Hanspeter Grundisch am Frauenfelder

Fr, 22. Nov. 2019
Hanspeter Grundisch vor dem Start. FOTO: CHRISTIAN STÄHLI

Der Gstaader Hanspeter Grundisch nahm am letzten Sonntag am traditionellen Frauenfelder Waffenlauf teil.

Die eigentliche Geburtsstunde des Frauenfelders schlug 1935 mit der erstmaligen Austragung des Frauenfelder Militärwettmarsches – des bis heute unbestrittenen Königslaufs der Waffenläufe. Jeweils am Ende der Saison stellt der Frauenfelder das grosse Finale dar. Die Athleten mussten sich schon damals über eine Gesamstrecke von 42 Kilometern ins Ziel kämpfen. Mitte der Sechzigerjahre bis Ende der Achtzigerjahre starteten jährlich rund 8000 bis 9000 Läufer an den Waffenläufen. Die Teilnehmerfelder lagen zum Teil weit über der 1000er-Grenze. Mit der Zeit verlor der Waffenlauf zunehmend an Bedeutung. Der Grund: das Aufblühen des Marathons, die zivile Alternative. Heute ist der Frauenfelder der mit Abstand älteste Waffenlauf der Schweiz. An der Ausrüstung selbst hat sich nicht viel geändert. Benötigt wird immer noch ein Tarnanzug der Schweizer Armee und ein Kampfrucksack mit Gewehr.

Das nasskalte Wetter schreckte die Teilnehmer am 85. Frauenfelder nicht ab
250 militärische Läuferinnen und Läufer starteten am vergangenen Sonntag am traditionellen Frauenfelder Waffenlauf. Darunter alte Hasen wie zum Beispiel der Gstaader Hanspeter Grundisch. Er nahm schon zum zehnten Mal die Marathonstrecke unter die Füsse. «Beim Laufen kann ich komplett abschalten, den Kopf verlüften. Draussen zu sein und mich zu bewegen, das liebe ich», sagte er. Besonders angetan haben es ihm die Berg- und Waffenläufe und so stand er am Sonntag vor dem Highlight und Schlusspunkt der Saison.

Der 85. Frauenfelder – 42,2 Kilometer auf einer coupierten Strecke lagen vor Grundisch und rund 250 Waffenlauf-Teilnehmern. «Darunter sind auch Frauen und das Altersspektrum ist enorm», weiss er. «Die Waffenläufer sind wie eine grosse Familie, es harmoniert sehr gut zwischen den Generationen – diese Kollegialität ist wunderschön. Diese Solidarität ist einzigartig, man ist sowohl Gegner wie auch Freund in diesem Sport.» So verbindet Hanspeter Grundisch eine schöne Freundschaft mit Heinz Gubler aus Faulensee, welcher ebenfalls ein begeisteter Waffenläufer ist. «Vor dem Start frühstückt man gemeinsam in der Stadtkaserne, jeder kennt jeden. Die Atmosphäre ist entspannt, die Läufer witzeln miteinander, von Hektik aber keine Spur», sagte der inzwischen 71-jährige Gstaader Hanspeter Grundisch. Auch für ihn wird der Start am Sonntagmorgen auf dem Marktplatz von Frauenfeld nicht der letzte gewesen sein.

Sieger bei den Waffenläufern wurde der 40-jährige Patrick Wieser aus Winterthur, der die Strecke in 2:55:04 Stunden absolvierte. Der gebürtige Thurgauer aus Aadorf, seit diesem Jahr Rennleiter am Jungfraumarathon, wollte eigentlich an die Berglauf-WM nach Argentinien, wurde aber nicht selektioniert. Als Zweiter überquerte Martin De Marco aus Gais die Ziellinie. Der Vorjahressieger lief mit einem Rückstand von 2,15 Minuten ein, gefolgt von Raphael Sprenger (3:04:26). Bei den Waffenläuferinnen siegte die 29-jährige Caroline Steiner mit einer Zeit von 3:24:45 Stunden, die Einheimische bestritt ihren ersten Waffenlauf überhaupt. Die zweitklassierte Astrid Müller aus Russikon lief in 3:45:26 ins Ziel.

Hanspeter Grundisch erreichte das Ziel in Frauenfeld trotz des zeitweise garstigen Wetters mit einer Zeit von 5:42:49 Stunden und klassierte sich in seiner Kategorie M70 auf dem sechsten Platz. Heinz Gubler aus Faulensee bestritt bereits sein siebten Waffenlauf in dieser Saison und lief in 5:11:41 als Zwölfter in der Alterskategorie M60 ins Ziel.

CHRISITAN STÄHLI

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