Geschichte aktuell

Fr, 21. Jun. 2019

Im Geschichte-Uunterricht am Gymnasium Interlaken-Gstaad wurde vergangene Woche aus aktuellem Anlass das Thema Frauenstreik behandelt. Die zwei Gymnasiastinnen Marion Schenk und Julie Trummer berichten über den Inhalt des Unterrichts.

Als Frau Fluri am vergangenen Freitag, 14. Juni das Zimmer betritt, ist die Klasse wegen des Frauenstreiks bereits reduziert, doch auch die Verbliebenen werden in den folgenden Lektionen die Gleichstellung der Geschlechter thematisieren. Nach einem kurzen Input über die Entwicklung der Frauenrechte in der Schweiz, welche mit der Einführung des Stimm- und Wahlrechts 1971 ihren ersten Erfolg hatte, verbesserte sich die Stellung der Frau durch weitere Verfassungsartikel, beispielsweise zur Gleichstellung in der Ehe, verbesserte Schutzmassnahmen auf der Arbeit und die Einführung des Mutterschaftsurlaubs.

Und doch gibt es noch immer Gründe, zu streiken: Zahlreiche Statistiken, die wir in Gruppen interpretierten, belegen, dass das weibliche Geschlecht bis heute keine absolute Gleichstellung erreicht hat. Obwohl Frauen mehr Maturitäts- und Hochschulabschlüsse machen als Männer, verdienen sie pro Monat im Schnitt über 1500 Franken weniger. Lediglich 57 Prozent dieses Unterschieds lassen sich durch Faktoren wie die Ausbildung oder die Wirtschaftsbranche erklären. Ausserdem arbeitet ein deutlich kleinerer Anteil der Frauen kurz nach dem Abschluss – egal welcher Ausbildung – Vollzeit. Entsprechend finden sich weniger Frauen in Kaderpositionen oder sonstigen Ämtern, wobei ihr Anteil langsam, aber stetig ansteigt. Dafür leisten Frauen in einer Partnerschaft je nach Familiensituation 25 bis 50 Prozent mehr Haushalts- und Betreuungsarbeit.

Das traditionelle Frauenbild scheint noch immer in den Köpfen der Gesellschaft festzusitzen. Obwohl nach einem Austausch in der Klasse klar wurde, dass viele Eltern sich sowohl Erwerbsals auch Haushaltsarbeit untereinander aufteilen, sind Mütter eher mehr zu Hause als Väter.

Allerdings muss man bemerken, dass alle angesprochenen Punkte laufend zu einem Ausgleich zwischen den Geschlechtern tendieren. Dies äusserte sich ebenfalls in einer abschliessenden Fragerunde in der Klasse über ihre Zukunftsvorstellungen. Während viele Mädchen auch gerne in einem relativ hohen Pensum berufstätig würden, wären Knaben bereit, dieses deutlich zu reduzieren.

Eine absolute Gleichstellung von Mann und Frau ist schlicht nicht möglich, schon rein biologisch gesehen. Doch um Unterschiede zu beseitigen, welche innerhalb eines Geschlechts nicht gemacht werden – zwischen ihnen jedoch schon – lohnt es sich zu kämpfen!

MARION SCHENK UND JULIE TRUMMER, MEDIENVERANTWORTLICHE SEKUNDA

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