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Roter Umhang, weisser Bart

Di, 11. Dez. 2018
FOTO: DANIELA ROMANG

Samichlous, Schmutzli und Esel hatten es heuer im Saanenland sehr streng: An vielen Orten gleichzeitig sind sie aufgetaucht und besuchten am 6. Dezember um 17 Uhr die Kinder von Gsteig, Gstaad, Lauenen und Saanen. Auf die Frage, wie er das schaffe, überall gleichzeitig zu sein, schmunzelte der Samichlous in seinen weissen Rauschebart und brummelte: «Ach, ich wäre ja nicht der Samichlous, wenn ich nicht ein paar kleine Wunder vollbringen könnte. Ausserdem haben mir Schmutzli und Eseli tüchtig geholfen.» Und er deutete an, dass es ihm durchaus Spass mache, in Lichtgeschwindigkeit von einem Ort zum anderen zu flitzen, wenn gerade niemand hinschaut.


Feierlicher Umzug mit Lampions und Fackeln in Gstaad

Mehrere Dutzend Kinder und ihre Eltern warteten mit Fackeln und Lampions vor dem Posthotel Rössli. Ein Junge prahlte, dass er schon zwei Säckli bekommen habe. Und strahlte: «Jetzt bekomme ich gleich noch ein Drittes! Ich habe extra ein neues Versli geübt. Sonst wird es dem Samichlous ja langweilig, wenn er jedes Jahr die gleichen Versli anhören muss.»

Eines der Mädchen flüsterte dieser Zeitung hinter vorgehaltener Hand zu: «Ich habe den Samichlous schon beim Coop gesehen. Da hat er den Bart hochgehoben und sich am Kinn gekratzt. Jetzt glaube ich nicht mehr, dass er echt ist.» Sie versprach aber, ihr Geheimnis den anderen Kindern nicht zu verraten. Und dann kam auch schon der Samichlous um die Ecke, gefolgt von Schmutzli und gleich zwei Eseln. Die Kinder rannten ihm aufgeregt entgegen. Alsbald zog die muntere Schar mit den Fackeln und Laternen die Güterstrasse hinunter und bog beim Bahnhof in die Promenade. Dort wartete bereits eine Band, die Weihnachtslieder spielte. Aus grossen Pfannen dampfte Punsch und Glühwein. Der Samichlous hörte geduldig die Verslein der Kinder und verteilte Säckli, derweil einer der beiden Esel von hinten die grüne Jacke der Journalistin anfrass.

SABINE REBER


Gute Laune und Zipfelmützen in Saanen

Am vergangenen Donnerstag wimmelte es von Menschen im Dorf Saanen: «Saanen Aktiv» veranstaltete mit den zahlreichen Marktfahrern einen durchaus sehenswerten Weihnachtsmarkt. Dazu gehörte natürlich auch der Samichlous und Adventsmusik.

Die Temperaturen am diesjährigen Weihnachtsmarkt waren noch nicht winterlich, ganz zur Freude der Marktfahrer, die andere Jahre schon mehr schlottern mussten hinter ihren Ständen. Und Weihnachten kommt ja so oder so. Deshalb mussten noch ganz viele Geschenke gesucht und gefunden werden. Ob Praktisches wie hübsche Küchenutensilien, Kuschlig-Warmes wie Socken und Mützen, oder Deko-Artikel wie Engel aus unterschiedlichsten Materialien und Kerzen in diversen Formen und Farben. Kleine und grosse Besucher mussten manchmal einfach stehenbleiben und die Schönheit eines Objekts bewundern. Vieles liegt jetzt bereit in einem Versteck zu Hause, und die Vorfreude auf die Freude der Liebsten ist gross.

Gaumenfreuden und Tellerscherben
Für das leibliche Wohl war auch gesorgt: Gut gelaunte Frauen mit Zipfelmütze rührten in einem Suppentopf und der Duft von Glühwein stieg dem Besucher dann und wann in die Nase. Die Süssen mussten sich zwischen Lebkuchen, Güezeni, Mohrenköpfen und vielem mehr entscheiden, für die anderen wartete knuspriges Knoblibrot oder eine Käse-Degustation.

Die Kinder durften für einmal Porzellanteller zerschlagen und die mutiggeduldigen durften beim begehrten Samichlous ein Säckli holen. Vielleicht reichte es noch, das Eseli zu streicheln, das mit dem lieben Schmutzli tapfer am Rande des Geschehens wartete und mit seinen langen Ohren sicher auch der schönen Adventsmusik der Musikschule Simmental-Saanenland lauschte. Das war eine gelungene Einstimmung auf Weihnachten.

DANIELA ROMANG


Jedes ein Versli

Seit bald 70 Jahren schon geht der Samichlous in Lauenen zu den kleinen Kindern nach Hause. Jedes Kind hat jeweils ein Versli bereit. Er fragt dann noch nach, ob die Kinder lieb gewesen seien, bevor er ihnen Säckli mit Nüssen, Mandarinen und Schokolade überreicht. Auch das Altersheim besuchte er und brachte ebenfalls Geschenke vorbei. Der Frauenverein Lauenen hilft ihm jeweils, all die vielen Säckli paratzumachen. Der Samichlous erzählt: «Es ist immer schön, die strahlenden Kinderaugen zu sehen, darum werde ich nächstes Jahr gerne wieder nach Lauenen kommen.»

ELISABETH BRAND


Überraschungsbesuch im Wald

Acht Kinder der Spielgruppe «Spatzennest» begaben sich am Donnerstag auf einen Waldspaziergang. Die «Spatzen» machten grosse Augen, als sie plötzlich im Alpenruhewald den Samichlous trafen. Mit Unterstützung der Mütter besang die Gruppe den Mann in Rot. Vor Staunen blieben den Kindern die eingeübten Versli im Hals stecken, und der Samichlous übergab gerührt die reich befüllten Säcklein.

OLIVER HERRMANN


Lebhafter Samichlousabend

Von drauss’ vom Walde kamen sie her, der Samichlous und sein Gehilfe Schmutzli, und zogen einen schwerbeladenen Leiterwagen ins Dorf. Auf dem Bäremätteli wurden die beiden von einer ungeduldigen Kinderschar mit ihren Eltern sehnlichst erwartet. Zuerst erzählte der Samichlous die Geschichte vom kleinen Stern und hörte sich dann geduldig die vielen Verslein an. Für jedes Kind gabs ein Chlousensäcklein und für die Durstigen offerierten die Gastwirte vom «Bären» gemeinsam mit der Dorforganisation Glühwein und Punsch. Auch ohne winterliche Stimmung genossen alle die frühe Abendstunde.

MARIANNA BETTLER

Weitere Fotos unter https://tinyurl.com/ybx3qm6n
Video: https://tinyurl.com/y9oaquss

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