Die Wintersaison geht zu Ende – Bergbahnen ziehen Bilanz

  31.03.2010 Gstaad, Tourismus, Saanenland, Sport

Nicht so schneereich wie im vergangenen Winter, dafür mit bestens präparierten Skipisten – so präsentierte sich diese Wintersaison. Die Investitionen in die Beschneiungsanlagen haben sich gelohnt.

 

 

Hans-Ruedi Steiner, Geschäftsführer der Wasserngrat-Sesselbahn hat eine erfreuliche Nachricht: «Erstaunlicherweise haben wir im Januar und Februar leicht höhere Frequenzen gehabt als in der Skisaison 2008/2009.» Das habe ihn angesichts des viel zitierten «Rekordwinters» vom vergangenen Jahr erstaunt und erfreut, sagt Steiner. Der Dezember habe in dieser Saison keine guten Frequenzen gebracht. Und auch der März sei insgesamt schlechter frequentiert gewesen als im vergangenen Jahr. «Wir hatten einfach zu wenig schöne, sonnige Wochenenden», sagt Steiner. Die Wochenenden sind besonders im März ausschlaggebend für die Wasserngrat-Bahn. Die Bahn ist seit 21. März geschlossen. Insgesamt zieht Hans-Ruedi Steiner ein positives Fazit. «Wir haben etwa die gleiche Frequenz wie im Winter 2007/2008 zu verzeichnen», sagt er. Zu verdanken habe er das auch unter anderem Schneemeister Kurt von Siebenthal und seinem Team, die als Beschneier und Pistenpräparateure eine hervorragende Arbeit geleistet hätten. Ebenfalls sei das sehr gut geführte Berghaus mit den Brüdern Buchs ausschlaggebend für den Erfolg der Bahn, so Steiner.

Schlechter Start, sehr gute Mitte, durchwachsenes Ende
Die Pisten der Bergbahnen Destination Gstaad AG sind teilweise (Sektor Ost) noch bis zum 11. April geöffnet. Ob die Osterfeiertage noch einen ordentlichen Schub Skifahrer auf die Pisten bringen, hängt ganz vom Wetter ab. «Wir sind in diese Skisaison schlecht gestartet,» sagt Armon Cantieni, Direktor der Bergbahnen Destination Gstaad AG. «Im Dezember gab es wenig natürliche Schneefälle und es war nicht sehr kalt», begründet er den schlechten Saisonstart. «Die Kälteperiode kam erst kurz vor den Weihnachtsfeiertagen und dann kam in der Altjahreswoche auch noch Regen. Da mussten wir erhebliche Umsatzbussen hinnehmen», so der BDG-Direktor. Um so besser startete der Januar. Im Janaur und im Februar konnte die BDG den Rückstand auf das Vorjahr sogar aufholen. Der Januar und der Februar waren also nicht nur am Wasserngrat besser frequentiert als im Rekordwinter 08/09, sondern insgesamt im Saanenland. «Der März startete gut,» berichtet Cantieni weiter, «doch dann kam ein Föhneinbruch und dadurch war die Saison praktisch frühzeitig beendet.» Bisher liegen die Bergbahnen von Gstaad-Mountain Rides etwa fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück. «Eine definitive Bilanz ziehen wir dann im April», so Armon Cantieni. Es sei ein normales Jahr gewesen, zieht er bisher Bilanz. «Aber wir wollen ja besser werden», sagt er. Daher gebe er sich nur zufrieden, wenn die Bergbahnen umsatzmässig Steigerungen verzeichnen könnten – Rekordwinter und viel Schnee hin oder her. Auch Cantieni weiss, dass die Pisten in diesem Jahr dank den Beschneiungsanlagen und sehr guter Pistenpräparation eine gute Qualität hatten. «Für die Gastronomiebetriebe an den Pisten ist die Saison recht gut gelaufen,» berichtet er. Auch ihm habe das instabile Wetter am Wochenende Sorgen bereitet. «In diesem Winter war das Wetter sehr unsicher, es gab viel Bewölkung.» Die Betriebskosten für die BDG AG haben sich auf einem hohen Niveau stabilisiert. «Wir sind aber betreffend der Stromkosten in Verhandlungen mit den Lieferanten und hoffen, für Oktober 2010 bessere Konditionen zu bekommen.»

