Kolumne

Kolumne: Blick in die Welt - Schwarzer Mann im Weissen Haus


von Gaudenz Baumann, ehem. Leiter der Auslandredaktion "Aargauer Tagblatt"

Mit dem 44. Präsidenten der USA ist erstmals ein Schwarzer ins Weisse Haus in Washington eingezogen. Der frühere deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt sagte in einem Interview, das zu seinem 90. Geburtstag am 23. Dezember letzten Jahres vom ARDFernsehen gesendet wurde, dass wohl kaum je zuvor ein amerikanischer Präsident «ein beschisseneres Erbe angetreten » habe als Barack Obama. Gleichzeitig erinnerte der «grand old man» der deutschen Politik unter Hinweis auf Obamas Charisma an Präsident John F. Kennedy: Drei Jahre nach dessen Wahl im November 1960 befanden sich die USA im Vietnam-Krieg! Wirtschaftlich eine ähnliche Ausgangsbasis wie Obama – Rezession, vergleichsweise hohe Arbeitslosigkeit und schlechte Stimmung der Konsumenten – hatten auch John F. Kennedy anno 1961 und Ronald Reagan im Jahr 1981 bei ihrer Amtseinsetzung. Reagan zählt heute zu den grossen amerikanischen Präsidenten, derweil George W. Bush als derjenige in Erinnerung bleiben dürfte, dem der Irak-Krieg vieles vermasselte. Zweifellos lastet das Erbe der zuletzt äusserst unpopulären Regierung Bush schwer auf den USA und liess den Ruf nach «Change» (Wandel) zur zentralen Wahlkampf-Forderung Obamas werden.

Kolumne: Aber, aber!

Von Sigi Amstutz
Vielleicht erinnern Sie sich noch an das, was am Freitag, 11. April los war: Solidaritätskundgebung für Bundesrätin Widmer-Schlumpf auf dem Bundeshausplatz in Bern. 10 000 Menschen sollen es gewesen sein – aber vielleicht gehören ja kritische Menschen nicht zum so genannten «Volk». Und was bringt die «Sonntags-Zeitung» zwei Tage später auf ihrer Frontseite? Ein Grossbild von Hakan Yakin, sichtlich mitgenommen sieht er aus, bleich. YB hat nämlich gegen GC verloren, der Meisterschaftstitel ist in Gefahr, eine ernste sportliche Bedrohung liegt vor …. Von der Demo aber kaum ein Wort, dafür – auf Seite 3 – ein (einseitiger) Kommentar von Christoph Blocher zur Demo. Wie das tönt, beschreibe ich nicht. Als Abonnent der «Sonntags-Zeitung» denke ich: aber, aber! Setze mich hin, schreibe dem Chefredaktor einen geharnischten Brief, werfe ihm eine miserable journalistische Leistung vor. Unerwartet und zu meiner Freude kommt einige Tage später eine Antwort, deren Schluss lautet: «Tatsächlich haben wir bei dieser Thematik die Perspektive der Demo-Teilnehmer nicht berücksichtigt – dem Ärger oder der Wut vieler Bürger über die SVP keinen Ausdruck verliehen. Das ist im Nachhinein gesehen ein Manko.» Unterzeichnet von einem Herrn namens Andreas Durisch, Mitglied der Chefredaktion. Warum ich das erzähle? Etwas verschweigen, sich zu einem Ereignis nicht äussern, es nicht erwähnen, kann sehr politisch sein.

Kolumne: Jet-Ski

Von Sigi Amstutz
Der allerneuste Hochgeschwindigkeits-Ski? Ein sensationeller, UV-Strahlen absorbierender Skianzug? Oder eine bisher unbekannte Fahrtechnik, die aufs Saisonende lanciert werden soll? Nein, nichts von alledem. «Jet-Ski» sind Wassertöffs. Und diese dürften schon bald auf Schweizer Seen herumlärmen, wenn es nach dem Bundesamt für Verkehr (BAV) ginge. Da schiesst ein solcher Töff mit 60 km/h heran, legt knatternd und röhrend eine Kurve hin, Wasser kracht gegen die Ufer, schreckt Mensch und Tier auf – und schon tanzt das Ding im aufwirbelnden Wasserstaub davon. «Jet-Ski!» Und – so das BAV – diese Töffs dürfen sich jetzt Sportboote nennen, da deren Leistung keiner Grenze unterliegt. Kurz: Fahrten auf bestimmten Wasserflächen sind erlaubt, 1 Std. nach Sonnenaufgang bis 2 Std. vor Sonnenuntergang. Bei klarer Sicht. Schöne Aussichten.

Kolumne abonnieren