Wenn das Publikum Teil der Musik wird

Di, 04. Feb. 2020
Sie trugen das Tripelkonzert und die erste Symphonie von Ludwig van Beethoven vor: Renaud Capuçon, Edgar Moreau, Kit Armstrong und Elena Schwarz.

Die Sommets Musicaux läuteten am Wochenende ihr Jubiläumsfestival zum 20. Bestehen mit zwei grossartigen Konzertabenden mit Musik von Beethoven ein – festlich erhaben. Die Kirche von Saanen bot einmal mehr eine einzigartig schöne Atmosphäre.

LOTTE BRENNER
Am vergangenen Freitag wurden das Tripelkonzert und anschliessend die erste Symphonie von Ludwig van Beethoven aufgeführt. Die Solisten Kit Armstrong, Klavier, Renaud Capuçon (der künstlerische Leiter des Festivals), Geige, und Edgar Moreau, Cello, passten sehr gut zusammen. Die warmen Töne der beiden Streichersolisten brachten die ganze Fülle wunderschönster Musik zur Geltung. Der junge Pianist Kit Armstrong brachte Charakter in das Konzert. Er spielte charmant, freudig, rassig, und überzeugte auch in der Art, wie er sich ins Trio und auch ins Ganze einbrachte.

Eher etwas brav fiel das Spiel des Luzerner Sinfonieorchesters aus, das durch Elena Schwarz zurückhaltend, ein wenig steril dirigiert wurde. Erst in der darauf folgenden ersten Sinfonie von Beethoven wurde die Stabführung von Elena Schwarz freier und künstlerischer, das Orchester folgte leichtfüssig. Es war eine wahre Freude.

Grosse Musikerpersönlichkeiten
Am Samstag wühlte ein weiteres Beethoven-Konzert die Zuhörerseelen auf. Kein einziger Ton verfehlte das Innerste. Wie dieser Joshua Weilerstein das Orchestre de Chambre de Lausanne dirigierte! Was für eine Dirigentenpersönlichkeit! Er tanzte, schwelgte – fibrierte und schwang mit. Die zweite Beethoven-Symphonie war Genuss pur, musikalisch perfekt und spannend bis zum Schluss.

Auch die Begleitung im 5. Klavierkonzert war einfach ganz toll. So vom Orchester getragen, muss sich ein Pianist einfach wohl fühlen. Bertrand Chamayou spielte das Konzert denn auch grandios, mächtig, wunderbar interpretiert. Den Zuhörern/innen fiel es leicht, sich richtig darin zu versenken und alles rundherum zu vergessen, und sie wurden so selbst Teil der Musik. Die Zugabe, das Adagio aus Haydns letzter Sonate, war so zart und filigran. Chamayou spielte einfach erschütternd schön und sehr musikalisch. Der Abend tat so gut.

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