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Lauenen hat wieder zwei Frauen im Gemeinderat

Di, 24. Nov. 2020
Nach zwei Jahren reinem Männergremium sind die Frauen ab 2021 im neunköpfigen Gemeinderat wieder vertreten. Gewählt wurden (von links): Claudia Ryter, Andreas Reichenbach, Daniela Addor und Kurt von Siebenthal. FOTO: ANITA MOSER

Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von Lauenen haben Claudia Ryter, Daniela Addor, Andreas Reichenbach und Kurt von Siebenthal neu in den Gemeinderat gewählt. Weiter stimmten sie dem Budget 2021 zu, das mit einem Aufwandüberschuss von 115’100 Franken rechnet, und genehmigten zwei Verpflichtungskredite von Total 243’000 Franken.

ANITA MOSER
Während andere Gemeinden auf Gemeindeversammlungen verzichten und über die Traktanden an der Urne abstimmen lassen, hielt die Gemeinde Lauenen an der ordentlichen Versammlung fest. Grund dafür waren die Wahlen respektive das Wahlsystem. «Uns war wichtig, dass sich die Kandidatinnen und Kandidaten persönlich äussern können», erklärte Gemeindepräsident Jörg Trachsel zu Beginn der Versammlung am vergangenen Samstagnachmittag. Die Behörden haben alles daran gesetzt, damit die Vorgaben des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) strikt eingehalten wurden: Hände desinfizieren, Maske tragen, Abstand halten, Registrierung sowie Sitzordnung.

Wieder zwei Frauen im Rat
14 Personen, fünf Frauen und neun Männer, waren für die vier frei werdenden Sitze nominiert. Fünf der Nominierten baten, sie aus privaten und/ oder beruflichen Gründen nicht zu wählen. Die 98 anwesenden Stimmberechtigten – das entspricht einer Stimmbeteiligung von 17 Prozent – respektierten dies und wählten im ersten Wahlgang Claudia Ryter mit 74 und Daniela Addor-Addor mit 67 Stimmen. Im zweiten Wahlgang schafften es Andreas Reichenbach-Brand mit 55 und Kurt von Siebenthal-Reichenbach mit 51 Stimmen – die beiden lagen bereits im ersten Wahlgang auf Rang 3 und 4. Die erste Amtsperiode für die vier Neugewählten beginnt am 1. Januar 2021, die Ressortverteilung innerhalb des Gemeinderats erfolgt Anfang Jahr.

Er freue sich auf die Zusammenarbeit mit den neuen und den bisherigen Gemeinderatsmitgliedern, sagte Gemeindepräsident Jörg Trachsel. Der eine oder die andere sei vielleicht froh über die Nichtwahl, für die anderen biete sich ja bereits im kommenden Jahr eine Wahlchance, ergänzte er schmunzelnd. Ende 2021 werden er selber sowie Walter Reichenbach-Brand wegen Amtszeitbeschränkung ihr Amt niederlegen (müssen). Der Vorsitzende dankte den abtretenden Ratsmitgliedern Martin Annen, Philipp Brand, Ueli Reichenbach sowie Bruno Ryter für ihr Engagement zum Wohl der Gemeinde und überreichte ihnen den traditionellen Holzteller.

Budget mit Aufwandüberschuss
Ohne Gegenstimme genehmigte der Souverän das von Gemeindeverwalter Hansueli Perreten erläuterte Budget 2021, das mit einem Aufwandüberschuss von 115’100 Franken rechnet. Das Budget beruht auf gleichbleibender Steueranlage von 1,7 Einheiten und unveränderten Gebührenansätzen. Das Mäusefanggeld wird um 50 Rappen auf 1.50 Franken erhöht.

Die Mehrerträge durch die Allgemeine Neubewertung der nichtlandwirtschaftlichen Liegenschaften (AN20) bei den Vermögenssteuern werde sich gleich doppelt auswirken (Erträge 2020 und 2021), andererseits herrsche eine gewisse Unsicherheit wegen der Corona-Krise, so Perreten. Gesamthaft werde der ordentliche Steuerertrag mit 2,4 Millionen Franken trotzdem ziemlich optimistisch budgetiert. Deshalb werde einerseits mit zusätzlichen Abschreibungen von rund 44’200 Franken gerechnet und andererseits mit einem weiteren Anstieg beim Disparitätenabbau. Die bei Einführung von HRM2 berechnete Neubewertungsreserve von 1,2 Millionen Franken werde zudem in die Schwankungsreserve überführt, statt über die Erfolgsrechnung aufgelöst. Ausserdem beabsichtigt der Gemeinderat, über 100’000 Franken in den Werterhalt für die in die Jahre gekommenen Liegenschaften des Finanzvermögens einzulegen. In der Investitionsrechnung sind 1,3 Millionen Franken eingeplant – davon 804’000 Franken bei der Wasserversorgung für den Anschluss an das Grundwasserpumpwerk Enge und 523’000 Franken beim allgemeinen Haushalt vor allem für Strassensanierungen.

Sanierung Gehweg Chämelistrasse
Der Gehweg Chämelistrasse sei nicht mehr in einem zufriedenstellenden Zustand, erklärte Gemeinderat Bruno Ryter. Um den Aufwand für die Bewirtschaftung in Grenzen zu halten und auf Wunsch einiger Anstösser und Strassennutzer werde auf den ursprünglich vorgesehenen Grünstreifen zwischen der Strasse und dem Fussweg verzichtet. Der Fussweg wird ab Einmündung Staatsstrasse bis zur Milchsammelstelle asphaltiert und gegenüber der Chämelistrasse mit Stellplatten abgetrennt. Ohne Wortmeldung wurde der vom Gemeinderat beantragte Verpflichtungskredit über 68’000 Franken genehmigt.

Beitrag an Weggenossenschaft Hintersee
Ebenfalls diskussionslos genehmigte die Versammlung den Verpflichtungskredit über 175’000 Franken an die Weggenossenschaft Hintersee für die Sanierung Hinterseestrasse und Weerebrücke sowie an die Genossenschaftsneuorganisation. Die Brücke über den Weerebach werde aufgrund ungenügender Breite und Tragfähigkeit ersetzt und eine Teilstrecke von rund 250m Länge saniert und verbreitert, erklärte Gemeinderat Bruno Ryter. Die mit einer Fräsgutschicht abgedeckten Strecken werden auf einer Länge von 1320m saniert, zusätzlich gibt es zwei neue Ausweichstellen. Die Ausführung dieser Sanierungsmassnahmen habe die Weggenossenschaft dazu bewogen, eine Neuorganisation vorzunehmen und die Strasse zu vermessen resp. auszumarchen, erklärte Ryter. Die Weggenossenschaft rechnet mit Gesamtkosten von einer halben Million Franken. Bund und Kanton hätten in Aussicht gestellt, sich zur Hälfte daran zu beteiligen. An die verbleibenden Kosten von 250’000 Franken leistet die Gemeinde gemäss ihrem Strassen- und Wegreglement maximal 70 Prozent, was den genehmigten 175’000 Franken entspricht.

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