An der Masernimpfung scheiden sich die Geister
18.09.2009 Gesundheitswesen, Saanen
Soll der Pieks gegen Masern obligatorisch werden? Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) fordert einen Impfnachweis für Kinder, die städtische Gemeinschaftseinrichtungen besuchen.
Noch vor zwei Jahren hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) davon gesprochen, dass die Masern bis 2010 ausgerottet s
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) arbeitet an einer nationalen Gesamtstrategie, die noch vor Ende des Jahres umgesetzt werden soll. Die Impfpromotion soll gestärkt werden, da nach Angaben der WHO allein im Jahr 2006 weltweit 800\\'000 Kinder an Masern gestorben sind. Auch und vor allem in der Schweiz lehnen viele Eltern und Mediziner eine Immunisierung jedoch grundsätzlich ab. Sie sehen in der Impfung eine Form der Körperverletzung, weil sie gesundheitsschädliche Folgen nach sich ziehen kann. Zu den Impf-Kritikern gehört auch Dominik Dietrich, Homöopath aus Interlaken. «Impfungen schwächen das Immunsystem», sagt er. Besonders Mehrfachimpfungen – die Masernimpfung kann in Kombination mit Impfungen gegen Mumps und Röteln durchgeführt werden – hält er für bedenklich. Bei einer derartigen Impfung müsse der Körper mehrere Krankheiten auf einmal im Kleinen durchmachen. Daraus könnten starke Nebenwirkungen wie zum Beispiel eine Gehirnhaut- oder sogar eine Gehirnentzündung resultieren. Das Risiko, an einer Gehirnentzündung zu erkranken, bestehe also nicht nur als Masernfolge. Dr. Gerhard Amiet, der in Saanen als Arzt praktiziert, ist anderer Meinung als der Homöopath. Der fünffache Fater würde seine Kinder immer wieder impfen lassen. «Ich habe in meiner Ausbildung drei Kinder gesehen, die an Masern schwer erkrankt waren und nicht mehr geheilt werden konnten. Je nachdem, welche Hirnregion geschädigt oder zerstört wird, sind solche Kinder dann schwerstbehindert.» Geimpfte Kinder könnten zwar noch an Masern erkranken, doch gefürchtete Komplikationen würden dann nicht mehr auftreten, sagt er.
