Keine tödlichen Unfälle im Saanenland

Mi, 15. Apr. 2020
Jährliche Winterrettungsübung der SAC-Rettungsstationen: das Üben der korrekten Schaufeltechnik. FOTO: ZVG ALPINE RETTUNG SCHWEIZ

Im vergangenen Jahr gerieten gemäss Bergnotfallstatistik des Schweizer Alpen-Clubs SAC 2909 Berggänger infolge eines Unfalles oder einer Notlage in Bergnot und beanspruchten die Bergrettung. Das sind rund 10 Prozent weniger als im Vorjahr. 2019 fanden 177 Menschen beim Bergsteigen landesweit den Tod, während es im Saanenland keine tödlichen Unfälle gab.

KEREM S. MAURER
Laut Ueli Grundisch, Rettungschef der SAC Rettungsstation Gstaad, war das Jahr 2019 ein «eher ruhiges Jahr». In seiner Funktion als RSH (Rettungsspezialist Helikopter) musste er nur zu vier Einsätzen ausrücken, die allesamt verhältnismässig glimpflich ausgegangen seien. «Es gab 2019 keine tödlichen Unfälle im Saanenland im Zusammenhang mit der Bergrettung zu beklagen», teilt Ueli Grundisch auf Anfrage mit. Auch dieses Jahr sei bis dato glimpflich angelaufen.

Tiefere Notfallzahlen und weniger tödliche Unfälle
Beim Bergsteigen im engeren Sinn – also bei jenen Bergsportaktivitäten, zu deren Ausübung kein Transportgerät verwendet wird – waren, ausser beim Klettern, weniger Notfälle zu verzeichnen, wie der SAC in einer Medienmitteilung zur Bergnotfallstatistik 2019 bekannt gibt. Laut dieser kamen bei 111 Unfällen 120 Personen ums Leben, was einer Abnahme von rund 11 Prozent verglichen mit dem Vorjahr entspricht. Unterschiedliche Entwicklungen zeigten sich bei den weiteren Bergsportaktivitäten. So gab es mehr Ereignisse bei den Freeridern (Variantenfahrern), während der Jagd, beim Basejumpen, Canyoning und Schneeschuhlaufen. Weniger Ereignisse dagegen beim Gleitschirmfliegen, auf Klettersteigen und beim Mountainbiken. Die Zahl der Todesfälle ist mit insgesamt 177 rund 11 Prozent tiefer als im Vorjahr mit 207. Die meisten Todesfälle, nämlich 85 (Vorjahr 98), waren die Folge von Abstürzen (siehe Kasten).

Ähnliche Wetterbedingungen und Verhältnisse
Das Jahr 2019 war geprägt von einem schneereichen Winter und Hitzeperioden im Sommer. Dazu gab es schöne Herbsttage und zum Jahresende erneut grosse Schneemengen. Damit waren die Witterungsverhältnisse ähnlich wie im Jahr davor, dennoch gab es laut dem SAC bemerkenswerte Nuancen: Die Hitzeperioden im Unterland hätten weniger lang gedauert und die Trockenperioden seien weniger ausgeprägt gewesen. Der SAC folgert daraus, dass die Tourenaktivitäten deshalb etwas tiefer ausfielen. Und entsprechend waren weniger Todesfälle bei den klassischen Bergsportarten zu verzeichnen.


TÖDLICHE UNFÄLLE 2019 IN ZAHLEN

Tödliche Unfälle beim klassischen Bergsport (Zahlen des Vorjahres in Klammern):
Skitouren 27 (34); Hochtouren 18 (21); Klettern 4 (6); Bergwandern 54 (57); anderes 17 (17). Die häufigsten Unfallursachen war ein Sturz oder ein Absturz bei insgesamt 85 Personen, gefolgt von Lawinen mit 21, Steinschlag mit 5 und Gletscherspaltenstürzen mit 4 Opfern.

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