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Augen und Ohren auf!

Fr, 17. Jan. 2020

Was für ein Saisonstart! Wo ich seit den Festtagen hinhöre, überall vernehme ich dasselbe: «So viele Gäste hatten wir seit zehn oder fünzehn Jahren nicht mehr!» Es macht Freude, dass die gewaltige Arbeit der Tourismusbranche mit Erfolg gekrönt wird. Die Gefahr besteht natürlich, dass wir uns nun zurücklehnen und ausruhen. Die Reise geht aber weiter. Wollen wir erfolgreich bleiben, müssen wir uns viele Fragen stellen: Wo ist das Ziel unserer Expedition? Wie wollen wir uns positionieren und welche Investitionen sind wichtig?

Der Ansturm beim Jahreswechsel hat uns deutlich gezeigt, wo unsere Schwachstellen liegen: nämlich bei den Einstiegsportalen in Saanenmöser und Schönried. Das vor zwei Wochen erlebte Verkehrs- und Parkchaos kann nur mit Parkhäusern vermieden werden. Für den Gast zählt die Convenience und da müssen wir besser werden! Ein perfekter Skitag fängt nämlich schon bei der Anreise an und hört erst bei der Abreise auf. Darum müssen wir auch die Erschliessung des Dorfkerns sowie der Talstation Saanenmöser überdenken. Weiter steht der Ersatz der Anlagen Horneggli und Hornberg an.

Mit diesen konkreten Themen spreche ich wichtige Puzzleteile der Destinationsstrategie an. Sie wurde 2016 von Tourismus, Hotellerie, Gewerbe und Politik aus der Taufe gehoben. Dieses Jahr steht die periodische Überarbeitung an. Wir werden Feinjustierungen vornehmen und weiterführende Massnahmen definieren. In die Top 3 dieser Liste gehören aus meiner Sicht die Folgen der Klimaerwärmung. Es gilt, den heute wertschöpfungsstarken Wintertourismus genau unter die Lupe zu nehmen. Weil die Schneefallgrenze weiter steigt, müssen wir definieren, welche Investitionen wir in die Schneesicherheit tätigen, damit Qualität und Dienstleistung auch künftig erhalten bleiben. Dazu gehören zum Beispiel Überlegungen zum Langlauf- und Winterwanderangebot – wie und wo realisieren wir künftig entsprechende Angebote? Oder: Gibt es Optionen, beispielsweise das Kinderparadis in höhere schneesichere Regionen zu verlegen?

Was den Sommertourismus betrifft, eröffnen sich uns durch die Klimaerwärmung paradoxerweise ungeahnte Chancen: Hitzegeplagte werden ihre Freizeit immer häufiger in den Bergen verbringen. Die idealen Rahmenbedingungen auf unserer Höhenlage und die liebliche Topografie sind ideale Voraussetzungen für Klimatourismus. Wenn wir die Bedürfnisse der Gäste erkennen und in die Qualität der Angebote investieren, können wir die Mindereinnahmen, mit denen wir während der Wintermonate rechnen müssen, im Sommerhalbjahr kompensieren. Wollen wir langfristig erfolgreich sein, müssen wir aber auch den Ganzjahrestourismus – über den die Destination seit Jahren nachdenkt – aktiv anpacken!
Trotz erfolgreichem Start in die Saison heisst es nun also: Augen und Ohren auf, Gehirnzellen aktivieren und die Zukunft planen. Ich freue mich auf diesen kreativen und produktiven Prozess gemeinsam mit Ihnen!

FLURIN RIEDI GESCHÄFTSFÜHRER GSTAAD SAANENLAND TOURISMUS flurin.riedi@gstaad.ch

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