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Mehr als leckere Kuchenbuffets

Do, 01. Apr. 2021
Christine Walker (links) und Marianne Raaflaub übernehmen das Präsidium des Frauenvereins Gsteig-Feutersoey. Das gemeinnützige Helfen steht für sie an erster Stelle.

Der Frauenverein Gsteig-Feutersoey begrüsst Marianne Raaflaub und Christine Walker im Präsidium sie treten die Nachfolge von Brigitte Linder an, die zuvor zwölf Jahre das Amt innehatte. Hinter den leckeren Kuchenbuffets und den geselligen Nachmittagen steckt eine wertvolle Botschaft, welche die neuen Präsidentinnen weiterhin vermitteln möchten.

SOPHIA GRASSER

Welche Motive stecken hinter Ihrer Kandidatur als Präsidentinnen?
Christine Walker (CW)
: Wir sind gern gemeinnützig tätig, das macht uns Spass. Wir geniessen den Kontakt zu den älteren Personen – schliesslich erwartet uns das alle einmal. Und die Dankbarkeit, die uns die Senioren am Ende des Tages entgegenbringen, motiviert uns umso mehr, die Zügel in die Hand zu nehmen.

Warum teilen Sie sich das Präsidium?
Marianne Raaflaub (MR)
: Zum einen ist es einfach so, dass wir noch andere Verpflichtungen haben – ich leite beispielsweise eine Reinigungsfirma. Zum anderen sehen wir darin den grossen Vorteil, mehrere Meinungen zu berücksichtigen. Christine und ich setzen uns regelmässig zusammen, diskutieren und finden Kompromisse. Da kann es sogar förderlich sein, wenn wir verschiedener Ansichten sind. So betrachten wir diverse Perspektiven.
CW: Abgesehen davon verstehen wir uns sehr gut. Wir kennen uns schon ewig und haben bereits vor 30 Jahren die Zusammenarbeit in einem kleinen Souvenirgeschäft in Gstaad gemeistert (lacht).

Welche Ziele verfolgen Sie für die Zukunft?
MR
: Ich denke, wir ziehen so weiter wie gehabt – mit unserem bisherigen Engagement sind wir sehr gut gefahren.
CW: Konkret sind das beispielsweise die Seniorennachmittage, auf die wir uns schon wieder freuen. Von November bis April organisieren wir jeweils am ersten Mittwoch des Monats eine kleine Zusammenkunft. Das Programm besteht in der Regel aus einem Vortrag, Musik oder einer Darbietung, die Schüler und Schülerinnen zum Besten geben. Wir kümmern uns dann um das Zvieri: Früchtekuchen, gemischte Salate oder belegte Brötchen – nichts Aufwendiges.

Aber unsere Gäste sind immer zufrieden und das ist die Hauptsache.

Welche weiteren Anlässe organisiert der Frauenverein?
CW
: Einmal im Jahr machen wir gemeinsam mit den Senioren einen Ausflug. Zu unseren bisherigen Zielen zählten beispielsweise der Genfersee, das Emmental oder Städte wie Luzern. Nicht zu vergessen unser Kleiderverkauf, der bei Jung und Alt grossen Anklang findet. Damals nutzten insbesondere die Bergler, die selten in die Stadt kamen, die Gelegenheit, sich mit neuen Kleidern einzudecken. Heute schätzt man vor allem die Geselligkeit. Bei einem Stück Kuchen sitzt man gemütlich zusammen, tauscht sich aus und geniesst einfach den Nachmittag.
MR: Unser Programm füllt in erster Linie die Herbst- und Wintermonate. Angefangen mit unserem Stand auf dem Gsteigmäret über die Seniorennachmittage bis hin zur Seniorenreise im Mai. Im Sommer wird es ruhiger, da schlichtweg viele Leute unterwegs sind. Aber auch hier bereichern wir auf Anfrage Veranstaltungen mit unserem Buffet. Da liegt es an uns Präsidentinnen, die Vereinsmitglieder zusammenzutrommeln.

Welche Aufgaben erfüllen Sie als Präsidentinnen?
CW
: Wir helfen immer mit, doch unsere Hauptaufgabe besteht aus der Delegation. Jedes unserer neun Vorstandsmitglieder möchte selbstverständlich seine Ideen einbringen und einen Beitrag leisten. Wir koordinieren das sozusagen.
MR: Richtig, die Präsidentin hat die Fäden in der Hand. Ausserdem machen wir uns Gedanken – speziell beim Organisieren der Seniorenausflüge. Haben wir genügend Pausen eingeplant? Ist der Tagesablauf ansprechend, aber nicht zu anstrengend?

Welche Philosophie steckt hinter dem Frauenverein Gsteig-Feutersoey?
CW
: Wir heissen jedermann willkommen und möchten jedermann abholen – ob jung oder alt, männlich oder weiblich, eingeschränkt oder topfit.
MR: An Weihnachten bescheren wir Witfrauen wie -männer, wir beschenken die Konfirmanden und stehen denjenigen zur Seite, die unsere Unterstützung benötigen – sei es mental oder finanziell. Unsere Hilfe kennt keine Grenzen.


MARIANNE RAAFLAUB

Marianne Raaflaub ist 52 Jahre alt, verheiratet und besitzt eine Reinigungsfirma. Seit 2017 ist sie ehrenamtliches Mitglied des Frauenvereins Gsteig-Feutersoey. Neben dem Frauenverein widmet sie sich in ihrer Freizeit dem Reisen – sofern möglich. Sie war bereits in Hongkong, Südafrika und London. Mit ihrem Mann teilt sie ihre Leidenschaft für Autos.


CHRISTINE WALKER

Christine Walker ist ebenfalls 52 Jahre alt und hat drei Töchter. Im Frauenverein Gsteig-Feutersoey ist sie bereits seit 2015. Wenn sie nicht ihre bunte Schar von acht Hühnern verpflegt, lebt sie ihre Kreativität aus: Sie dekoriert mit Naturmaterialen oder bemalt Steine mit Farben und Mustern. Ausserdem kocht sie sehr gern.


EIN DUTZEND JAHRE PRÄSIDENTIN

Zwei Jahre war sie Vorstandsmitglied, bevor Brigitte Linder für zwölf Jahre als Präsidentin des Frauenvereins Gsteig-Feutersoey amtierte. Die Veranstaltungen, Treffen und Gespräche habe sie sehr genossen, wobei ihr speziell die Arbeit mit den Senioren grosse Freude bereitet hat. Unter den zahlreichen Anlässen, die sie gemeinsam mit dem Frauenverein begleitete, blieb ihr vor allem jener Event in Erinnerung: Ein Kuchenverkauf, der unter den Besuchern Erstaunen auslöste. «Sie konnten nicht glauben, dass man allerhand Kuchen und Torten auch selber backen kann. Das hat uns ganz schön zum Schmunzeln gebracht.» Scheinbar habe sich heute der bequeme Weg zur Confiserie etabliert. Auch die 700-Jahr-Feier in Gsteig bleibt ihr wohl noch lange im Gedächtnis, die der Verein mit seinen hausgemachten Köstlichkeiten bereicherte.

Für die Zukunft wünscht sich Linder, dass der Frauenverein noch lange besteht und seinen Zweck als Anlaufstelle für Jung und Alt weiterhin erfüllt. Sie hofft, dass sich stets Leute finden, die sich gern engagieren. «Freiwilligendienst – insbesondere die Zusammenarbeit mit den Senioren – ist heute nicht mehr selbstverständlich», äussert Linder. Aufgrund der Amtszeitbeschränkung verliess sie den Verein und verabschiedete sich mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

 

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