Klicken sie Mehr...


« Vollmond-Schlittelparty auf der Wispile | Startseite | Ein «Ja, aber» zum Spitalstandort Saanenmöser »

«Les Arts Gstaad»: Ein gewagtes, aber lohnenswertes Bauprojekt

Modell_zVg
So soll das geplante Kulturzentrum «Les Arts de Gstaad» am Riedhubel aussehen. Die Ausstellung der 21 eingereichten Projekte des Architekturwettbewerbs ist noch bis am 12. Februar im Landhaus Saanen geöffnet (jeweils 16–19 Uhr).


Das Projekt «Les Arts Gstaad» hat mit dem Abschluss des Architekturwettbewerbs einen wichtigen Meilenstein erreicht. Sieger des Wettbewerbs wurde der französische Architekt Rudy Ricciotti mit einem «gewagten, aber lohnenswerten Projekt», wie Jurypräsident Vittorio Lampugnani betonte. Die Finanzierung von Bau und Betrieb des Kulturzentrums soll ausschliesslich über private Mäzene und Sponsoren erfolgen. Ob und wann der Bau tatsächlich zustande kommt, hängt aber auch vom Saaner Stimmvolk ab.


Zwei Hauptkriterien hat der Verein Les Arts Gstaad den teilnehmenden Architekten/innen gestellt: Das geplante Kulturzentrum solle sich einerseits in die Struktur des Ortes einfügen, anderseits ein Zeichen setzen – ein Wahrzeichen für Gstaad kreieren.
Eingegeben wurden 21 Projekte aus neun Ländern, die von einer Fachjury beurteilt wurden. Ausser einem Gremium von Architekten waren auch regionale Vertreter mit einem direkten Bezug zum Projekt in der Jury integriert: Christoph Müller, künstlerischer Leiter des Menuhin Festivals Gstaad, MOB-Direktor Richard Kummrow, Tourismus-Direktor Roger Seifritz sowie Markus Kappeler, Präsident der Stiftung Les Arts Gstaad. Die MOB ist insofern in die Planung des Kulturzentrums integriert, als ein unterirdischer Busbahnhof und eine entsprechende Zufahrt Teil des Bauvorhabens sind. Mit dem Menuhin Festival Gstaad besteht bereits eine intensive Zusammenarbeit, da das Kulturzentrum der neue Aufführungsort der Menuhin-Konzerte werden soll. Eine der Hauptbedingungen der Festivalleitung war deshalb eine Mindestanzahl von 1400 Sitzplätzen – gegenüber den 1800 Sitzplätzen im Menuhin-Zelt ein Abbau, der aber in Kauf genommen werden kann, wie Geschäftsführer Stefan Matti erklärte.

«Ein Bauwerk, als ob es hier gewachsen wäre»
Unter der Leitung von Prof. Dr. Vittorio M. Lampugnani, Architekt und Professor an der ETH Zürich, hat sich die Jury nach langem Abwägen einstimmig für die Projekteingabe des französischen Architekten Rudy Ricciotti entschieden. «Es ist ein gewagtes Projekt, aber es lohnt sich», sagte der Jurypräsident mit Überzeugung. «Das Gebäude wäre eine Bereicherung für Gstaad – es ist etwas noch nie Dagewesenes, nicht nur regional, sondern auch international.» Und ungewöhnlich ist das Projekt tatsächlich, wie das Modell und die Computer-generierten Visualisierungen zeigen. Rund 20 Meter hoch, kompakt und voluminös, und mit einer Fassade ohne gerade Flächen oder rechte Winkel – und ohne Fenster. Wellenförmig legt sich eine Holzverschalung rund um das Bauwerk, doch anders als bei einem Chalet sind es horizontal aneinandergereihte Baumstämme, die dem Gebäude das Aussehen eines Wurzelstrunks verleihen. «Ein Bauwerk, als ob es hier gewachsen wäre», analysiert Lampugnani, und Architekt Kurt Aellen stimmt ihm zu: «Es passt gut in die Natur. Zudem hat uns seine Einfachheit überzeugt – Ricciotti lässt sich nicht auf Formenspielereien ein, sondern folgt einem klaren Konzept.» Mit dem Anbau an den Riedhubel, in den es halb zu versinken scheint, fügt sich der Bau ausserdem gut in die Landschaft ein.

