Höhenflug nach holprigem Start

Fr, 25. Sep. 2020
Die Geltenhütte war sowohl von Tagesbesuchern als auch Übernachtungsgästen gut ausgelastet in dieser Saison. FOTO: ZVG

Erst seit dem Winter 2019/20 sind Susanne Brand und Helen Weber Hüttenwartinnen in der Geltenhütte – die Corona-Pandemie war für die beiden ein schwieriger Einstieg. Seit diese Startschwierigkeit überwunden ist, läuft es jedoch so rund, wie man es sich nur wünschen kann.

NADINE HAGER
Drei Wochen lang hatte die Geltenhütte im Februar geöffnet – dann musste sie auch schon wieder dichtmachen aus coronabedingten Gründen. Umso erfreuter sind jetzt die beiden neuen Hüttenwartinnen Susanne Brand und Helen Weber, dass die Sommersaison alle Erwartungen übertrifft: «Wir haben Freude, dass wir so erfolgreich sind nach diesem harten Schlag der Schliessung», erklärt Helen Weber.

«Es isch ganz fägig»
Bereits das Jahr 2019 war unter der Leitung von Marianne und Ueli Stalder ein Rekordjahr gewesen mit 3973 Übernachtungen – und jetzt hätten sie die Dreitausendermarke bereits wieder locker geknackt, so Helen Weber. Viele Schweizer aller Generationen seien gekommen. Besonders freuen sich die beiden Hüttenwartinnen darüber, dass viele Gäste darunter waren, welche zum ersten Mal in einer Berghütte nächtigten.

Doch nicht nur die Übernachtungen boomen zurzeit in der Geltenhütte – auch mehr Tagesbesucher kommen vorbei. Viele Wanderer würden einen Abstecher machen, um etwas zu essen und gingen dann weiter. «So waren wir sowohl vonseiten der Tagesbesucher als auch der Übernachtenden immer gut ausgelastet in dieser Saison», erläutert Helen Weber.

Trotz dieser Auslastung wären die Vorsichtsmassnahmen wegen der Corona-Pandemie aber nie vernachlässigt worden: Es wird beispielsweise genau auf den Abstand geachtet beim Schlafen und Essen.

Nicht die Einzigen
Auch andere SAC-Hütten bilanzieren gut trotz oder vielleicht sogar wegen der Corona-Pandemie. «Von einzelnen Hütten wissen wir bereits vor Abschluss der Saison, dass sie gar nicht schlecht, gut oder teilweise sogar sehr gut bilanzieren», erläutert Sibyle Heissenbüttel, Fachmitarbeiterin Kommunikation beim SAC, auf Anfrage. Dies sei hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass Besucher neu nicht mehr nur an den Wochenenden kommen, sondern die Hütten auch unter der Woche auslasten. Für eine definitive und allumfassende Bilanz mit Zahlen sei es aber noch zu früh, da die Saison noch nicht ganz beendet ist.

Schöne Arbeit trotz Herausforderungen Deshalb bedeutet das gute Bilanzieren aber noch lange kein Zuckerschlecken für die SAC-Hütten. Die beiden Hüttenwartinnen der Geltenhütte stellen sich seit dem letzten Winter nämlich zahlreichen Herausforderungen. Eine solche ist beispielsweise, die Tagestouristen mit den Übernachtenden unter einen Hut zu bringen: den Tag über ein Restaurant und in der Nacht eine Hütte zu sein. Es allen recht zu machen, sei manchmal nicht ganz einfach, meint Helen Weber. Aber es sei eine spannende Aufgabe. Der Restaurantbetrieb sei nämlich der massgebliche Unterschied zu der Gaulihütte, in der die beiden Hüttenwartinnen zuvor gearbeitet haben. «Hier haben wir andere Gäste als dort: Da die Gaulihütte hochalpin ist, gibt es dort fast keine Tagestouristen, sie ist so weit weg», erklärt Helen Weber.

Herausforderungen hin oder her: Susanne Brands und Helen Webers Zusammenarbeit steht auf einem starken Fundament der gemeinsamen Erfahrung. So manche Schwierigkeit meistern die beiden gemeinsam – besonders vor dem Hintergrund eines starken Teams, welches das «Projekt Geltenhütte» motiviert vorantreibt. Umso mehr Freude empfinden die zwei Hüttenwartinnen für ihre Arbeit: «Es ist wirklich lässig – und diese Saison war bisher einfach schön.»

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