STS AG: Neubau in Saanenmöser oder zwei Gesundheitszentren
Spital | Dienstag, 16. März 2010
Der VR der Spital STS AG hält an einem Spitalneubau an zentraler Lage fest. Die Alternative sind zwei Gesundheitszentren, wie er in einer Medienmitteilung schreibt. Mehr unter www.anzeigervonsaanen.ch
Der Verwaltungsrat nimmt die gegenwärtige politische Diskussion um den Spitalstandort mit Interesse, aber auch mit wachsender Besorgnis zur Kenntnis. Ohne materiell auf die lokalpolitische Auseinandersetzung einzutreten, will er zum wiederholten Mal die Fakten in Erinnerung rufen, die ihn zum Entscheid "Planung Spitalstandort Saanenmöser" geführt haben. Das Krankenversicherungsgesetz KVG – nicht der Kanton Bern – gibt die künftige gesamtschweizerisch einheitlich geregelte Finanzierung der Spitäler vor. Dieses verlangt die Einführung der diagnosebezogenen Fallpauschalen. Mit dieser Abgeltung müssen sowohl der Betrieb wie auch die Investitionen kostendeckend finanziert werden können. Dies setzt ein genügendes Patientenaufkommen voraus. Der Verwaltungsrat kommt aufgrund der existierenden Behandlungsstatistik zum Schluss, dass die gesamte Region Obersimmental-Saanenland diese Voraussetzung knapp erfüllt, jedoch nicht eine der beiden Teil-Regionen für sich alleine. Vor diesem Hintergrund hat sich der Verwaltungsrat für die Planung des Standorts Saanenmöser entschieden, dies mit der geschlossenen Unterstützung des Vorstandes der Bergregion und der gesamten Ärzteschaft.
Kann das Vorhaben Saanenmöser nicht realisiert werden, so werden die beiden Standorte in Gesundheitszentren umgewandelt werden müssen, genau wie dies die kantonale Planung, die vom Regierungsrat genehmigt und vom Grossen Rat zur Kenntnis genommen wurde, vorsieht.
Beim Aufrechterhalten beider Betriebe oder einem Neubau an einem der beiden Standorte – wo sowohl in Saanen wie in Zweisimmen Bauland zur Verfügung steht - würden finanzielle Risiken entstehen, die der Verwaltungsrat nicht eingehen kann, erklären doch heute lokale Exponenten, dass es für die Bevölkerung nicht zumutbar sei, sich für die Spitalversorgung in die jeweils andere Teilregion zu begeben.
Die Alternativen des Verwaltungsrates in dieser Zwickmühle sind entweder Neubau an zentraler Lage in Saanenmöser oder die Einrichtung von zwei Gesundheitszentren, deren genaue Ausgestaltung noch festzulegen ist. Dies ergibt sich aufgrund der gesetzlichen Grundlagen, der massgeblichen kantonalen Planung und der ökonomischen Rahmenbedingungen.
Der Verwaltungsrat darf und kann keine regionalpolitisch motivierten Entscheide fällen, für diese ist die gewählte kantonale Exekutive zuständig. Der Verwaltungsrat ist deshalb gespannt, welche Schlüsse der Regierungsrat aus den laufenden Gesprächen ziehen wird.
Der Verwaltungsrat sieht sich aber einem zunehmenden Erklärungsbedarf für Fragen aus dem übrigen Versorgungsgebiet der STS AG – namentlich aus der Agglomeration Thun mit rund 85 % der Gesamtleistung der STS AG – ausgesetzt. Diese Fragen gehen dahin, dass immer weniger Verständnis für die offenbar unüberwindlichen lokalpolitischen Differenzen in der Region Obersimmental-Saanenland vorhanden ist und auch dafür, dass weiterhin mehrere Millionen Franken jährliches Betriebs-Defizit aus dieser Region übernommen wird, anstatt mit diesem Geld langfristig wesentliche nachhaltigere Investitionen an anderen Standorten zu tätigen.
Verwaltungsrat Spital STS AG, Hans Peter Schüpbach, Präsident
























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