26. Schönrieder Alphorntage fanden statt!

Di, 21. Jul. 2020
Am Sonntaagvormittag gaben die Kursteilnehmenden ein Konzert auf der Promenade in Gstaad. FOTO: ZVG

Neun Personen nahmen in diesem Jahr an den traditionellen Alphorntagen teil. Ob die Ausbildungswoche aufgrund der Corona-Pandemie stattfinden kann, war lange unklar.

So manches findet in diesem «Corona-Sommer» unter besonderen Bedingungen – oder gar nicht – statt. Auch für unseren Kursleiter sowie Inhaber des Alphornateliers und der Swiss Alphorn School in Schönried, Fritz Frautschi, war lange Zeit nicht klar, ob er auch dieses Jahr wieder die seit einem Vierteljahrhundert stattfindenden, bis über die Landesgrenze hinaus beliebten Alphorntage würde durchführen können. Umso erfreulicher war es, dass sich nach den Lockerungen, welche sich auch auf den Musikschulunterricht positiv auswirkten, kurzfristig doch noch neun Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer für die 26. Schönrieder Alphorntage vom 8. bis zum 12. Juli 2020 angemeldet hatten.

Nach dem Kennenlern-Apéro am Mittwochvormittag – wiederum gespendet von der Dorforganisation Schönried – galts Ernst: Während vier Tagen feilten wir an nicht weniger als zehn Alphornstücken, meistens alle zusammen, aber auch als Trio, Quartett oder Quintett. Die wichtigste Devise unseres Lehrers: vorher immer konzentriert einspielen und dabei locker bleiben! Zwischendurch gabs Theorieblöcke zu Metrum, Rhythmus oder Atemtechnik. Die uns vermittelten Theoriebausteine wurden natürlich beim Üben laufend in die Praxis umgesetzt. Die Atemtechnik ist für uns deshalb besonders wichtig, weil sowohl beim Alphorn als auch bei den Blechblasinstrumenten – im Gegensatz zu allen andern – die Schwingungen, die es zur Tonbildung braucht, anatomisch erzeugt werden müssen. Später durften wir noch einen Blick in die Werkstatt werfen, in der Fritz Frautschi mittels einer hoch präzisen CNC-Drehmaschine Mundstücke aus Maulbeerbaum sowie aus den Edelhölzern Olive und Rose herstellt.

Das Wetter spielte während der ganzen Zeit hervorragend mit, nur in der Nacht von Freitag auf Samstag zog eine kleine Kaltfront mit Regen im Gepäck über das Saanenland hinweg. So wurde auch der Ausflug auf die Wispile, wohin wir am Donnerstag unser Outdoor-Kurslokal verlegten, nicht nur wettermässig zum vollen Erfolg. Natürlich mussten wir nach der Bergfahrt die Gesichtsmaske im Rucksack versorgen, sonst wäre es mit dem Alphornspielen etwas schwierig geworden … Das vorüberziehende Wandervolk mag sich vielleicht darüber gewundert haben, dass unser Dirigent mitten in «Carolines Kutschenfahrt» das Stück abrupt abbrach und die Pferde nicht einfach weitertraben liess. Es war ja nicht so offensichtlich, dass wir bloss am Üben waren und das richtige Konzert erst noch bevorstand.

Auch wenn sich bis am Schluss da und dort kleinere Unzulänglichkeiten nicht ganz ausmerzen liessen, durften wir feststellen, dass sich das Publikum über unsere Vorträge am Samstagabend in Schönried und am Sonntagvormittag auf der Gstaader Promenade gefreut hat. Und was wir auch noch festgestellt haben: je geringer die Nervosität, desto schöner der Klang! Wir Alphornbläserinnen und Alphornbläser blicken rundum zufrieden auf lehrreiche und in jeder Beziehung harmonische Kurstage zurück.

SILVIA ZÜRCHER, SCHÖNRIED/SCHÖFFLISDORF

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