Saanenland Tourismus zieht Bilanz: Das Januarloch ist geschlossen
30.03.2026 TourismusSaanenland Tourismus (GST) zieht eine positive Bilanz zur Wintersaison 2025/2026. Die Hotellerie verzeichnete rund 5,5 Prozent mehr Logiernächte als im Vorjahr. Im Januar waren es sogar 6,6 Prozent mehr.
JONATHAN SCHOPFER
In einer Medienmitteilung vom 25. ...
Saanenland Tourismus (GST) zieht eine positive Bilanz zur Wintersaison 2025/2026. Die Hotellerie verzeichnete rund 5,5 Prozent mehr Logiernächte als im Vorjahr. Im Januar waren es sogar 6,6 Prozent mehr.
JONATHAN SCHOPFER
In einer Medienmitteilung vom 25. März zieht Gstaad Saanenland Tourismus (GST) eine positive Bilanz der Wintersaison 2025/2026. Bereits im Dezember habe die Saison mit einer hohen Nachfrage gestartet. GST führt dies unter anderem auf früh einsetzenden Schneefall im Dezember in Kombination mit technischer Beschneiung im November und auch auf günstige Feiertagskonstellationen zurück. Auch Nebellagen im Mittelland hätten die Nachfrage zusätzlich begünstigt.
In der Hotellerie nahmen die Logiernächte im Dezember um 9,5 Prozent zu. Im Januar lag das Plus bei 6,6 Prozent auf über 49’000 Logiernächte, im Februar bei 5,2 Prozent.
Wie sah der Januar und Februar aus?
«Ein klassisches Januarloch gibt es praktisch nicht mehr», sagt Tourismusdirektor und CEO des GST Flurin Riedi in der Mitteilung. «Der Januar entwickelt sich von Jahr zu Jahr besser.» Im Januar nahm der Markt der Gäste aus den USA um 21 Prozent zu, jener aus Europa um mehr als 15 Prozent.
Für Februar meldet die GST eine weiterhin starke Nachfrage aus der Schweiz sowie aus europäischen Märkten wie Spanien und Italien.
Riedi führt die Entwicklung unter anderem auf Veranstaltungen zurück. «Events sind ein wichtiger Bestandteil unserer Strategie, um die Saison breiter abzustützen.» Genannt werden etwa Maze Art Gstaad im Februar, das Caprices Festival im März sowie das Geschäft mit Seminaren und Firmenanlässen, das sogenannte MICE-Segment.
Wie sehen es die Bergbahnen?
Die Bergbahnen Destination Gstaad (BDG) und auch Glacier 3000 verlauten positive Zahlen. Laut GST zeigte der erste Winter mit dem Magic Pass Auswirkungen auf die Verteilung der Gäste über die Saison. Die Auslastung sei gleichmässiger gewesen, insbesondere in pistennahen Betrieben und bei Ferienwohnungen.
Bei den Bergbahnen stieg die Zahl der Spitzentage mit rund 12’000 Gästen laut den Verantwortlichen von zwei auf sechs.
Zugleich nahm die Frequenz ausserhalb der klassischen Spitzenzeiten zu. Im Januar lag der durchschnittliche Tageswert nach Angaben der Bergbahnen bei rund 4700 Gästen und damit rund 42 Prozent über dem Vorjahr.
Matthias In-Albon, Geschäftsführer der BDG, wird in der Mitteilung wie folgt zitiert: «Die Saison zeichnete sich durch eine deutlich gleichmässigere zusätzliche Auslastung aus.» Der Magic Pass spreche Schneesportlerinnen und Schneesportler aus einem grösseren regionalen Einzugsgebiet an. Man verzeichne viele Gäste aus der Romandie sowie aus dem Raum Bern. Sie verlautet ausserdem, dass ihre Saison verlängert wird. Das Horneggli werde bis Ostermontag geöffnet bleiben.
Auch Glacier 3000 meldet höhere Ersteintritte als im Vorjahr. CEO Bernhard Tschannen sagt: «Trotz einzelner wetterbedingter Einschränkungen im Februar ziehen wir insgesamt eine sehr positive Bilanz.»
Und die Hotellerie?
Christof Huber, Präsident des Hotelier-Vereins Gstaad-Saanenland und Direktor des Gstaaderhofs, spricht von einer erfolgreichen Saison mit hoher Auslastung in Zimmern und Gastronomie. Auch Events und Gruppen im MICE-Bereich hätten dazu beigetragen. «Insgesamt ziehen wir bisher ein positives Fazit zum Magic Pass», so Huber.
Andrea Scherz, Besitzer des Gstaad Palace, beurteilt den Einfluss des Magic Pass differenzierter. Zusätzliche Buchungen im Luxussegment seien dadurch nicht unmittelbar entstanden. «Wir glauben nicht, dass der Magic Pass unmittelbar zusätzliche Hotelbuchungen in unserem Segment generiert hat.» Sein Wert liege vielmehr in der langfristigen Entwicklung der Region und der Sicherung einer starken Bergbahninfrastruktur sowie Bergrestauration, so Scherz.
Spüren die Skischulen den Magic Pass?
Bei den Skischulen zeigt sich ein ähnliches Bild. Fabrice Thormann von Summer- & Snowsports Saanen-Schönried spricht von einer guten Saison. Einen deutlichen Einfluss des Magic Pass auf das Unterrichtsgeschäft habe man jedoch nicht festgestellt.
Wie entwickelten sich Ferienwohnungen und Lager?
Auch hier konnte ein Plus verzeichnet werden. Über die Plattform gstaad.ch stiegen die Umsätze in den Monaten Januar und Februar laut GST um 34 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Auch im Bereich Schneesportlager wurden höhere Zahlen gemeldet. In Zusammenarbeit mit GoSnow nahmen mehr als 1300 Schülerinnen und Schüler an Lagern teil. Das seien acht Gruppen mehr als im Vorjahr. Beim zweisprachigen Lagerprogramm «Deux im Schnee» verbrachten zudem 430 Jugendliche aus der Romandie und der Deutschschweiz gemeinsam mit 52 Lehrpersonen Zeit in der Region.


