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«Der Lauenensee ist eine Perle in unserer Region»

Fr, 08. Okt. 2021
Kleinod in der Region: Der Lauenensee soll nicht unter dem Tourismus leiden. FOTO: ARCHIV AVS

Wie soll naturnaher Tourismus am Lauenensee am besten vorangetrieben werden? Die Gemeinde, der Tourismus und die Bevölkerung erarbeiten gemeinsame Lösungen.

KEREM S. MAURER
Der Lauenensee ist einer der berühmtesten Seen der Schweiz. Als beliebtes Ausflugsziel zieht er an schönen Sommertagen oft so viele Touristen an, dass die dortigen Infrastrukturen an ihre Grenzen stossen. «Die Verkehrssituation an solchen Tagen ist schwierig, oft braucht es viel Geduld. Selbst wenn das Parkleitsystem einen vollen Parkplatz am See signalisiert, gibt es Touristen, die in der Hoffnung, doch einen Parkplatz zu finden, an den See fahren, was zu einer Verstopfung der Bergstrasse führt», erklärt Lauenens Gemeindepräsident Jörg Trachsel auf Anfrage. Dazu komme, dass gewisse Zweiradfahrende fahren, wo sie wollten und Hundehalter ihre Hunde manchmal sogar in der Kernzone des Naturschutzgebietes frei laufen liessen. Als störend werde es auch empfunden, wenn rund um den See herum wild campiert und gegrillt werde.

Um diese Missstände zu beheben, trafen sich am 25. September in der Mehrzweckhalle Lauenen Vertreter der Gemeinde und von Gstaad Saanenland Tourismus (GST) mit rund dreissig Lauenerinnen und Lauenern. Im Rahmen des Workshops Lauenensee analysierten sie die Situation und erarbeiteten gemeinsam Lösungen.

«Gälteschüssi» und «Abesitze»
Fünf Gruppen widmeten sich folgenden Themen: Verkehrssituation auf der Lauenenstrasse, Angebotsentwicklung im naturnahen Tourismus, Erholungsinfrastruktur, Camping und Besucherlenkung. Anschliessend präsentierten sie ihre Ergebnisse. Ein dynamischer ÖV mit Rufbussen – also einem bedarfsorientierten Angebot, das als Ergänzung zu den bestehenden Buslinien Fahrmöglichkeiten an Randzeiten bietet – soll zusammen mit einem Fahrverbot (gilt nicht für Anwohnende) Entspannung in die Verkehrssituation bringen. Ferner wurden neue Angebotsideen wie «Gälteschüssi» oder «Abesitze» entwickelt, um den Verkauf regionaler Erzeugnisse zu fördern. Dabei setzt man auf bestehende Vereinigungen wie die K.U.H (Kultur und Handwerk) und die Dorforganisation. In Sachen Erholungsinfrastruktur soll die Toilettensituation verbessert und die Grillstellen rund um den See geregelt werden. Und als Reaktion auf wildes Campieren könnte ein Angebot an fixen Stellplätzen geschaffen werden. Auch das Aufstellen einer Jurte oder eines Tipis ist denkbar – wo, ist allerdings noch unklar.

Zeitnahe Umsetzung
Einen fixen Zeithorizont für die Realisierung dieser Ideen gibt es nicht, aber man strebe zeitnahe Umsetzungen an, sagt Jörg Trachsel, und Jan Brand, zuständiger GST-Projektleiter, ergänzt, es gebe kleine Projekte, die relativ schnell umgesetzt werden könnten, wie zum Beispiel das Verankern von Sitzbänken, damit sie nicht mehr verschleppt werden. Auch gegen problematische Radfahrende oder nachlässige Hundehaltende könne zeitnah etwas unternommen werden. Um den Lauenensee zu entlasten, habe man das Gebiet Rohr in die Überlegungen miteinbezogen. Gut sichtbare Kommunikationskanäle, die für jedermann klar verständlich sind, seien nötig, damit der Aufenthalt für die Gäste angenehmer werde. Mit dem neueingesetzten Ranger sei bereits ein erfolgreicher Schritt in die richtige Richtung gemacht worden, erinnert Brand.

Sanfter Tourismus
«Es muss für alle Gäste ein gutes Erlebnis am Lauenensee bleiben. Wir wollen ja nicht, dass er plötzlich gemieden wird», hält Jörg Trachsel, der mit den präsentierten Ergebnissen zufrieden ist, fest. Auch Jan Brand findet die Ansätze gut.«Der Lauenensee ist eine Perle in unserer Region, die es zu pflegen gilt», fordert er und unterstreicht, dass es nicht darum gehe, immer mehr Touristen an den See zu locken, sondern: «Wir streben einen sanften Tourismus an, der den Besuchenden Freude bereitet, ohne dass die Natur darunter leidet.» Man wolle bei GST darauf achten, dass «Id Rueh vor Natur» ein Versprechen bleibe, das eingehalten werde.

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