Gästedaten ab 1. Oktober elektronisch erfassen

Di, 22. Sep. 2020
So sieht der QR-Code aus, der vom Gastgeber eingelesen wird. ILLUSTRATION: ZVG

Seit Mitte August müssen in allen Restaurants und Hotels die Kontaktdaten der Gäste erfasst werden. Der GST bietet zusammen mit dem Hotelierverein eine elektronische Gesamtlösung an.

BLANCA BURRI
Alle Hotel- und Gastronomiegäste sind verpflichtet, ihre Daten zu hinterlegen. Meist handschriftlich geben sie Namen, Vornamen, Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse und Geburtsdatum an. Diese Angaben überträgt der Gastronom auf eine Excelliste. Im Fall einer Covid-Erkrankung einer seiner Gäste muss er diese Angaben innerhalb von wenigen Stunden den Behörden übermitteln. Eine Gesamtlösung vereinfacht diesen Prozess in der Destination Gstaad und garantiert den vollen Datenschutz.

Von Betreiber für Betreiber
«Es gibt viele digitale und analoge Lösungen», sagt Christof Huber, Präsident des Hoteliervereins Gstaad-Saaanenland. Das Angebot der Berner Bar- und Clubkommission Covtr.app hat den Hotelierverein schliesslich überzeugt: «Wir haben uns für Covtr.app entschieden, weil es die Datenschutzanforderungen zu 100 Prozent erfüllt.» Der Gastronomiebetrieb hat keinen Zugang zu den Gästedaten. Somit ist ein Missbrauch für Marketingaktivitäten ausgeschlossen. Als weiteres Argument führt Huber auf, dass diese Gesamtlösung von Betreibern für Betreiber erarbeitet wurde und von GastroBern empfohlen wird.

Einfache Lösung für Gäste …
«Das System ist extrem einfach anzuwenden», sagt Hotelier Huber. Die Registrierung erfolgt elektronisch und ist onlinebasiert. Voraussetzung ist der Besitz eines Mobiltelefons. Der Betrieb kann die Registrierung ebenfalls für den Gast vornehmen. Weiterhin ist auch die handschriftliche Erfassung möglich.

Für die Gäste ist die Registrierung gratis und einmalig. Danach können sie in jedem Betrieb einchecken, der Covtr. app verwendet. Das geschieht mittels Token oder QR-Code. Sowohl das Self-Check-in wie auch das Check-in durch den Gastgeber ist möglich. Der Gastgeber kann überprüfen, ob sich jeder Tisch eingecheckt hat.

… und Betriebe
Für die Betriebe ist die Aufschaltgebühr, die Landing Page mit Corporate Idendity von Gstaad Saanenland Tourismus (GST) sowie die Registrierungsgebühr der Gäste gratis. Ebenfalls kostenlos sind die ersten 1000 Check-ins. Ab dem 1001. Check-in wird Fr. 0.10 pro Registrierung verrechnet. Bisher mussten die Gastgeber auch die Telefonnummern auf ihre Richtigkeit überprüfen. Das übernimmt neu die Software. Dadurch fällt der administrative Aufwand auf ein Minimum. Covtr.app ist ein Schweizer Anbieter, der nicht profitorientiert arbeitet. Ein weiterer Vorteil ist, dass es keine Abo-Verpflichtung gibt: Sobald die Lösung nicht mehr gebraucht wird, fallen keine weiteren Kosten mehr an.

Lokale Unterstützung
«Uns ist eine Gesamtlösung und somit der Komfort für den Gast ein grosses Anliegen», betont der Hoteliervereinspräsident. Aus diesem Grund unterstützte der Hotelierverein gemeinsam mit der Gemeinde Saanen sowie GST das Projekt. Damit fallen die Kosten für die Gastronomen und Hoteliers auf ein Minimum. «Dieser Support läuft unter Corona-Hilfe», erklärt Huber.

Ziel ist hohe Teilnahme
Eine Umfrage bei den Hoteliers und erste mündliche Reaktionen haben gezeigt, dass das Interesse sehr hoch ist. «Die BDG hat zugesagt, Covtr.app für ihre Berghäuser zu verwenden», hält Huber fest. Ziel wäre es, dass 80 Prozent der etwa 80 Betriebe in der Destination (Saanen, Lauenen, Gsteig und Zweisimmen) die Gesamtlösung von Covtr.app einsetzen.

Start ist der 1. Oktober 2020. Das Projekt dauert vorerst bis Ende Sommersaison 2021. Danach wird je nach Covid-19-Situation entschieden, wie es weiter geht.


FUNKTIONSWEISE COVTR.APP
1. Der Gast registriert sich einmalig auf covtr.app mit seinen persönlichen Daten. Die Telefonnummer wird per SMS verifiziert.
2. Der Gast wird eingecheckt, entweder vom Personal des Betriebs oder über einen QR-Code im Selfservice.
3. Im Ansteckungsfall wird die Besucherliste den Behörden zur Verfügung gestellt.

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