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Die Jugend an der Urne

Fr, 11. Dez. 2020
Stimmbeteiligungsraten der verschiedenen Altersgruppen nach Abstimmungsdatum.

Stimmt es, dass Jugendliche stimmfaul sind? Die nun zwei Wochen zurückliegenden nationalen Abstimmungen sind ein guter Anlass, diese Frage zu reflektieren – und die jungen Erwachsenen selbst zu fragen.

NADINE HAGER
Dass viel weniger Jugendliche an Abstimmungen teilnehmen als Seniorinnen und Senioren, ist unbestritten. Trotzdem dürften Jugendliche nicht als stimmfaul abgestempelt werden, stellten Clau Dermont und Isabelle Stadelmann-Steffen der Universität Bern in ihrer Studie «Die politische Partizipation der jungen Erwachsenen» klar: Junge liessen sich sehr wohl mobilisieren, jedoch im Vergleich zu den Älteren seltener. Sie würden nämlich von Vorlage zu Vorlage entscheiden, ob sie abstimmen oder nicht.

Jugendliche stimmen selektiver
Diese sogenannte selektive Stimmbeteiligung kommt laut der Studie dadurch zustande, dass junge Erwachsene nicht aus reiner Gewohnheit stimmen und zur Beurteilung der Abstimmungsvorlagen einen kleineren Erfahrungsschatz haben. Dies bewirke, dass nicht nur Zeit, Betroffenheit und Komplexität der Themen einen grösseren Einfluss auf das Abstimmungsverhalten der Jugendlichen haben, sondern allem voran ihr Interesse.

«Die Resultate zeigen, dass Junge vor allem bei Abstimmungen an die Urne gehen, welche die Policies Militär, Ausländer oder Arbeitsmarkt beinhalten», ist in der Forschungsarbeit «Stimmbeteiligung der jungen Wähler» von Benjamin Schlegel festgehalten. Das bedeutet: Jugendliche sind nicht stimmfaul, doch sie machen von ihrem politischen Recht zumeist nur in ausgewählten Fällen Gebrauch – zum Beispiel bei direkter Betroffenheit. Wie sehen das die jungen Erwachsenen selbst? Der «Anzeiger von Saanen» hat nachgefragt bei Marco Knubel, Michelle Reichenbach, Nicola Buchs und Dea Müller.

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