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Zwei Stiftungen – für viel Talent und einen guten Zweck

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«Goldfee» Pilar Rossier verkauft die Lose für die Tombola. (Foto: Tina Dosot)

An der 10. Gala zu Gunsten der Fondation Lionel Perrier nahmen wieder rund 100 Gäste teil. Eingestimmt wurden die Gäste mit dem Klavierkonzert der jungen Pianistin Alexandra Massalieva, die von der Stiftung SOS-Talents gefördert wird.


Einen besonderen Auftakt hatte die diesjährige Spendengala der Fondation Lionel Perrier. Bevor man sich zum Diner mit Tombola und Versteigerung für die Stiftung im Grand Hotel Park in Gstaad traf, stand nämlich das Konzert des erst 15-jährigen Piano-Wunders Alexandra Massalieva, das von der SOS-Talents-Stiftung gefördert wird, in der Kirche Rougemont auf dem Programm. Damit fanden in diesem Jahr gleich zwei Stiftungen Beachtung. Im Vordergrund stand natürlich die Fondation Lionel Perrier. Zum zehnten Mal jährte sich heuer der Todestag von Lionel Perrier, dem Sohn der Gründerin und Stiftungspräsidentin Evelyn Pen de Castel. Lionel Perrier selbst hatte noch zwei Jahre vor seinem Tod gewünscht, dass eine solche Stiftung für die Erforschung von Hirntumoren ins Leben gerufen würde. Seither setzt sich seine Mutter gemeinsam mit dem bekannten Professor Pierre-Yves Dietrich, Direktor des Laboratory of Immunology in Genf, für die Bekämpfung der Krankheit sowie für die Unterstützung der Betroffenen und ihrer Familien ein. Mit Alexandra Massalieva stellte Maestro Michel Sogny, Ehemann von Evelyn Pen de Castel, seine im Jahr 2000 gegründete SOS-Talents-Stiftung vor. Junge Talente, meist mit Stipendium, können sich dort nach der speziellen Methode des Komponisten, Pianisten und Pädagogen Sogny ausbilden lassen. Seine Methode basiert auf der vorrangigen Entwicklung der Sinne und der schöpferischen Phantasie. Was damit gemeint ist, demonstrierte die junge russische Pianistin eindrücklich.

Ungewöhnliches, faszinierendes Talent
Es schien lohnenswert, die Abendschuhe noch im Beutel zu lassen und sich zunächst mit Winterschuhen in die Kirche von Rougemont zu begeben. Denn ein Klavierkonzert mit einem Rondo von Ludwig van Beethoven und einem von Franz Liszt, einem Scherzo von Frédéric Chopin, der Dumka von Pjotr Iljitsch Tschaikovski, dem «Marche des trolls» von Edvard Grieg, einer Prelude von Dimitri Kabalewski und einer Sonate von Sergej Prokoviev war angekündigt. Betrachtete man aber das scheue Mädchen, das sich zu Beginn des Konzerts auf den Klavierstuhl setzte, sich nervös die Haare strich und Minuten nach Konzentration suchte, bevor es zu spielen begann, konnte man sich kaum vorstellen, dass ein solches Programm bewältigt würde. Aber anschliessend an ihre Konzentrationsphase einmal die Hände auf die Tasten gelegt, schien sie wie in Trance und spielte die Stücke fehlerfrei, voller Gefühl und mit einer für ihr Alter erstaunlichen technischen Fertigkeit – so, als werde sie von einer fremden Kraft angetrieben. Ein höchst erstaunlicher, fast nicht zu erklärender Genuss von der ersten bis zur letzten Note.

Lose vom «Goldberg»
Nach dem von der Gemeinde Rougemont vor der Kirche spendierten Glühwein dislozierte die Gesellschaft ins Grand Hotel Park, um an der zehnten Gala zu Gunsten der Fondation Lionel Perrier teilzunehmen. Wie immer bot die Stiftung einen festlichen Rahmen und verwöhnte ihre Gäste mit einem köstlichen Diner. Natürlich wurde der Abend im Gedenken an Lionel Perrier eröffnet. Wie immer begrüsste Evelyn Pen de Castel die rund 100 Gäste mit der ihr eigenen besonderen Herzlichkeit und erinnerte mit einigen bewegenden Worten an ihren verstorbenen Sohn, bevor sie das Wort an Professor Pierre-Yves Dietrich übergab. Dieser brachte die Gönner der Stiftung mit einigen leicht verständlichen Worten auf den neuesten Stand der Gehirntumorforschung und dankte herzlich für die Unterstützung. Schon während des Apéros hatten sich die zahlreichen Gäste am «Goldberg» mit Losen eingedeckt. Eine bekannte Schokoladenfirma hatte die Goldbarren gespendet, auf deren Rückseite die Lose befestigt waren. Für 30 Franken pro Los gab es Kostbares wie beispielsweise ein Plaid aus Baby-Cashmere, eine Damenuhr mit Brillanten, Kunstbücher, einen Aufenthalt in einem Fünfsterne-Hotel oder ein Diner in einem Sterne-Restaurant zu gewinnen.

Einträgliche Auktion
Nach dem Hauptgang bot Paul-Robert Martin, «rechte Hand» der Stiftungspräsidentin und zuständig für den reibungslosen Ablauf der für die Organisation so wichtigen Auktion, einen Überblick über die zu versteigernden Kostbarkeiten. Geleitet wurde die Auktion in diesem Jahr von der Gstaader Galeristin Patricia Low. Charmant und mit Sachkenntnis brachte sie die zu fortgeschrittener Stunde schon etwas träge gewordenen Gäste dazu, den Objekten die nötige Aufmerksamkeit zu schenken. Ein Holzschnitt von Gianni Giacometti und ein kunstvoll angefertigter Stuhl konnten den Besitzer für 4000 Franken wechseln, ein kostbarer goldener Kugelschreiber brachte 6000 Franken und ein Scherenschnitt ging sogar für 6500 Franken an den Bieter. 


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