Landwirtschaft trifft Luxus
Landwirtschaft | Donnerstag, 19. August 2010
Die diesjährige Topschau findet vor ungewohnter Kulisse statt: nämlich im Garten des Grand Hotel Park. Das Fünfsternhaus, das in diesem Jahr den 100. Geburtstag feiert, lässt 100 Treicheln anfertigen.
Landwirtschaft
und Luxus – beide gehören seit Beginn des touristischen Aufschwungs zur
Destination Gstaad. Am 23. Oktober trifft die Landwirtschaft
unmittelbar auf den Luxus: Anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Grand Hotel Park findet die Topschau im Garten des Fünfsternehauses statt.
«Gstaad
– das sind Authentizität und Tradition. Werte, mit denen sich auch
unser Haus identifiziert und die uns mit der Landwirtschaft verbinden»,
betont Hoteldirektor Jean-Yves Blatt. «Landwirtschaft und Luxus gehören
zur Destination Gstaad, sie machen sie aus. Wir wollen beweisen, dass
man Landwirtschaft und Luxus auch unmittelbar verbinden kann. Und weil
zur Tradition auch kulturelle Anlässe gehören, kamen wir auf die Idee,
aus Anlass des 100-Jahr-Jubiläums unseres Hauses die diesjährige
Topschau in unserem Garten zu organisieren.»
Zwei Welten – ein Ziel
Berührungsängste
habe es auch von Seiten der Landwirtschaft nicht gegeben, so Blatt.
«Ich habe vor Monaten mit Dominik Matti Kontakt aufgenommen und wir
haben uns sofort verstanden.»
«Wir sind von der Anfrage überrascht
worden – im positiven Sinn», sagt Dominik Matti, Präsident der
Vereinigten Viehzuchtgenossenschaften des Amtes Saanen (VVAS) im Namen
des OKs. «Landwirtschaft und Luxus – da treffen zwei Welten aufeinander.
Aber wir Landwirte sind auf den (Luxus-)Tourismus und auf gute
Zusammenarbeit genauso angewiesen wie umgekehrt. Und dieser Anlass auf
dem Gelände des Fünfsternehauses gibt Gelegenheit, Einblicke in die
jeweils andere Welt zu bekommen», so Matti.
100 Treicheln zum 100. Geburtstag
Aus
Anlass des 100-jährigen Geburtstages lässt das Grand Hotel Park 100
Treicheln anfertigen. Jede dieser Treichel wird mit einer Jahrzahl –
1910 bis 2010 – versehen. Jeder, der eine Treichel erhält, bekommt
zusätzlich ein Büchlein, in dem die Entwicklung des Saanenlandes der
vergangenen 100 Jahre zusammengefasst ist. «Die letzte Seite ist
individuell dem Geschehen in der Region aus dem Jahr der entsprechenden
Treichel gewidmet. Als Grundlage dafür diente den Autoren unter anderem
das Archiv des ‹Anzeigers von Saanen›», erzählt Jean-Yves Blatt.
Vergeben werden die Treicheln dann an der Topschau am 23. Oktober.
«Wir
schätzen das Engagement des Parkhotels sehr», betont Helmut Matti
Vizepräsident der VVAS. «Eine Treichel hat für jeden Züchter einen
grossen Stellenwert.»
Welche Landwirte eine dieser Treicheln
bekommen, wird nach einem speziellen System ermittelt. «Eine Gruppe mit
kantonal anerkannten Experten wird im Vorfeld der Topschau an jeder
Punktierung die schönsten Kühe nominieren. Diesen Kühen, respektive
ihren Besitzern wird dann durch das Grand Hotel Park an der Topschau je
eine Treichel überreicht», erklärt Dominik Matti. Als einer der
Höhepunkte wird aus diesen Treichelgewinnerinnen eine Miss ermittelt.