Ein Konzertsaal wie eine Kristallgrotte
Was den Innenausbau betrifft, hat der Architekt einen riesigen Konzertsaal von rund 25 Metern Höhe vorgesehen. «Wie eine aus dem Fels geschälte Grotte», so der Jurybericht. Durch die stark aufgebrochene Oberfläche mit einer Relieftiefe von bis zu 40 cm, die den Raum unter der entsprechenden Beleuchtung wie eine Kristalllandschaft erfunkeln lässt,  entsteht eine hervorragende Akustik. Ricciotti ist ohnehin kein unbeschriebenes Blatt in Sachen Konzertsälen: Das «Stadium Salle de Rock» in Vitrolles und der Nikolaisaal der Potsdamer Philharmonie gehören zu seinen bekanntesten Bauwerken.
Die multifunktional nutzbaren Räume für Ausstellungen, Tagungen, Workshops usw. sind alle unterirdisch angelegt, genau so wie rund 100 Parkplätze und ein unterirdischer Busbahnhof für die MOB. Dafür ist als Zufahrt ein neuer Tunnel geplant, der die Konzertbesucher sowie den öffentlichen Verkehr vom Schützen-Kreisel aus direkt in die «Tiefgarage» des Kulturzentrums führen soll. Licht dringt in dieses Bauwerk durch einen Schacht, der nur wenige Räume mit Tageslicht versorgt. Dass Ricciotti die Erwartungshaltung betreffend Fensterfronten und Aussicht auf die Berglandschaft eben gerade nicht erfüllt hat, ist im ersten Moment erstaunlich, wenn nicht brüskierend, macht aber laut Jury auch Sinn: «Wenn man ein Heiligtum betritt, braucht man keine Aussicht», rechtfertigte Aellen den mutigen Vorschlag Ricciottis. Und ein Heiligtum soll es werden, das Zentrum, ein Heiligtum für Kunst und Kultur, ein Heiligtum für Gstaad.

Das Saaner Stimmvolk ent­scheidet
Doch auch wenn das Projekt die Jury überzeugt hat, lässt sich nicht leugnen, dass gewisse Probleme nicht gelöst sind. In erster Linie geht es um den Zugang vom Dorfzentrum her. Ricciotti hat dafür bisher keine Lösung, und ein Zugang über die bestehende Unterführung, die verlängert werden könnte, hat keinesfalls genügend Kapazität – darin sind sich alle Beteiligten einig. «Das Projekt wird nun an den Architekten zur Überarbeitung zurückgegeben», skizziert Lampugnani das weitere Vorgehen. Er muss eine Lösung für das Zugangs-Problem ausarbeiten und einige andere Mängel beheben, bevor mit der Planung weitergefahren werden kann. Läuft alles nach Plan, soll das Projekt bis Ende 2012 baureif sein. Die Durchführung des Baus soll dann weitere drei Jahre in Anspruch nehmen, so dass im Sommer 2015 das erste Konzert stattfinden könnte. Voraussetzung dafür ist allerdings unter anderem auch, dass das Saaner Stimmvolk hinter dem Projekt steht. Der Bau muss mehrmals vor die Gemeindeversammlung – sowohl wegen der nötigen Umzonung als auch wegen der Baubewilligung. Auch allfällige Einsprachen aus der Nachbarschaft könnten den Zeitplan verzögern oder das Projekt im schlimmsten Fall verunmöglichen.

Finanzierung aus rein privaten Mitteln vorgesehen
Inzwischen machen sich die Verantwortlichen der Stiftung Les Arts Gstaad daran, die Finanzierung des Projekts zu sichern. «Mit dem Abschluss des Architekturwettbewerbs ist die Aufgabe des Vereins Les Arts Gstaad abgeschlossen», erklärte Vereins-Präsident Jobst Wagner. «Wir können die Arbeit nun an die neu gegründete Stiftung Les Arts Gstaad übergeben.» Präsidiert wird diese von Makus Kappeler, der bisher als Vizepräsident des Vereins gewirkt hatte. Dem Stiftungsrat gehören ausserdem der Gstaader Architekt Stephan Jaggi und der Berner Jurist Marco Strahm an.
Die Finanzierung soll ausschliesslich über private Gelder gesichert werden, wie Kappeler betonte: «Bei der Finanzierung der bisherigen Planungs- und Vorbereitungsarbeiten war die öffentliche Hand, namentlich Gemeinde, Kanton und Bund, beteiligt, genau so wie der GST und der Hotelierverein. Vom jetzigen Zeitpunkt an wird aber alles nur noch über private Mäzene und Sponsoren finanziert – dies beinhaltet sowohl die ganzen Bauarbeiten als auch die längerfristige Sicherung des Betriebes.» Insgesamt sind für den Bau Investitionen von 80 bis 100 Millionen veranschlagt. Der Betrieb dagegen soll kostendeckend funktionieren, wie Kappeler erklärte. Allfällige Defizite sollen durch einen Fonds gedeckt werden, der ebenfalls aus privaten Mitteln gespeist werden soll.
Inhaltlich geplant sind ausser Konzerten und Ausstellungen auch Tagungen, Kurse, Lesungen und andere kulturelle Veranstaltungen. «Das Kulturzentrum wird ganzjährig betrieben werden. Doch was wir nicht wollen, ist ein Museum», so Kappeler, «es sind wechselnde Ausstellungen vorgesehen, die jeweils von Gastkuratoren betreut werden.» Eine geballte Ladung von Kultur also, die Gstaad in Zukunft beherbergen könnte – «Voraussetzung dafür ist, dass sich alle Beteiligten gemeinsam für die Realisierung einsetzen», betonte Kappeler. «Unsere Aufgabe ist es nun, unsere Begeisterung und Überzeugung auch auf die Öffentlichkeit zu übertragen.»

