Gemeindeeigene GmbH für den «Bären»

Di, 09. Jun. 2020
Ab Dezember 2020 soll das Hotel-Restaurant Bären mit einer gemeindeeigenen GmbH weitergeführt werden. FOTO: ARCHIV AVS

Die Stimmberechtigten der Gemeinde Gsteig entschieden sich mit grosser Mehrheit für eine gemeindeeigene GmbH, die den «Bären» in Zukunft führen soll. Ebenso wurde der Verpflichtungskredit für den Trottoirneubau in Feutersoey angenommen und die Änderungen im Friedhof- und Bestattungsreglement gutheissen.

Im Vorfeld der Urnenabstimmung unterbreitete der Gemeinderat dem Stimmvolk vier mögliche Varianten, wie es mit dem Hotel-Restaurant Bären weiter gehen könnte, wenn die aktuellen Pächter ihr Engagement per Ende November 2020 beenden (wir haben darüber berichtet). Da die Gemeinde schon seit Jahrzehnten Besitzerin des denkmalgeschützten Betriebes ist, beantragte sie dem Stimmvolk, diesen ab Dezember 2020 selber weiterzuführen. Damit verbunden ist die Gründung einer GmbH sowie die Bewilligung eines Verpflichtungskredits von total 170’000 Franken zur Deckung der in den ersten fünf Jahren voraussichtlich anfallenden Betriebsdefizite der GmbH.

Bei einer Stimmbeteiligung von 47 Prozent, was den 312 eingegangenen Stimmzetteln entsprach, ergab das Abstimmungsergebnis eine Zweidrittelmehrheit. Bei zwölf Enthaltungen wurde der Antrag des Gemeinderates mit 208 gegen 90 Stimmen angenommen (zwei ungültige). Auf dem Stimmzettel konnte man sich auch äussern, welche Variante der Gemeinderat hätte weiterverfolgen sollen, falls sein Antrag abgelehnt worden wäre. Als zweite Variante hätten 198 Stimmberechtigte der Suche nach einem neuen Pächter den Vorzug gegeben und schliesslich favorisierten 68 den Verkauf der Liegenschaft.

Unerwartet gutes Ergebnis
Unerwarteterweise durfte die Gemeinde ein sehr gutes Jahresergebnis präsentieren. Einerseits ist dieses Resultat den sehr hohen Mehrerträgen bei den Steuern zu verdanken, andererseits trug auch die gute Ausgabendisziplin dazu bei. Der Gesamthaushalt schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 51’687 Franken ab. Budgetiert war ein Aufwandüberschuss von 558’655 Franken. Die Besserstellung gegenüber dem Budget 2019 beträgt 610’343 Franken. Der Allgemeine Haushalt schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 66’834 Franken ab. Budgetiert war ein Aufwandüberschuss von 483’412 Franken. Bei drei Gegenstimmen und 17 Enthaltungen wurde die Jahresrechnung 2019 mit 292 Stimmen genehmigt.

290’000 Franken für ein neues Trottoir
Die Bewohner der Bauzone Saalematte Feutersoey ersuchten den Gemeinderat, eine Fussgänger-Erschliessung ihres Wohngebietes mit der Fortsetzung des bestehenden Trottoirs ab Gebiet Erle zu prüfen. Das von einem Ingenieur ausgearbeitete Projekt sieht ab bestehendem Trottoir in der Erle bis zur Posthaltestelle Holzere ein 490 Meter langes und anderthalb Meter breites Trottoir mit einem Grünstreifen zur Kantonsstrasse vor. Ohne Landerwerb sind die Kosten mit rund 275’000 Franken veranschlagt. In der Detailplanung ist mit den Grundeigentümern noch die definitive Ausführung des Trottoirs mit Grünstreifen oder mit Randstein zu vereinbaren. Der beantragte Bruttoverpflichtungskredit von 290’000 Franken wurde bei neun Enthaltungen mit 279 gegen 22 Stimmen deutlich angenommen (zwei ungültige).

Friedhof- und Bestattungsreglement wird angepasst
Vor 20 Jahren trat das aktuell gültige Friedhof- und Bestattungsreglement mit Gebührentarif in Kraft. Da sich seither gewisse Gewohnheiten und Verhaltensweisen geändert haben, war es an der Zeit, dieses Reglement zu überarbeiten. Weiter fiel auch die kantonale Grundlage weg, wodurch sich Anpassungen und Präzisierungen auf Gemeindestufe aufdrängten.

Die Friedhofkommission hat sich mit den Paragrafen auseinandergesetzt. Das Ergebnis aus den Überlegungen und die Anpassungen hat der Gemeinderat an seiner Sitzung vom 14. April 2020 beschlossen. Die einzelnen Änderungen waren der Abstimmungsbotschaft zu entnehmen. 269 Stimmberechtigte haben die vorgelegte Teilrevision angenommen. 20 waren dagegen und 23 enthielten sich der Stimme.

PD/KEREM S. MAURER

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