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New Year Music Festival diesmal zu Ostern

Do, 31. Dez. 2020
Letztes Jahr zum Jahreswechsel noch problemlos möglich: jungen vielversprechenden Künstlern auf den Bühnen des New Year Music Festivals eine Plattform zu geben. Hier die Pianistin Alexandra Dovgan. Nächster, hoffentlich wieder möglicher Termin: Ostern 2021. FOTO: ARCHIV AVS

Es wäre sogar eine besondere Geburtstagsedition gewesen, diese 15. Ausgabe des Gstaad New Year Music Festivals – doch auch sie fiel den Corona-Restriktionen zum Opfer. Die künstlerische Leiterin des Gstaad New Year Music Festivals, Caroline Murat, möchte die Musiker und das Publikum aber nicht bis zum nächsten Jahr warten lassen: Sie hofft, das Festival zu Ostern 2021 als Gstaad Spring Music Festival durchführen zu können.

SONJA WOLF
«Enttäuscht bin ich schon», gibt Artistic Director Caroline Murat gleich eingangs zu. Enttäuscht für die Musiker, die teils noch sehr jung sind und am Anfang ihrer Karriere stehen. «Sie haben sich so darauf gefreut, hart gearbeitet und können sich finanziell auch noch nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen. Auch das Publikum hatte sich auf einen festiven Jahreswechsel eingestellt.»

Umdisponiert in letzter Minute
Das Festival stand schon in den Startlöchern, alles war bereit, angepasst an eine kleinere, covidrestriktive Ausgabe: Dem Konzert in der Kirche in Rougemont etwa, die normalerweise 150 Personen fasst, sollten nur 50 Personen beiwohnen. In der kleineren Lauenenkirche hätte der talentierte 22-jährige Pianist Alexandre Kantorow vor fünf Personen gespielt. Für die insgesamt zwei Konzerte in der Lauenenkirche war überdies ein Streaming vorgesehen, um die Magie der Konzerte dann doch einem etwas grösseren Publikum zugänglich zu machen. An der kleineren Lauenenkirche als einem der Austragungsorte hing Caroline Murat trotz Covid-Platzvorgaben besonders: «Für Kammermusik findet man in der Lauenenkirche einfach die schönste Atmosphäre vor!» Am Eingang aller Veranstaltungsorte wäre zudem ganz coronakonform die Temperatur der Besucher gemessen worden, Masken und Desinfektionsmittelspender standen zur Verfügung, verschiedenen Besucherstrom-Leitungen waren vorgesehen.

Aber kurz vor dem offiziell ersten Konzert am 26. Dezember kam dann der vernichtende Bundesratsentscheid: Kulturelle Veranstaltungen sollten ab dem 22. Dezember verboten sein.

New Year zu Ostern
Was tun? Ein kurzfristig organisiertes Streaming für alle Konzerte wäre schlicht zu aufwendig und teuer geworden. Auch zieht Caroline Murat das Live-Erlebnis der virtuellen Version vor, für beide Seiten – die performenden Künstler und das erlebende Publikum. Und um ein Jahr verschieben schien in endloser Ferne. So stand sehr schnell der Ostertermin fest – selbstverständlich unter der Voraussetzung, dass die Covid-Zahlen dann wieder kleinere kulturelle Veranstaltungen zulassen.

«Die Künstler haben glücklicherweise alle für den neuen Termin zugesagt», freut sich die künstlerische Leiterin. Und das Publikum? Die bereits gekauften Tickets wurden zurückerstattet, denn zum neuen Termin Ende März/ Anfang April könnte sich laut Murat ein ganz anderes Publikum einfinden. Nicht alle internationalen Gäste etwa könnten es sich einrichten, zum Jahreswechsel und auch zu Ostern anzureisen. Aber das spielt für Caroline Murat auch keine Rolle. «Wichtig ist, dass wir alle zusammenkommen, Künstler und Musikbegeisterte.» Auch wenn das Publikum Ende März weniger zahlreich sein könnte: «Wir wollen unabhängig der dann geltenden Corona-Bestimmungen sowieso sehr vorsichtig sein und die Konzerte mit grosszügigen Platzverhältnissen veranstalten», erklärt Murat. Ausserdem sei das Ziel bei diesem Festival nicht, einen Gewinn zu machen. «Wir haben sehr einfache Organisationsstrukturen: kein Festivalbüro, keine festen Gehälter zu zahlen. All unsere Einnahmen gehen direkt in die Musik.»

Nahrung für die Seele
Caroline Murat, die selbst auf eine lange Karriere als Pianistin zurückblickt, freut sich auf den relativ nahen Ausweichtermin, zumal die Kunst in all ihren Formen unter dem Covid-Jahr extrem gelitten hat. Sie selbst etwa sei schockiert gewesen, als in ihrer Heimat Frankreich als eine der ersten Massnahmen die Bibliotheken und Buchläden hätten schliessen müssen, dann die Konzertsäle. Sie wurden als «nicht wesentliche» Einrichtungen eingestuft.

«Der Mensch braucht doch mehr als arbeiten, essen und schlafen! Kunst ist sehr wohl wesentlich, Kunst ist Nahrung für die Seele», ist sie überzeugt. Und so freut sie sich, dem kulturell ausgehungerten Publikum im Frühling wieder vielversprechende junge Talente sowie Stars wie Angel Blue, Pinchas Zuckermann oder Jakub Orlinski präsentieren zu können.

 

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