Was denken Sie?Was denken Sie? (Kommentare 1)




Kommentare

bauet gschider mau de skatepark ud jugendhuus, das objekt isch eh wieder nur für touris

Kommentar schreiben

Die Redaktion des Anzeiger von Saanen behält sich vor, Kommentare mit persönlichkeitsverletzenden und ähnlichen Äusserungen zu entfernen. Verzichten Sie deshalb im Sinne einer konstruktiven Streitkultur auf Beleidigungen sowie auf haltlose Vorwürfe und Anschuldigungen.

Kommentare:




Lokales Wetter - Gstaad

Das Wetter in Gstaad

Spezialanzeigen

AvS-Adsearch

Mit AvS-AdSearch finden Sie alle aktuellen Lokalinserate aus dem Anzeiger von Saanen sowie viele anderen Angebote aus der ganzen Schweiz.

AvS Allmedia

Kommende events

Kommende Events in der Region



Immobilien
Immobilien

Neueste Mietobjekte in der Region


Neueste Verkaufsobjekte in der Region


Suchen in Immobilien Suchen in Immobilien


Stellen
Stellen

Neueste Angebote in der Region


Suchen in Stellen Suchen in Stellen


Fahrzeuge
Fahrzeuge

Neueste Fahrzeuge in der Region


Suchen in FahrzeugeSuchen in Fahrzeuge


Diverses
Diverses

Neueste Angebote in der Region


Suchen in DiversesSuchen in Diverses

(z.B. Events, Brocante, Diensleistungen)

Letzte einträge: GstaadLife

GstaadLife

Letzte Kommentare: GstaadLife

GstaadLife

Letzte einträge: Frutigländer

Letzte einträge: BZ

Letzte einträge: NZZ

NZZ


Jetzt im Kino Gstaad



Klicken sie Mehr...


Klicken Sie auf das Programm um es grösser zu sehen.
Mehr Infos unter cine-theater.ch

Kategorien

 |

Archiv

 

Anzeiger von Saanen empfiehlt

Radio

Klicken Sie auf die gewünschte Radiostation, um sie im Hintergrund zu hören.

Radio Beo Capital FM CH
Radio Beo Capital Radio
RaBe Radio DRS 1
RaBe DRS 1
Radio DRS 3 Radio Swiss Pop
DRS 3 Radio Swiss Pop

Nützliche Telefonnummern

  • Notrufnummern
  • Polizei
  •  
  • Feuerwehr
  • Ambulanz und Rettungsdienst
  • Air Glaciers
  •  
  • Rega Rettungsflugwacht
  • Alpiner- Lawinenrettungsdienst SAL, Gstaad
  • Autopannendienst
  • Ärtzte- Notfalldienst (immer zuerst Hausarzt anrufen)
  • Zahnärztlicher Notfalldienst
  •  
  • Spitäler
  • Saanen
  • Zweisimmen
  •  
  • Apotheken
  • Apotheke Kropf, Gstaad
  • Capitol Apotheke im Gstaaderhof, Gstaad
  •  
  • Tierärzte
  • ARCHE Tierärztliches Zentrum
  • Bergpraxis Animal GmbH
 
  •  
  • 117, 112 oder
  • 033 356 84 31
  • 118
  • 144
  • 033 744 55 50 / 14 15
  • 14 14
  • 033 356 84 31
  • 033 744 88 80
  • 0900 57 67 47
  •  
  • 033 748 02 00
  •  
  •  
  • 033 748 02 00
  • 033 729 26 26
  •  
  •  
  • 033 748 86 26
  • 033 744 53 60
  •  
  •  
  • 033 744 06 61
  • 033 744 35 31

Print Ausgabe

GSTAADLIFE (ENGLISH EDITION)

GstaadLife is Gstaad’s first and only regular issue publication in English.

GstaadLife.com
Archive (PDF)
Subscribe
Advertise
Contact us

ANDERE LIEFERMÖGLICHKEITEN

Über uns

AnzeigervonSaanen.ch bringt Ihnen die aktuellsten News aus Gstaad und Umgebung. Ob einheimisch oder Gast: Lesen Sie online Kurzreporte über die wichtigsten Geschehnisse der Region, gespickt mit exklusiven Bildern, Videos und Meinungsumfragen. Jeder Artikel hat einen Link, über welchen Sie Ihre Meinung kundtun und Kommentare schreiben können: Lassen Sie von sich hören! Sie möchten, dass wir über etwas bestimmtes berichten? Klicken sie hier und lassen Sie es uns wissen!

Um am Geschehen dranzubleiben, klicken Sie hier und Sie erhalten die aktuellesten Neuigkeiten regelmässig per email zugesandt.

Auf dem Marktplatz finden Sie alle aktuellen Inserate aus dem Anzeiger von Saanen.

Der Anzeiger von Saanen ist seit 1880 die Hauptinformationsquelle des Saanenlandes. Der Anzeiger von Saanen sowie AnzeigervonSaanen.ch sind Publikationen der Müller Marketing und Druck AG. Mehr Infos erhalten Sie unter der folgenden Anschrift:

Müller Marketing und Druck AG
3780 Gstaad, Switzerland

Tel: +41.33.748 88 74
Fax: +41.33.748 88 84

Email: produktion -at- mdruck.ch