Traditionelle Topschau
«Unabhängig
von den Nominierungen im Vorfeld findet die Topschau ab 10.30 Uhr im
üblichen Rahmen statt», informiert Helmut Matti. «Die Kühe für die
Topschau werden wie in den letzten Jahren von den 17
Viehzuchtgenossenschaften ausgesucht und im Ring vorgeführt, wo sie von
einer Jury bewertet werden.» Insgesamt werden an einer Topschau sechs
Missen gekürt – je die schönste pro Sektion (Simmental, Red
Holstein/Holstein und Fleckvieh) sowie je eine Miss Schöneuter.
Auf dem Rasen vorgeführt
Das
Grand Hotel Park scheut keinen Aufwand für den Grossanlass. Vorgeführt
werden die Kühe im Ring auf dem hoteleigenen Rasen und für die Zuschauer
wird eine Tribüne aufgestellt. «Und das Zelt, in dem wir das Mittag-
und Abendessen servieren, wird auf dem Tennisplatz stehen», informiert
der Hoteldirektor. «An verschiedenen Ständen kann man sich ebenfalls
verpflegen – zum Beispiel mit Rösti aus einer Riesenpfanne». Daneben
werden die Viehzüchter an einzelnen Ständen Produkte wie Käse oder
Fleisch präsentieren. «Wir wollen den Leuten zeigen, was wir
produzieren, von was wir leben», erklärt Dominik Matti. Für das
musikalische Rahmenprogramm tagsüber sorgen einheimische Formationen.
Und im Zelt findet dann am Abend der traditionelle Züchterabend
ebenfalls mit musikalischer Unterhaltung statt.
Von Anita Moser/Foto Archiv/AvS/Vreni Müllener
























'Freude herrscht!' In der Tat!
Den 'Saanern' ist es zu gönnen, dass sie in Kürze vom unseligen Durchgangsverkehr erlöst sein werden und ich bin zuversichtlich, dass das Dorf nur an Qualität gewinnen wird. Hoffentlich glauben auch die Einwohner an die Zukunft ihres Dorfes! Saanen muss und soll nicht zu einer Kopie von Gstaad werden. Ateliers, Klein- und Kunstgewerbe, Bistros, das Heimatmuseum und schöne Häuser und Fassaden haben auch ihren Charme.
Freude herrscht aber auch bei uns 'Nicht-Saanen-Bewohnern'! Zwar ist die nervende Baustelle noch vorhanden, aber immerhin ist sie schon viel kleiner geworden. Es ist schon unglaublich, wie hier dilettantisch und nach dem Motto 'Tragt Sorge zur Arbeit' vorgegangen wurde. Seit dem Frühjahr dauern die Arbeiten am Spitalkreisel und der Strasse nun an. Die ganze Hochsaison über wurde der Verkehr über ein 'Bachbett' geleitet und die Bauarbeiten sind heute noch nicht beendet! Hier hätte man sich längst eine energische Intervention unserer Behörden beim Kanton erwünscht. Besonders einladend und erwähnenswert auch der 'Unkrautkreisel' vor dem Tunnelportal: Da wird mit viel Geld Werbung fürs Sanenland gemacht, Tourismuskreise geben sich Mühe dem Gast ein 'schönes Ländchen' zu präsentieren und dann sowas!
'Boulevard aux Mauvaises Herbes'?
Warum wohl wurde mit der Bepflanzung, auch mit der vor den unschönen Betonmauern, so lange zugewartet?
Und letztlich, da wir schon bei den Betonmauern sind: In der 'Laubegg-Schlucht' wurden mit Kantonsgeldern hunderte Quadratmeter Natursteinmauer errichtet. Im heimatgeschützten Saanen aber werden auf ewige Zeiten hunderte Quadratmeter hässlicher Betonmauern emporgezogen und mittels 'Dachlatten' getarnt. Schön?
Nein, und wahrscheinlich nicht nur für mich schwer verständlich!
Kommentiert von: lcd | 21. August 10 um 15:08 Uhr