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Medaxo übernimmt die Praxis Madora

Di, 28. Dez. 2021
Die Praxis Madora heisst ab 1. Januar Madora Praxiszentrum. Für die Patientinnen und Patienten ändert sich nichts. FOTO: ZVG

Die Medaxo-Gruppe führt ab 1. Januar die Gemeinschaftspraxis Madora in Gstaad. Der einzige Unterschied wird die Anpassung des Namens sein – von Praxis Madora zu Madora Praxiszentrum.

ANITA MOSER
Die gute Nachricht: Alle Ärzte bleiben, für die Patientinnen und Patienten ändert sich vorerst nichts. «Das ganze Praxisteam unter Leitung von Dr. med. Nikolaus Hoyer wird von der Medaxo weiter beschäftigt und garantiert damit allen Patientinnen und Patienten die gewohnt fundierte medizinische Betreuung. Ebenso werden die beiden selbstständigen Ärztinnen und Ärzte, Dr. med. Claudia Sollberger sowie Dr. med. Beat Michel Sollberger weiterhin in der Praxis ihre Dienste anbieten», schreibt die Medaxo in ihrer Medienmitteilung.

«Die Hoffnung lebt weiter»
Die Ärzteschaft der Praxis Madora kommuniziert den Besitzerwechsel ihrer Praxis mit einer kleinen Prise Sarkasmus. «In der Gerüchteküche der medizinischen Versorgung in unserer Region brodelts schon lange; wilde Utopien von Gesundheitszentrum bis Gstaad Clinic mit Hochglanz-MRI im weissgekachelten Saal konnten uns nicht beruhigen.» Im Schatten des sich zuspitzenden Hausärztemangels habe die Ärzteschaft der Praxis Madora deshalb beschlossen, die Praxis per 1. Januar 2022 an das Gesundheitsunternehmen Medaxo zu übergeben, schreiben Nikolaus Hoyer, Claudia Sollberger und Beat Michel in ihrer Medienmitteilung. Die Medaxo sei bereits in der Grundversorgung bis ins hinterste Simmental aktiv und «mit ihrer Hilfe lebt die Hoffnung weiter, neue Hausärztinnen in die Region zu bringen».

Was bedeutet das für die Gesundheitsversorgung in der Region? Die Ärzteschaft der Praxis Madora schreibt:
• Für die Patient:innen ändert sich nichts, die Belegschaft bleibt vorderhand gleich, das heisst aber auch, dass vorerst keine neuen Kapazitäten entstehen.
• Für Ärzte und Personal: Unterstützung und Entlastung in der Administration und Hilfe bei der Suche von Nachfolger:innen.
• Für die Behörden und die GSS: bitte kein Aufatmen und Schulterklopfen. Dieser Schritt sei unter den gegebenen Umständen die beste Lösung, ist die Ärzteschaft überzeugt. «Mit Hilfe des Engagements und des Netzwerkes von Medaxo hoffen wir, neue Ärzt:innen zu finden und ihnen einen niederschwelligen Einstieg zu ermöglichen.» Einfach aufzuhören sei ja auch keine Lösung … 


MEDAXO-GRUPPE

Neben den bereits bestehenden Praxen in Muri, Büren, Wynigen, Lenk, Erlenbach und Thun – und ab 1. Januar auch die Praxis Madora in Gstaad – gehören eigene Apotheken, die Klinik Hohmad in Thun sowie die «Mobile Heimarztpraxis» zur Gruppe.

Auf ihrer Homepage schreibt die Medaxo-Gruppe: «Über 150 Fachspezialisten vernetzen und versorgen Sie mit Leidenschaft in verschiedensten Arztpraxen, den Mobilen Heimarztpraxen, der Klinik Hohmad sowie den Apotheken. Sinnhaftigkeit, Offenheit und Vertrauen prägen unser Handeln und Denken. In unserer täglichen Arbeit ist der ganzheitliche Entwicklungsprozess die Richtschnur, welche wir mit unseren Teams oder mit Partnern im Fokus haben. Dabei schätzen wir den vielseitigen Erfahrungsschatz unserer Mitarbeitenden und integrieren diese Ressourcen in die unterschiedlichen Bereiche.» https://www.medaxo.ch


«Wir nehmen diese Herausforderung an»

ANITA MOSER

Was ist Ihre Motivation, die Praxis Madora zu übernehmen?
Die Region Saanenland ist eine Region mit Bedarf an Hausärzten. Unsere Motivation ist, die Praxis mit den bisherigen Ärzten weiterzuführen und zu entwickeln.

Welche Bereiche übernehmen Sie genau?
Wir übernehmen die gesamte Gemeinschaftspraxis Madora von den bisherigen Ärzten Dr. Claudia Sollberger. Dr. Beat Michel und Dr. Nikolaus Hoyer. Die Ärzte, Praxisassistentinnen und die Reinigungsmitarbeiterin werden die Praxis unter der Leitung der Medaxo vor Ort weiterführen.

Der Hausärztemangel spitzt sich zu. Im Saanenland werden in den nächsten Jahren verschiedene Hausärzte in Pension gehen oder sind es schon. Nachfolger zu finden, ist schwierig und Praxen müssen schliessen. Welche Chance sehen Sie, Hausärzte zu rekrutieren? Können Sie auf einen Pool zugreifen?
Hausärzte sind sehr schwer zu finden. Als Medaxo wollen wir Ärztinnen und Ärzten eine Plattform und Arbeitsbedingungen ermöglichen, die ihr Interesse für die Region wecken sollen. Bei der Medaxo arbeiten über 20 Hausärzte. Die meisten sind fix in einer Praxis oder der mobilen Heimarztpraxis engagiert.

Zur Medaxo-Gruppe gehören bereits die beiden Praxiszentren an der Lenk und in Erlenbach. Welche Erfahrungen haben Sie dort bezüglich der Rekrutierung von Hausärzten gemacht?
Auch hier ist es schwierig, Ärzte zu finden, die auch ihren Lebensmittelpunkt in die Region verlegen wollen. Das ist wichtig, damit sie langfristig bleiben. Diese Herausforderung nehmen wir an, wenn auch nicht immer mit Erfolg. Wir bleiben aber dran, für die Region Simmental-Saanenland eine Lösung zu suchen, um die medizinische Grundversorgung mit den anderen Akteuren bestmöglich aufrechtzuhalten.

 

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