Neue Bahn soll an Weihnachten 2010 öffnen
Der Ausfall der Gondelbahn La Videmanette in Rougemont habe keine nennenswerten Verluste gebracht. «Die Skifahrer sind innerhalb des Skigebietes ausgewichen und haben den eingesetzten Shuttlebus rege benutzt.» Dennoch habe ein solcher Vorfall immer gewisse Auswirkungen, sagt Cantieni. «Beim Ausfall einer einzigen Bahn ergeben sich bei 41 Anlagen keine gravierenden Folgen. Ausserdem sind wir gegen solche Betriebsausfälle auch versichert.» In der nächsten Saison soll es eine neue Bahn geben, die ab Weihnachten 2010 in Betrieb geht. «Wir sind sehr ehrgeizig und werden auch diese Hürde nehmen», ist Cantieni zuversichtlich, dass die neue Bahn rechtzeitig für die Skisaison 2010/2011 fertig sein wird.

Skispass bis 2. Mai
Am Glacier 3000 ist die Wintersaison noch bis zum 2. Mai in vollem Gange. Bis dahin gelten auch die Skiabonnemente von Gstaad-Mountain Rides. «Im Gegensatz zum vergangenen Jahr konnte der Glacier 3000 bislang ein Umsatzplus von 18 Prozent verzeichnen. Dennoch», sagt Bernhard Tschannen, «war der Winter 2009/2010 eine mittelmässige Saison für den Glacier 3000.» Schlecht fürs Geschäft waren die vielen sehr kalten Tage. Gespürt habe man auch die schlechten Wochenenden in diesem Winter. Entscheidend sei nun, wie das Wetter sich in den nächsten Tagen entwickle. Am vergangenen Wochenende habe es 40 Zentimeter neuen Pulverschnee auf dem Gletscher gegeben. Von Karfreitag bis einschliesslich Ostermontag öffnen die Bahnen auf dem Glacier 3000 bereits ab 8 bis 16.30 Uhr. Ab dem 2. Mai geht der Betrieb auf dem Glacier 3000 nahtlos in die Sommersaison über. Seit Januar wird übrigens für Fussgänger das Halbtaxabo akzeptiert. Die Bahnen bleiben geöffnet bis und mit 26. September. Dann schliesst der Glacier für drei Wochen und startet wieder am 15. Oktober. «Läuft alles nach Plan, können die Skifahrer bereits am 22. Oktober 2010 auf die Piste», sagt Tschannen.
Für das Restaurant Botta sei die Saison auch besser gelaufen als im vergangenen Jahr. Trotzdem spreche man auch im Restaurant nur von einer mittelmässigen Saison, sagt Tschannen. «Es war eben kein Terrassenwetter.»

Gletscher kämpft mit Klimawandel
Die Betriebskosten auf dem Glacier 3000 konnten mit gezielten Massnahmen gesenkt werden. «Bei sechs Monaten Wintersaison gelten Dezember und Januar als Zwischensaison. Daher mussten und müssen wir auch noch in Zukunft während dieser Zeit Kosten einsparen und einen Teil der Skilifte schliessen», erklärt Bernhard Tschannen. Ein Problem sei, dass sich die Saison auf dem Gletscher verkürze. «Im Oktober wären eigentlich alle heiss aufs Skifahren, aber wir können vor dem Monatsende oft keinen Skibetrieb mehr anbieten.» Tschannen sagt, die Klimaerwärmung sei ein grosses Problem, das auf dem Gletscher durchaus spürbar sei. «Durch den Gletscherrückgang entstehen massive Mehrkosten. Beispielsweise haben wir immer mehr Gletscherspalten, die aufwändig gefüllt werden müssen.» Der Klimawandel ist auch im Saanenland spürbar.

Foto: zVg

 


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