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Mehr Sicherheit und Wohlbefinden für alle

Di, 16. Feb. 2021
So wuselig soll es auf dem Sanonaplatz nach der Pandemie wieder aussehen und hierfür plant die Dorforganisation einen Sonnenschirm mit einer Länge von zwölf Metern. FOTO: ARCHIV AVS

Ein sicherer Schulweg, weniger Schwerverkehr und ein überdachter Sanonaplatz. Dafür setzt sich die Dorforganisation Saanen schwerpunktmässig ein.

BLANCA BURRI
Die Hauptversammlungen der acht Dorforganisationen des Saanenlandes waren dieses Jahr eine trockene Sache. Sie fanden schriftlich statt. «Das einzig tröstende waren die Grussbotschaften unserer Mitglieder auf den Abstimmungsformularen», sagt Niclas Baumer, Präsident der Dorforganisation Saanen auf Anfrage. Im laufenden Jahr setzt die Dorforganisation die Schwerpunkte beim Thema Sicherheit und Wohlbefinden.

Unter- oder Überführung?
Der gefährliche Schulweg der Saaner Kinder ist seit Jahren ein Thema. Der Knotenpunkt befindet sich beim Bahnübergang westlich des Bahnhofs, auf dessen südlichen Seite eine Kreuzung, eine Brücke und eine Kehrichtentsorgungsstelle liegen. Auf Anregung der Dorforganisationsversammlung vor zwei Jahren wurden als Sofortmassnahme visuelle Signale aufgestellt. «Das ist ein Anfang, aber lange nicht genug», sagt Niclas Baumer, der selbst Vater zweier schulpflichtiger Kinder ist. Im Austausch mit den Behörden heisse es, dass weitere Massnahmen umgesetzt werden, sobald der Bahnhof in Saanen von der MOB umgebaut würde. Für Baumer kommt dann eine Unter- oder Überführung der Geleise und der Campingstrasse in Frage, sodass die Kinder den engen und unübersichtlichen Bahnübergang umgehen können. Da der Zeitpunkt der Umsetzung noch offen ist, wünscht sich Baumer, dass weitere Sofortmassnahmen ergriffen werden. Er kann sich «liegende Polizisten» vorstellen, die den Verkehr beruhigen. Niclas Baumer: «Ich finde, nun braucht es pragmatische Lösungen für unsere zukünftigen Generationen.» Hierfür steht er im direkten Austausch mit der Gemeinde.

«Bitte fahrt langsam und weitsichtig»
Als weitere heikle Stelle bezeichnet der Dorforganisationspräsident die Bahnhofstrasse, durch die viel Verkehr – auch Lastwagenverkehr – rollt. Ein Teil ist der Kiesaufbereitungsanlage im Allmiwald geschuldet. Hierfür soll eine separate Erschliessung gebaut werden. Das Bauprojekt lag unlängst öffentlich auf. «Ich glaube mit der Eröffnung der Erschliessungsstrasse wird es eine gewisse Entlastung der Bahnhofsstrasse geben, aber …» Niclas Baumer sieht und hört tagtäglich von gefährlichen Situationen. Deshalb ruft er auf: «Bitte fahrt langsam und weitsichtig durch die Bahnhofsstrasse. Dort rennen Kinder zum Spielplatz, Touristen flanieren und bemerken nicht, dass die Begegnungszone geendet hat, Velofahrer biegen mitten auf der Strasse um die Kurve, es kann so viel passieren!» Doch bevor es einen schlimmen Unfall gebe, sollten alle Rücksicht nehmen, so der Saaner. Messungen hätten zwar ergeben, dass sich die meisten an die 50-km/h-Grenze halten, doch das verhindere noch keinen Unfall. «Sollte sich die Situation auch künftig so gefährlich zeigen, wird die Dorforganisation weitere Massnahmen prüfen», so Baumer. Zum Beispiel überlegt er sich, bei der Gemeinde einen Antrag für eine 30er-Zone oder ein Fahrverbot (Zubringer erlaubt) für den Schwerverkehr zu stellen.

Planungssicherheit und Wohlbefinden
Der Sanonaplatz mit seinem Musikpavillon ist der gesellschaftliche Mittelpunkt in Saanen. Im Sommer gibt es Musik, Theater, Ausstellungen, Vorträge und vieles mehr. Sommergewitter, Tau und Wind machen den Freiluftveranstaltungen ab und an einen Strich durch die Rechnung. Um den Gästen mehr Sicherheit und Wohlbefinden zu bieten, plant die Dorforganisation eine mobile Überdachung. Ein erster Entwurf, ein temporärer Bau eines Spitzzelts, wurde vom Gemeinderat abgelehnt. Nun prüft die Dorforganisation eine Alternative. Dabei denkt sie an einen überdimensionalen Sonnenschirm, der im Boden verankert wird. Er soll flexibel aufgespannt und geschlossen werden können und den grössten Teil des Platzes bedecken. Die Dorforganisation hofft, ihn bereits im kommenden Sommer in Betrieb nehmen zu können, dafür braucht es jedoch noch einige Vorarbeit. «Wir holen momentan Offerten ein, die wir dem Gemeinderat präsentieren werden. Danach packen wir die Finanzierung an.»

Alle Traktanden angenommen
Anlässlich der Hauptversammlung gingen 109 Stimmen ein. Alle Geschäfte – Protokoll, Jahresbericht, Jahresrechnung und Entlastung Vorstand – wurden angenommen.

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