Seilbahnmuseum Kandersteg schenkt dem Funi viel Aufmerksamkeit

Fr, 10. Jul. 2020
Haben sich vom Funi in seinen Bann ziehen lassen: Vereinspräsident Roger Rieker (links) und Gönner und Vereinsmitglied Dr. Robert Ganz. FOTO: ZVG

Die Eröffnung des ersten und einzigen Seilbahnmuseums der Schweiz in Kandersteg wäre für den Juni geplant gewesen. Die aktuelle Lage verhinderte den Anlass zwar für dieses Jahr, aber die Initianten liessen sich mit der Installation verschiedenster Raritäten der Schweizer Seilbahntechnik davon nicht abhalten. Auch der Funi vom Hornberg ob Saanenmöser wird in den Ausstellungsräumen sowohl im Original als auch in verschiedenen Abbildungen zu sehen sein.

JENNY STERCHI
Der Funi, der vor langer Zeit die ersten Skitouristen des Saanenlandes zum Hornberg hinaufbrachte, gehört unbedingt zur Geschichte der Schweizer Seilbahnen. Ein Funi erzählt bereits im Verkehrshaus Luzern seine Geschichte. Nun sichert sich auch das zweite Exemplar des legendären Transportmittels einen Platz im ersten und augenblicklich einzigen Seilbahnmuseum der Schweiz. Um dieses Projekt zu realisieren, wurde eigens der Verein Seilbahnmuseum Schweiz gegründet.

Funi exakt vermessen
Roger Rieker, Vereinspräsident und Enthusiast der Seilbahntechnologie vergangener Tage, war schon des Öfteren auf dem Hornberg, um den Funi näher zu betrachten. Das Exemplar ist dort gegenwärtig Zeitzeuge und Spielplatz gleichermassen. Ins Saanenland begleitet wurde Rieker von Dr. Robert Ganz, ebenfalls sehr interessierter Seilbahnfan, Vereinsmitglied und nicht zuletzt grosszügiger Gönner beim Projekt Seilbahnmuseum in Kandersteg. Beide richteten bei ihrem Besuch Ende Juni ihre Aufmerksamkeit erneut auf die Schlittenseilbahn mit dem Ziel, ein Funi-Modell zu erstellen. Denn mit ihren 3500 Kilogramm ist die Schlittenseilbahn nicht mal eben ins Tal gebracht. Nötig wurde das Vermessen vor Ort, da keine Baupläne dieser Transportanlage mehr existieren. Eine Spezialfirma ist mit der Vermessung des Gefährts beauftragt. Dann nämlich soll der Funi für die abschliessende Vermessung noch angehoben werden. Diese Daten sind die Grundlage für ein Funi-Modell im Massstab 1:10, das Modellbauer Peter Wittwer erstellen wird. Doch auch bei Präsident Roger Rieker ist der Tüftelgeist geweckt. Sein Ziel ist es, ein fahrbares Modell des ersten Holzfunis im Museum präsentieren zu können.

Das Werk der Seilbahnenthusiasten
In Kandersteg installiert der Verein Seilbahnmuseum Schweiz dieses einmalige Sammelsurium verschiedenster Seilbahnen und Transportanlagen, die in der Vergangenheit Menschen vom Tal auf den Berg hinauf- und wieder herunterbefördert haben. Die Vielfalt der ausgestellten Modelle ist beeindruckend und spiegelt den Pioniergeist und den Innovationswillen der Seilbahnbauer wider. Die Gemeinde Kandersteg ist Eignerin der Räumlichkeiten. Mit dem Mehrwert im Kopf, den diese Einrichtung zukünftig in Kandersteg bieten wird, setzte die Gemeinde einen überaus fairen Mietzins für das Museum fest. Die Eröffnung des Museums, die für den vergangenen Juni geplant war, musste aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden. Dem Betrachter werden sich unglaubliche Konstruktionen präsentieren, wenn das Museum laut Verein im nächsten Jahr seine Pforten öffnen wird.

Als Lebensnerv des Schweizer Bergtourismus gehören die Seilbahnen und Bergbahnanlagen der Vergangenheit zum Schweizer Kulturgut. Unter den zahlreichen Exponaten im Seilbahnmuseum in Kandersteg finden sich neben dem Funi auch diverse Schaustücke aus dem Saanenland.

Handeln im Sinn der Sache
Viele Helfer und hiesige Unternehmen stellen sich in den Dienst der Ausstellungsvielfalt und unterstützen den Transport der Exponate aus dem Saanenland bis nach Kandersteg. Ruth Annen, deren Grossvater Arnold Annen den Funi entwickelt hat, ist begeistert von der Motivation und Energie, mit der sich die Vereinsmitglieder als auch Einheimische engagieren: «Es erfordert schon gehörig viel Idealismus, einen solchen Aufwand zu betreiben, um dem interessierten Besucher einen so breiten Überblick über die Schweizer Bergbahnen zu bieten.» Viele Ausstellungsstücke haben ihren Platz im Museum bereits gefunden.

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