Gemeinde Saanen startet «Entwicklungsprojekt Sportzentrum»
Gstaad | Montag, 1. März 2010
Am 27. Oktober hat der Gemeinderat die Vorlage zum «Entwicklungsprojekt Sportzentrum Gstaad» gutgeheissen und eine nicht-ständige Kommission zur Steuerung des Entwicklungsprojekts berufen.
Im Vorfeld war die Lage des Sportzentrums analysiert worden, und man stiess dabei auf komplexe Fragestellungen. Da die Antworten dazu nicht auf der Hand liegen, hat die Arbeitsgruppe dem Gemeinderat vorgeschlagen, dafür das Entwicklungsprojekt zu starten.
Entwickeln meint «Lösungen finden»
Mehrere Gesichtspunkte sollen dabei erarbeitet werden. Vor allem geht es um die Frage: Was ist mit den vorhandenen Rahmenbedingungen zu unternehmen, damit sie produktiv für die Zukunft werden? Aus heutiger Sicht müssen aus dem Entwicklungsprojekt drei hauptsächliche Erkenntnisse hervorgehen, die aufeinander bezogen sind: ein Konzept zum Sport-, Freizeit- und Kultur-Angebot im Saanenland, eine Vorlage an die Gemeindeversammlung zur künftigen finanziellen Abgeltung an das Sportzentrum und eine Basis für die allfällige Neupositionierung des Sportzentrums.
Sportzentrum – wie weiter?
Die Besucherfrequenzen des Sportzentrums hängen mit dem Wetter, mit der Konkurrenz der Sportarten untereinander oder mit Modesport-Effekten zusammen. Diese äusseren Umstände, die auch für andere Destinationen typisch sind, können nur mit viel Aufwand beeinflusst werden. Doch das Sportzentrum kann diese nicht allein beeinflussen. Es sind bei diesen Zusammenhängen Faktoren im Spiel, die von gesellschaftlich verbreiteten Werten stammen, die das Image jeder Sportart und jeder Freizeitaktivität prägen.
Für das Betriebliche eines Sportzentrums sind mehr denn je die Auflagen zur Sicherheit der Anlagen und zum Personalbestand massgebend. So ist es in letzter Zeit gewiss nicht einfacher geworden, die vorhandenen Mittel haushälterisch einzusetzen. Dass dies dem Erlebnis von Jung und Alt nichts abträgt, ist ein sehr erfreulicher Pluspunkt für die Betriebsleitung des Sportzentrums Gstaad.
Das Geld allerdings, das für die Erneuerung der Installationen während den nächsten zehn Jahren benötigt wird, kann nicht durch Einnahmen erwirtschaftet werden. Alle Fakten realistisch betrachtet und bewertet, kommt man nicht darum herum, sich zu fragen: «Sportzentrum – wie weiter?»
Mit Blick über das Sportareal hinaus
Wie das Sportzentrum bisher «aufgestellt» ist, kann die Gemeinde fehlende Einnahmen nicht so einfach und unendlich kompensieren. Klar ist auch die Finanzpolitik des Gemeinderates: Die Gemeinde leistet nur Betriebsbeiträge, wenn damit Leistungen für kommunale Aufgaben abgegolten werden. Andererseits ist der Gemeinderat Saanen daran interessiert, zu einer erfolgreichen Zukunft des Sportzentrums Gstaad beizutragen. Dies nicht im Alleingang, sondern zusammen mit den anderen Aktionären sowie auf einer umsichtig entwickelten Grundlage.
Für eine umfassende Beurteilung der Lage des Sportzentrums ist es zweckdienlich, über das Sportareal hinauszublicken. Nebst der Fokussierung auf betriebswirtschaftliche Aspekte gilt es, das Sportzentrum im Zusammenhang mit Sport, Freizeit und Kultur im Saanenland insgesamt positionieren zu können.
Miteinander – füreinander
Dafür ist allerdings auch in Betracht zu ziehen, dass derzeit das Kultur- und Begegnungszentrum «Les Arts Gstaad» vorbereitet wird. Nimmt es einst den Betrieb auf, wird das Raumangebot mittelfristig massiv das Angebot im Sportzentrum beeinflussen.
Da die Sport-, Freizeit- und Kultur-Angebote jedes für sich und unabhängig von einander entstanden sind, gibt es unter ihnen keinen konzeptionellen Bezug: Man kennt kein gemeinsames Gremium, bei dem Aufgaben und Zuständigkeiten abgesprochen werden. Nicht dass es dafür an persönlichen Kontakten fehlen würde, aber die Tuchfühlung zwischen den Verantwortlichen der Vereine, Organisationen und Veranstalter kommt persönlich und spontan zustande – oder eben auch nicht.
Vier Gespräche am 3. und 5. März im «Landhaus»
Die Kommission hat ihre Arbeit aufgenommen und lädt zu vier Gesprächen ein, die den Auftakt des Entwicklungsprojekts bilden. Die Einladungen gehen an die verantwortlichen Organe der Vereine, Organisationen und Veranstalter. Das moderierte Gespräch wird je mit den Gruppierungen «Sport», «Kultur», «Wirtschaft» und «Behörden» durchgeführt. Die nicht-ständige Kommission erwartet einen regen Erfahrungsaustausch und interessante Impulse und Anregungen für ihre weitere Arbeit.
Nicht-ständige Kommission «Sportzentrum»
























Kommentare