La Videmanette – neues Projekt im Sommer 2010
| Dienstag, 16. Februar 2010
Die Gondelbahn Rougemont–La Videmanette wird nicht wieder in Betrieb genommen und noch in diesem Jahr durch einen Neubau ersetzt. Dieser Entschluss wurde am 15.2. beim sechsten Runden Tisch gefasst.
Die Vertreter der Gemeinden Rossinière, Rougemont, Château-d’Oex, Saanen, Lauenen, Gsteig, Zweisimmen und St. Stephan unterstützen nach eingängiger Beratung das Vorhaben der BDG AG, die bisherige 4er-Gondelbahn (Baujahr 1984) durch eine neue Gondelbahn zu ersetzen. Andere Varianten der Erschliessung hat die BDG zwar geprüft, sie wurden jedoch aufgrund zu hoher Investitionskosten und zu hoher betrieblicher Folgekosten wieder verworfen. Mit dem Rückhalt der Gemeinden will die BDG AG dieses Projekt möglichst über den Sommer 2010 realisieren und deshalb so rasch wie möglich in das offizielle Plangenehmigungsverfahren einsteigen.
Finanzierbarkeit hat Vorrang
«Die Umsetzung unserer Pläne steht ausdrücklich unter dem Vorbehalt der Finanzierbarkeit des Projekts», versichert BDG-Direktor Armon Cantieni. Der Neubau wird nach einer ersten Schätzung mit rund 20 Mio. Franken zu Buche schlagen. Erste Sondierungsgespräche mit Finanzierungspartnern des Projekts wurden im Vorfeld des Runden Tisches bereits geführt, um eine konkrete Diskussionsbasis zu schaffen.
Grundsätzlich kämen auf die Gemeinden vermutlich nicht mehr Kosten für den Neubau hinzu, als sie 2016 ohnehin vorgesehen hätten, so Cantieni. «Die Finanzierung wird einfach vorgezogen. Zur genauen Kostenverteilung können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts Konkretes sagen. Heute gehen wir von einer Schätzung von 20 Mio. aus, aber das kann man erst sagen, wenn das Projekt ausgeschrieben ist und wir die Angebote geprüft haben.» Cantieni gehe davon aus, dass die Gemeinden Rougemont mit 2,5 Mio. und Château-d’Oex mit 400000 Franken die Finanzierung mittragen. Ausserdem rechnet er damit, dass der Kanton Waadt einen Grossteil finanzieren wird.
Reparatur scheidet aus Kostengründen aus
Die Gemeinden haben im Zusammenhang mit dem Investitionsprogramm «Konzentration», das bis zum Jahr 2018 Investitionen in Höhe von 160 Millionen Franken vorsieht, ein vertraglich verbrieftes Mitspracherecht. Der Neubau der Gondelbahn war ursprünglich für 2016 geplant. Aufgrund des Vorfalls am 16. Januar wurden Anfang Februar Material-Mängel festgestellt. Diese per Reparatur zu beheben, würde eine sechsstellige Investitionssumme erfordern. Nach einer intensiven Kosten-Nutzen-Abwägung hatten die Geschäftsleitung und der Verwaltungsrat der BDG dafür plädiert, den Neubau der Bahn nun vorzuziehen.
Anlagenplanung bleibt verbindlich
Trotz dieser ausserplanmässigen Ausgabe will die Bergbahngesellschaft an den beschlossenen Bauprojekten für das laufende Jahr festhalten, die sich insgesamt bis zu 41 Mio. Franken summieren. «Eine Verschiebung der anvisierten Projekte kommt für uns nicht in Frage», betont Armon Cantieni. «Die Anlagenplanung, welche durch den Verwaltungsrat und die Gemeinden genehmigt wurde, bleibt für uns verbindlich.» Allenfalls eine Verschiebung des Rückbaus der Sesselbahn Rubloz kommt in Betracht – und dies auch nur mit Zustimmung der Gemeinden. Ob die neue Gondelbahn Rougemont–La Videmanette auf den Winter 2010/2011 bereits in Betrieb gehen kann, darüber lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Aussage machen. Für 2010 ist des Weiteren der Ersatz der Sesselbahn Chalberhöni–Vorderes Eggli geplant. Es wird eine neue Vierer-Sesselbahn, ausgehend von der bestehenden Talstation der Sesselbahn Chalberhöni-Les Gouilles, gebaut. Ausserdem soll der restliche Ausbau der Beschneiung Eggli–Chalberhöni bis Rossfälli mit der Erweiterung der Pumpstation Rübeldorf erfolgen, sowie der bereits erwähnte Rückbau der Sesselbahn Rubloz.
Mit der Umsetzung des Konzepts «Konzentration» liege man im Zeitplan, so der Direktor der BDG. «Es hat einige Verschiebungen auf der Zeitachse gegeben; so wie wir nun den Neubau der Gondelbahn La Videmanette–Rougemont vorziehen, haben wir auch die Investitionen in die Beschneiungsanlagen doppelt so rasch vollzogen und den Zückerli-Lift-Neubau früher realisiert als geplant», so Cantieni. Auch diese Investitionen wurden lediglich früher umgesetzt als ursprünglich vorgesehen, haben aber keine finanziellen Auswirkungen auf das Gesamtprojekt «Konzentration».
Service für Wintersportler
Um den Wintersportlern bis zum Ende der Saison 09/10 bestmöglichen Service zu bieten, bleibt der Pendelbus von der Talstation Rougemont zur Talstation Saanen–Eggli weiterhin im Einsatz. Die Pisten zwischen Eggli und La Videmanette sind bestens präpariert. Die Liftanlagen Rubloz und Les Gouilles sowie die «Va et vient»-Gondel hinauf zum geöffneten Bergrestaurant laufen. Auch die Talabfahrt bis nach Rougemont steht zur Verfügung.












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