Besondere Massnahmen für ein besonderes Ereignis

  29.07.2010 Sport

Auf dem Galcier 3000 bereitet sich zurzeit die deutsche Berglauf-Nationalmannschaft auf die Weltmeisterschaften im US-Bundesstaad Colorado vor. Das Ziel wird dort auf 4200 Metern Höhe liegen.

Ulrich Benz, Lea Bäuscher, Timo Zeiler, Anja Carlsohn, Marco Sturm, Diana Lehmann, Josef Beha und Bundestrainer Wilfried Raatz haben die Cabane des Diablerets bezogen. Es sind schon ausserordentliche Bedingungen, unter denen die Athleten der deutschen Berglauf-Nationalmannschaft hier oben trainieren. Nicht nur, dass es morgens um 7.30 Uhr bereits mit nüchternem Magen zur ersten Trainingseinheit geht. Auf der Cabane des Diablerets schlafen sie natürlich alle zusammen im Bettenlager, geduscht wird trotz zwei intensiven Trainingseinheiten nur einmal täglich («Wir haben uns auf vor dem Abendessen geeinigt», sagt Bundestrainer Wilfried Raatz), und die Abende in der Cabane können lang werden, denn um 16.30 Uhr fährt die letzte Bahn nach oben, das heisst, Ausflüge nach 16.30 Uhr sind nicht möglich. «Die Unterkunft ist super. Es ist anders, aber auch witzig», sagt Timo Zeiler, Aushängeschild der siebenköpfigen Läufergruppe. Die Verpflegung sei klasse, François Cuttleod, der die Cabane des Diablerets führt, erfüllt genau die Wünsche der Läufer. Wenn die Weltmeisterschaften am 21. August am Pikes Peak in Colorado beginnen, sollen die drei Frauen und vier Männer gut vorbereitet sein. Das Gipfeltreffen der Langdistanz-Spezialisten findet unter extremen Bedingungen statt, Start ist auf 1900 Metern Höhe, das Ziel liegt fast 4200 Meter über dem Meer. «Besondere Ereignisse erfordern besondere Trainingsmassnahmen», sagt Raatz. Deshalb ist er in diesem Jahr mit seiner Gruppe zwei Wochen auf die Bettmeralp am Aletschgletscher und dann eine Woche auf die noch höhere Cabane des Diablerets auf dem Glacier 3000 auf 2500 Meter Höhe gezogen. Einen Unterschied zwischen der Bettmeralp und ihrer jetzigen Herberge spüren die Läufer. «In den ersten Tag war die Luft hier oben schon sehr dünn», sagt Timo Zeiler und schmunzelt. Mittlerweile haben sich die Athleten daran gewöhnt, das Atmen fällt nun auch bei schweren Belastungen leichter. Dass die Gruppe ausgerechnet auf dem Glacier 3000 trainiert, steht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Glacier Run. Bereits zwei Mal war Wilfried Raatz, der auch als Journalist tätig ist, bei dem Berglauf dabei. Es hat ihm von Anfang an gut gefallen und schnell kam die Idee, hier mal ein Gruppentrainingslager durchzuführen. «Wo sonst in den Alpen kann man sich in dieser Höhe vorbereiten?», sagt er. Die Glacier 3000 AG unterstützte die Läufer bei ihrem Vorhaben sofort. «Die Unterstützung von den Veranstaltern des Glacier 3000 Run ist sehr gross», sagt Raatz. Und das obwohl keiner der Läufer am diesjährigen Glacier Run teilnehmen kann. Für Timo Zeiler kommt das aber im nächsten Jahr durchaus in Frage. Zeiler wäre dann eine ernstzunehmende Konkurrenz für den Dauerabonnement-Sieger Martin Cox. Timo Zeiler steht international in der ersten Reihe der Berglaufspezialisten. Bei der Europameisterschaft wurde der 28-Jährige Vierter, bei den Weltmeisterschaften vor zwei Jahren Siebter.


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