  • 033 748 02 00
  • 033 729 26 26
  •  
  •  
  • 033 748 86 26
  • 033 744 53 60
  •  
  •  
  • 033 744 06 61
  • 033 744 35 31

Print Ausgabe

GSTAADLIFE (ENGLISH EDITION)

GstaadLife is Gstaad’s first and only regular issue publication in English.

GstaadLife.com
Archive (PDF)
Subscribe
Advertise
Contact us

ANDERE LIEFERMÖGLICHKEITEN

Über uns

AnzeigervonSaanen.ch bringt Ihnen die aktuellsten News aus Gstaad und Umgebung. Ob einheimisch oder Gast: Lesen Sie online Kurzreporte über die wichtigsten Geschehnisse der Region, gespickt mit exklusiven Bildern, Videos und Meinungsumfragen. Jeder Artikel hat einen Link, über welchen Sie Ihre Meinung kundtun und Kommentare schreiben können: Lassen Sie von sich hören! Sie möchten, dass wir über etwas bestimmtes berichten? Klicken sie hier und lassen Sie es uns wissen!

Um am Geschehen dranzubleiben, klicken Sie hier und Sie erhalten die aktuellesten Neuigkeiten regelmässig per email zugesandt.

Auf dem Marktplatz finden Sie alle aktuellen Inserate aus dem Anzeiger von Saanen.

Der Anzeiger von Saanen ist seit 1880 die Hauptinformationsquelle des Saanenlandes. Der Anzeiger von Saanen sowie AnzeigervonSaanen.ch sind Publikationen der Müller Marketing und Druck AG. Mehr Infos erhalten Sie unter der folgenden Anschrift:

Müller Marketing und Druck AG
3780 Gstaad, Switzerland

Tel: +41.33.748 88 74
Fax: +41.33.748 88 84

Email: produktion -at- mdruck.ch