Grosses Engagement für ein aktives Dorf
30.03.2026 SaanenDas Co-Präsidium Vanessa Schwenter und Michel Zysset führte erfrischend und gekonnt durch die Versammlung des Dorfvereins Saanen. Um die 60 Personen interessierten sich für Vergangenes und Zukünftiges im und um das Dorf Saanen. Mit Einblicken rund um die Bergbahnen ...
Das Co-Präsidium Vanessa Schwenter und Michel Zysset führte erfrischend und gekonnt durch die Versammlung des Dorfvereins Saanen. Um die 60 Personen interessierten sich für Vergangenes und Zukünftiges im und um das Dorf Saanen. Mit Einblicken rund um die Bergbahnen Destination Gstaad BDG vermittelte Jan Brand viel Wissenswertes zu den Auswirkungen des Magic Pass auf die Region.
VRENI MÜLLENER
«Das vergangene Jahr war geprägt von zahlreichen Anlässen, die das Dorfleben bereichert und den Zusammenhalt zwischen Einheimischen, Zweitheimischen und Gästen gestärkt haben», schreibt Michel Zysset am Anfang seines ersten Jahresberichtes. Einige Vorstandsmitglieder berichteten interessant von Einsätzen, die von der Dorforganisation organisatorisch oder finanziell unterstützt wurden.
Dorfleben und Anlässe
«Deux im Schnee», ein Herzensprojekt des Co-Präsidenten, durfte im vergangenen Jahr das zehnjährige Jubiläum feiern. Schüler:innen aus verschiedenen französischsprechenden Gemeinden verbrachten eine Lagerwoche im Saanenland und wurden mit allen Winterfreuden im Schnee bekannt gemacht. Michel Zysset freut sich, dass die Dorforganisation dieses Projekt unterstützen kann.
Ein besonderes Lob galt Markus Schwizgebel, der zusammen mit der ganzen GST-Werkgruppe die Infrastrukturen wie Winterwanderwege perfekt unterhielten. Das ebenfalls von dieser Gruppe liebevoll gestaltete Dorfbild trug viel zur Aufenthaltsqualität in Saanen bei.
Nach den beliebten Osterkonzerten in der Kirche, organisiert von der Kulturkommission, bot der Verein den traditionellen Apéro im Dorf an – ein idealer Treffpunkt für Gäste und Einheimische.
Am ersten der drei Saaner Proms-Konzerte im Juni wurde Markus S. Bach für sein unermüdliches Engagement für die musikalischen Anlässe in Saanen gewürdigt. «Ihm zu Ehren heisst der Musikpavillon künftig Markus S. Bach», erläuterte Vanessa Schwenter.
Das Sommerfest fand Anklang und hatte für alle Generationen etwas Interessantes anzubieten.
Aufgrund von Wetterkapriolen wurde die 1.-August-Feier 2025 auf den Sanonaplatz verschoben. Musikvorträge und Festansprache im Pavillon und der Fackelumzug durchs Dorf stiessen auf ein gutes Echo. Die Nationalfeier werde auch zukünftig auf diese Art organisiert, zeigte sich der Vorstand einig. Aus dem Dorfleben nicht mehr wegzudenken ist das jeweilige Segelfluglager auf dem Flugplatz. Der Grillabend mit der ganzen Segelflugfamilie im Saanerhof Pub fand grossen Anklang und wird deshalb auch zukünftig so zur Durchführung kommen.
Wertvolle Alpprodukte zur Degustation in Saanen
Der Alpkäse- und Glockenmarkt im September war gekoppelt mit der Bernischen Alpkäsemeisterschaft. Die Freude und der Erfolg mit den unzähligen Besuchenden aus nah und fern liessen den Arbeitsaufwand für viele freiwillige Helfer:innen in den Hintergrund rücken. Bereits konnte Willi Bach, Organisationspräsident des zur Tradition gewordenen Marktes, die druckfrischen Flyer für die 15. Ausgabe auflegen. Mit einer geschnitzten Holzkuh verdankte er Niclas Baumer, der von Anfang an im OK dabei war, seine Mitarbeit.
Erwähnt wurde der Postenlauf mit Schüler:innen der Kennedy- und der Primarschule Saanen. In zweisprachigen Teams wurde das Dorf kennengelernt und um attraktive Preise gerannt.
