«Homeschooling kann für die Motivation und Selbständigkeit sehr förderlich sein»

Di, 31. Mär. 2020
«Me het viel meh Familiezit, isch deheim mit de Eltere als Lehrer. Me cha Zit sälber nutze für kreativi Sache z mache wie e Schitour oder – wes warm gnueg isch – d Ufgabe dusse ar früsche Luft z erledige. Was ich o super gfunde ha, mal es feins u grosses Menu für die eigeti Familie z choche, und das ono grad als Ufgabe z erledige! Äs git natürlich och Nachteile, wie dass me d Kollege und och d Grosseltere und Götti/Gotti eigentlich nümme gseht. I finde die Situation ä cooli Abwächslig, aber freue mi, we d Schuel wider afaht.» NILS ANNEN

Seit zwei Wochen sind die Schulen in der ganzen Schweiz geschlossen. Der Fernunterricht pendelt sich sowohl für Schüler/innen als auch für die Lehrkräfte langsam ein. Gemäss neuesten Informationen des Bundes werden die verschärften Massnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie noch länger andauern. Die Klasse 8b des Oberstufenzentrums Ebnit gibt kleine Einblicke in den Homeschooling-Alltag.

ANJA MOOSMANN
Im Grossen und Ganzen läuft der Fernunterricht recht reibungslos. Dank der schon bestehenden Infrastruktur (persönlicher Laptop für jede/n Schüler/in, Austauschplattform, mit der schon davor gearbeitet wurde) musste in dieser Hinsicht wenig organisiert und auf die Beine gestellt werden. Das Aufbereiten der Themen für den selbständigen Heimunterricht ist für mich allerdings ziemlich zeitaufwendig.

Ich formuliere Aufträge, die ich dann per E-Mail verschicke. Dabei muss ich darauf achten, dass alles von vorn herein möglichst klar ist, da die Möglichkeiten für spontane Erklärungen beschränkt sind. Daneben lade ich Informations-, Arbeits- und Theorieblätter auf unsere Austauschplattform hoch, welche die Schüler anschliessend bearbeiten. Einige der bearbeiteten Aufträge laden die Schüler ihrerseits als Scan oder Foto wieder auf die Plattform hoch. Fragen beantworte ich per E-Mail oder auch per Telefon, was eine zwar ungewohnte, doch recht effiziente, weil individuelle Beratungsform darstellt.

Das Schwierigste bei dieser Arbeitsform – sowohl für die Schüler als auch für den Lehrer – ist der fehlende persönliche Kontakt. Die Schüler können sich schlechter untereinander austauschen, der Lehrer kann weniger gut auf jeden Einzelnen eingehen und hat auch weniger Einblick in die jeweilige Arbeitsweise.

Dafür bietet der Fernunterricht aber auch einige Chancen … Die Schüler müssen und dürfen sich selber organisieren, die Zeit nach ihren Vorstellungen und Vorlieben einteilen und sind nicht an den 45-Minuten-Takt gebunden. Das kann für die Motivation und die Selbständigkeit sehr förderlich sein. Man lernt andere Arbeitsformen kennen, muss sich auch ohne Lehrer und Mitschüler zu helfen wissen und kann unter Umständen auch an längerfristigen Projekten arbeiten.
RETO FAHRNI, KLASSENLEHRER 8B OSZ EBNIT

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