«Über den Wolken …» – 40 Jahre Heissluftballons im Pays-d’Enhaut

Di, 08. Okt. 2019
Vereinspräsident François Chappuis, der frischgebackene Weltmeister im Gasballonflug, Nicolas Tièche, Gründungs- und Ehrenpräsident Charles-André Ramseier (v.l.) FOTO: SONJA WOLF

Am Samstag, 5. Oktober feierte der Verein Centre Alpin International de Ballons à Air Chaud (CAIBAC) sein 40-Jahr-Jubiläum mit seinen Mitgliedern und Freunden.

SONJA WOLF
2019 ist ein wahres Jahr der Jubiläen für den Luftfahrtstandort Paysd’Enhaut: Der 20. Jahrestag der ersten Nonstop-Weltumrundung mit dem Breitling Orbiter III, 40-Jahr-Jubiläum des Festival International de Ballons und auch das Centre Alpin International de Ballons à Air Chaud (CAIBAC) feiert dieses Jahr sein 40-jähriges Bestehen. Bereits während des internationalen Ballonfestivals, das jedes Jahr Ende Januar stattfindet, wurde ein Flug ganz dem CAIBAC gewidmet.

Der vergangene Samstag nun stand ganz im Zeichen der Feierlichkeiten und sollte mit dem Start von fünf Ballons beginnen, das Wetter hat dieser fulminanten Ouvertüre jedoch einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Begeisterung beim Nachwuchs wecken
Dennoch konnten sich interessierte Kinder im angeseilten Heissluftballon «Château-d’Oex» einige Meter hoch in die Luft befördern lassen. Für die Kinder war auch ein Malwettbewerb mit dem Thema «Der Heissluftballon der Zukunft» ausgeschrieben, bei dem die drei glücklichen Gewinner einen Flug im Heissluftballon gewinnen konnten. Nicht zuletzt soll ja der Fortbestand des Vereins gesichert werden und das funktioniert natürlich am besten, wenn man die Jugend von den ökologisch-ästhetischen Gefährten begeistert. Generell werden der Jugend vom Verein auch ferngesteuerte Ballons angeboten, um die Aerostatik, den Umgang mit den Gasreserven usw. zu erlernen.

Wissenswertes über den CAIBAC
Für die Mitglieder und Freunde des Vereins fand am Nachmittag der offizielle Festakt statt. François Chappuis, Präsident des CAIBAC, zählte zunächst einige wissenswerte Eckpunkte des Vereins auf: «Der CAIBAC, der aus 50 Mitgliedern – zum Grossteil Piloten, aber auch Nichtpiloten– besteht, hat eine Flotte von drei Ballons, die heute hauptsächlich für Sport- oder Werbeflüge genutzt werden und natürlich jeweils Ende Januar am Festival International de Ballons in ihrer vollen Pracht aufsteigen. Aber auch auf den Ballonfestivals im französischen Romorantin, im englischen Bristol und im belgischen Sint Niklaas vertreten die drei charakteristischen Heissluftballons die malerische Region des Pays-d‘Enhaut.»

Die Piloten sind nicht nur speziell erfahren im recht schwierigen Bergflug, sondern haben teilweise weitere Kompetenzen erworben, wie beispielsweise im ECO-Ballonflug. Diese ECO-Ballons brauchen wesentlich weniger Propan als die traditionellen. Andere Piloten sind spezialisiert im Gasballonflug.

Internationale Erfolge
Der Präsident gratulierte dem Piloten Nicolas Tièche, der Mitte September mit seinem Teampartner Laurent Sciboz den 63. Gordon Bennett gewonnen hat und somit amtierender Weltmeister im Gasballonflug ist. Die beiden Piloten sind im französischen Montbéliard gestartet und 3 Tage, 11 Stunden, 18 Minuten später und 1775 Kilometer weiter im Donaudelta in Rumänien gelandet, wenige Meter vom Schwarzen Meer entfernt. Ein etwa 20-köpfiges Bodenteam aus Fluglotsen, Meteorologen und Informatikern war massgeblich an dieser Leistung beteiligt.

Der aus Château-d’Oex stammende Weltmeister ist einer von nur etwa 150 Gasballonpiloten weltweit und hatte bereits vor zwei Jahren in der America Challenge mit 3600 zurückgelegten Kilometern den Weltrekord im Distanzflug aufgestellt.

Historischer Rückblick
Charles-André Ramseier, Gründungspräsident und Ehrenpräsident des Vereins, gab dann einen kurzen geschichtlichen Rückblick. Ursprünglich wollte der Verein CAIBAC eine neue Dimension eröffnen, nämlich um den Piloten und dem interessierten Publikum Flüge im Heissluftballon vor dem Alpenrelief zu bieten. Kurz nach dem ersten internationalen Ballonfestival im Februar 1979 wurde der Verein unter Mithilfe des Tourismusbüros gegründet. Dessen Ziele sind bis heute, eine Berg-Aerostation zu entwickeln, Schweizer und internationalen Piloten die Gelegenheit zu geben, sich zu perfektionieren, an der Organisation des Ballonfestivals mitzuarbeiten sowie Châteaud’Oex und das Pays-d’Enhaut über die Medien ganzjährig zu bewerben. Schnell reifte nach der Gründung die Idee, einen eigenen Ballon mit der Aufschrift «Château-d’Oex» in Auftrag zu geben. Die Mitglieder der Tourismusbüros, die Bevölkerung und auch Freunde der Station legten Geld zusammen und bereits sechs Wochen später konnte der erste Ballon für 60’000 Franken in England bestellt werden. Die feierliche Einweihung fand im Oktober 1979 mit der Skifahrerin Marie-Theres (Maite) Nadig als Patin statt.

Der CAIBAC heute
Die Mitglieder des Vereins treffen sich immer noch regelmässig, häufig fliegen sie auch im Ausland. Ende August zum Beispiel war Präsident Chappuis im Libanon mit acht Piloten, zwei libanesischen und sechs Schweizer Ballons, einer davon vom CAIBAC. Anlass war die Aufzeichnung der Sendung «Top Chef Arabia». Die Kandidaten sollten spektakulär in die Sendung starten mit einem Flug im Heissluftballon vor laufenden Kameras.

Ausbildung zum Piloten
Und wer jetzt selbst Lust bekommen hat, Pilot eines Heissluft- oder Gasballons zu werden: CAIBAC-Präsident François Chappuis und auch Weltmeister Nicolas Tièche sind zwei der vier Lehrer der grössten Ballonschule der Schweiz (Groupe des Aérostiers de Fribourg) und die einzigen vier Fluglehrer der französischen Schweiz. Die Gesetzgebung, die Radiotelefonie, die Kosten für die Ballonlizenz – alles entspricht in etwa der Prozedur für die Lizenz für den Helikopter oder ein kleines Flugzeug.

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