Touristen halten dem Saanenland den Spiegel hin

Fr, 14. Aug. 2020

Haben Sie sich auch schon gefragt, wie unsere Region eigentlich auf Feriengäste wirkt – und was diese hier überhaupt so unternehmen? Dazu eine kleine Umfrage von sechs Grüppchen, die vergangene Woche hier als Touristen anzutreffen waren.

TEXT UND FOTOS: NADINE HAGER


Dominique Deflorin und Selina Giger aus Zürich

Das junge Paar verbringt in Saanen zwei Nächte und hat die kurzen gemeinsamen Ferien bereits enthusiastisch verplant : Soeben vom Peak Walk auf dem Glacier 3000 und einem Abstecher zum Arnensee zurückgekehrt, lassen die jungen Erwachsenen den Abend noch auf der Promenade ausklingen. «Wir sind zum ersten Mal hier und bis jetzt hat es uns sehr gefallen.» Besonders die Umgebung mit den traditionellen Holzchalets habe unglaublichen Charme – ein triftiger Grund, um wiederzukommen, finden beide. Und auch der folgende Tag hält noch etwas Besonderes für sie bereit: Ein Alpenrundflug wartet.


Sandra und Pedro Reiser mit Emilia und Coralie aus Genf sowie Sandra Reiser-Schmid mit Melina aus Zürich

Die beiden Familien der Geschwister Pedro und Sandra Reiser haben im Saanenland seit vierzig Jahren eine Ferienwohnung. Diese suchen sie nicht nur im Urlaub, sondern auch an Wochenenden auf. Sie finden die Region attraktiv: Die Kinder lieben das Schwimmbad, die Eltern die guten Restaurants und die pittoreske Landschaft.Ausserdem sei alles gut organisiert und sauber. Die Vielfalt an möglichen Aktivitäten ist für die beiden Familien aber der grösste Bonus: «Wir wandern oft, fahren Ski im Winter, gehen picknicken oder unternehmen Velotouren.»


Freddy und Ruth Walther aus Uri

Obwohl dieses Ehepaar ursprünglich aus dem nahen Wallis stammt, ist es zum ersten Mal in dieser Region zu Gast – und bereits jetzt absolut angetan von deren «Lieblichkeit», wie sie es formulieren. Insgesamt drei Nächte verbringen die beiden in Schönried und nutzen dabei ihre Zeit hauptsächlich für Wanderungen: Das erste sportliche Programm führte sie zu Fuss durch das Gebiet Rinderberg und Zweisimmen.Am folgenden Tag steht dann die bekannte Wanderung von der Wispile zum Lauenensee an. Ob sie wiederkommen würden? «Ja selbstverständlich!»


Sonja Volenik und Werner Born aus dem Aargau so wie Monika Behrens aus Basel

Die Ehepartner Werner Born und Sonja Volenik weilten schon unzählige Male in Gstaad und Umgebung, besonders um sich Tennismatches anzusehen. Heute sind die beiden mit ihrer gemeinsamen Kollegin Monika Behrens zurückgekehrt, um im Rahmen eines Tagesausfluges für das «schöne Dörfli» Gstaad zu begeistern; dafür haben sie das richtige Sommerwetter ab gewartet. Dabei ist das Dreiergrüppchen auch sie hauptsächlich die Promenade hinauf - und hinunterspaziert – und ruht sich nun in der «Crêperie de Gstaad» aus. Besonders verzaubert sind die drei von der schönen Landschaft und der Authentizität des Ortes. Sie fänden es hier richtig «heimelig», deshalb kämen sie jederzeit gerne wieder.


Steffi und Lily Hidber aus Zürich

Von den beiden Zürcherinnen ist nur die Tochter als Touristin hier, die Mutter Steffi Hidber hingegen geschäftlich. Sie arbeitet sowohl als Beautybloggerin als auch als Journalistin für das Magazin und den Blog der Swiss Deluxe Hotels. Deshalb wird sie von Luxushotels der ganzen Schweiz eingeladen, aus sie zu berichten. Dies trifft sich gut für Lily um über Hidber. Sie kann ihre Mutter ausnahmsweise begleiten, während diese für drei Tage in einem Hotel in Gstaad wohnt und von dessen Angeboten Eindrücke sammelt. «Zuerst hatten wir ein dreistündiges Spa-Treatment mit gehobenem Nachtessen. Am nächsten Tag wurde uns eine Yogastunde auf der Wispile mit eigenem Tutor organisiert und anschliessendem Gourmetpicknick auf dem Berg.» Geplant sei ausserdem ein weiterer Spa-Aufenthalt und am folgenden Tag ein Ausflug zu den Burgfällen. Das Hotel versorgt Steffi Hidber mit viel Schreibstoff, so viel steht fest. Obwohl das ganze «Ferien»-Programm für die Bloggerin und ihre Tochter durchorganisiert wurde, würde Lily Hidber auch in selbst gewählten Ferien wiederkommen: «Ich liebe es, dass rundherum Berge sind. Die Aussicht von dort oben ist wunderschön und die Häuser sind richtig ‹herzig›!»


Mutter und Tochter

Gleich fünf Wochen verbringt diese Englisch sprechende Familie, welche lieber anonym bleiben will, hier im Saanenland. Sie kennt die Gegend wie ihre
Westentasche: Schon die Urgrosseltern der jungen Frau hatten in Saanen einen Zweitwohnsitz,und ihre Grosseltern wohnen in Lauenen. Daher rührt es, dass die Familie bereits seit vierzig Jahren in den Ferien ins Saanenland kommt. Und dies gleich zweimal im Jahr: im Winter zum Skifahren, im Sommer zum Wandern. Dieses Porträt von Mutter und Tochter ist jedoch nicht nach dem Wandern entstanden, sondern nach einem Gleitschirmflug – ihrem ersten überhaupt. Weshalb ihre Faszination für diese Region so gross sei? «It’s beautiful and everything works. The nature, the landscape, everything is perfect. Like a postcard.»

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Kommentare

Das Saanenland ist eine der landschaftlich schönsten und abwechslungsreichsten Regionen der Schweiz und hat zudem den Vorteil, dass es aus allen Ecken der Schweiz gut und schnell erreichbar ist. Die Gastronomie, eine mit den härtesten Auflagen von Covid19 konfrontierten Sektoren, weist momentan einen erfreulich hohen Auslastungsgrad auf. Dabei handelt es sich aktuell vor allem um Schweizer Gäste, sowohl aus der Deutschschweiz als auch aus den französisch sprechenden Kantonen. Es gilt nun trotz der erfreulich Auslastung die Qualität nicht zu vernachlässigen, denn dies ist der Punkt, worauf vor allem CH-Gäste grossen Wert legen und der zudem ausschlaggebend sein wird, ob neue Gäste zu Wiederholungstätern werden und damit das Fehlen ausländischer Kunden wettmachen könnten, denn, Schweizer Kunden sind nicht grundsätzlich knausrig, sie legen jedoch Wert darauf, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. In diesem Sinne wünsche ich allen Dienstleistungsbetrieben im Saanenland viel Erfolg.

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