Gegen Jahresende rückte die Zeit heran, die Weihnachtsbeleuchtung wieder zu installieren. Mit 300 Säckli im Vorrat besuchte der Samichlous die Dorfjugend und mit den Weihnachtskonzerten und dem anschliessenden Glühwein-Apéro im Dorf ging das Jahr 2025 aktiv zu Ende. Veranstaltungen und Vereine, die Bestandteil eines lebendigen Dorfes und einer attraktiven Region sind, bekamen den alljährlichen finanziellen Zustupf.
Der Jahresbericht gleicht dem Tätigkeitsprogramm für das laufende Jahr. Besonders erwähnt wurde die Open-Air-Tafelrunde. Am 6. Juni wird unter dem Titel «zäme dür Saane» das seit zwölf Jahren autofreie Dorfzentrum gefeiert. Ohne die finanzielle Unterstützung durch die Mitgliederbeiträge und ehrenamtliche Mithilfe wäre diese intensive Tätigkeit nicht möglich. Mögen sich auch für das neue Jahr genügend Ressourcen finden, die den ganzen Verein unterstützen und Mittragen.
Weitere Traktanden in Kurzform
Ernest Marmet und Martin Vonlanthen wurden mit Applaus für weitere drei Jahre im Vorstand wiedergewählt. Da in einem Jahr ein Austritt aus dem Vorstand ansteht, wurde der Schreinermeister Marc Galler als neues Vorstandsmitglied mit Bravour gewählt.
30 Neumitglieder konnten anlässlich der Versammlung aufgenommen werden. Gegenwärtig zählt der Verein 366 Mitglieder, nachdem acht Austritte und sechs Todesfälle zur Kenntnis genommen werden mussten.
Finanziell sind die Saaner solide unterwegs. Die zur Verfügung stehenden Mittel wurden gezielt für Anlässe, Ortsschmuck, kulturelle Projekte und Unterstützungsbeiträge eingesetzt: Die Jahresrechnung schloss mit einem Gewinn von 6112.95 Fr. ab.
Vom Tagespreis zum Jahresabo – der Magic Pass
Gespannt folgten die Anwesenden den Ausführungen von Jan Brand, seit vier Jahren Verwaltungsratspräsident der BDG. Das Abonnement sei vergleichbar mit Skiregionen in den USA, die dieses System mit Erfolg anwenden.
Er schilderte, weshalb die hiesigen Bergbahnen auf den Magic Pass umgestiegen sind. «Der Magic Pass darf nicht auf ein günstiges Abo reduziert werden. Es ist ein Transformationsmodell für mehr Grundauslastung, mehr Stabilität und mehr Wertschöpfung bei den Bahnen», so sein Fazit aus den bisherigen Auswertungen.
Aus dem Kreis der Zuhörer kam Lob für die gute Pistenpräparation und die zunehmende Freundlichkeit des Personals, sei es beim Bahnbetrieb oder in der Gastronomie. Er habe beobachtet, dass das Personal zufriedener sei, wenn etwas los sei am Lift und dadurch steige auch die Freundlichkeit zum Gast, erklärte sich Brand dieses Phänomen.
Eine gute Erfahrung in der Gastronomie gehöre zum Erlebnis eines schönen Skitages, da sehe er noch Luft nach oben bei den Betrieben, die von der BDG geführt werden, meinte ein Anwesender. «In der Gastronomie sind wir noch nicht da, wo wir sein möchten», beschrieb der Bergbahnverantwortliche die gegenwärtige Situation. «Nimmt der Magic Pass den kleinen Skiliften nicht die Kundschaft weg?», lautete eine weitere Frage. Das könne sein, meinte Brand, aber finanziell passiere den Anlagen in Gsteig oder Lauenen nichts, da sie vorgängig unabhängig von den Besucherzahlen einen finanziellen Stock aus dem gemeinsamen Topf bekommen.
Ein anderer Votant bedauerte, dass der Betrieb im Sektor West im Gegensatz zu den Skigebieten im Wallis trotz wunderbarer Schneeverhältnisse fahrplanmässig eingestellt wurde. Ein Weiterbetrieb hätte die Parkplatzsituation an den guten Wochenenden im Sektor Ost entspannt. Brand dankte für die wertvollen Inputs, betonte aber, dass immer auch auf die Wirtschaftlichkeit geachtet werden müsse.


