Kulinarische Reise nach Indien
09.03.2010 Gesellschaft, Hotellerie / Gastronomie, GstaadJedes Jahr bietet das Gstaad Palace seinen Gästen einen kulinarischen Streifzug durch fremde Kulturen. Diesmal ging die «Reise» erstmals nach Indien.
«Heute Abend ist bei uns alles indisch», sagt Romuald Bour, Vizedirektor des Gstaad Palace augenzwinkernd und deutet auf Ritu Sarkar, die in klassischen indischen Kleidern die Gäste in Empfang nimmt. «Nur auf indische Musik haben wir verzichtet», sagt er. Den Frauen klebt Ritu, die Inderin, sofort den «Bindi» auf die Stirn zwischen die Augenbrauen, an die Stelle, wo das energetische dritte Auge vermutet wird. «Zunächst ist dieser traditionell rote Punkt das Zeichen der verheirateten Frau und soll nicht nur sie, sondern auch ihren Gatten schützen. Heute werden Bindis in Indien auch von unverheirateten Frauen und sogar von kleinen Mädchen wie ein modisches Accessoire getragen», erzählt Ritu.
Mit der Indian Gourmet Week möchte das Gstaad Palace seinen Gästen zum Abschluss der Saison noch mal einen kulinarischen Höhepunkt bieten. Noch bis heute Dienstag können im Gildo’s Ristorante indische Spezialitäten probiert werden. Dabei startet man beispielsweise mit dem indischen Joghurt-Drink Lassi oder der Mulligatawny Soup, einer indischen Curry-Suppe mit Reis, Kokosnuss und Hühnchen.
Ritu liebt das Dessert
Ritu Sarkar, Restaurant-Managerin des The Leela Palace Kempinski in Mumbai, begleitet durch den Abend und erklärt, welche indischen Spezialitäten sie wählen würde. Für das Dessert aus Ricotta, Milch und Pistazien zum Beispiel würde sie alles stehen lassen, gesteht sie. 196 Kilo indisches Essen, darunter vor allem alle möglichen Gewürze, haben sie und die drei Köche des The Leela Palace mitgebracht. Ritu Sarkar lacht, eine solche Reise ist auch für sie ein richtiges Abenteuer. Natürlich ist sie begeistert von Gstaad, sie ist zum ersten Mal in der Schweiz. Doch beginnt sie, von den sechs verschiedenen The Leela-Hotels in Indien zu berichten, möchte man am liebsten in den Flieger steigen und sich auch weiterhin mit ihr auf kulinarische Reise begeben. Nach Gstaad geht es für sie und die drei Köche noch fünf Tage ins Beau Rivage in Lausanne. Auch dort sollen die Gäste mit der indischen Woche verwöhnt werden.
Fremde Küchen: eine Herausforderung
Koch Surender Mohan war schon öfter in Europa, trotzdem ist es für ihn immer wieder eine besondere Herausforderung, im Rahmen solcher «Tourneen» in einer fremden Küche zu kochen. «Der erste Abend ist immer recht schwierig und stressig, dann wird es von Tag zu Tag besser, und wenn man ein eingespieltes Team ist, muss man leider schon wieder abreisen», sagt er schmunzelnd. Zum Schluss hat Ritu noch eine Überraschung für die Gäste. Eine CD mit indischer Musik schenkt sie den Frauen an den Tischen im Gildo’s Ristorante. Die indische Musik fehlt also doch nicht!
von Christine Eisenbeis

