Oberländer Hausärzte erhalten mehr Geld von Visana

  30.12.2009 Gesellschaft, Kanton, Gstaad

 

Zwei Jahre lang sollen die Grundversorger im Berner Oberland von einem erhöhten Taxpunktwert der Visana profitieren. (Foto: tommyS / pixelio.de)

Einen konkreten Beitrag zur Sicherstellung der regionalen ärztlichen Grund- und Notfallversorgung leisten die Ärztegesellschaft des Kantons Bern und d

 

Dabei erklärte Peter Fischer, CEO der Visana-Gruppe, dass die Visana-Gruppe sich Vorbehalte, auch inskünftig die Pauschale für ärztliche Hausbesuche zu entrichten. santésuisse teilte jüngst mit, dass diese ab März gestrichen würde. Für Fischer ist dieser Entscheid unverständlich, zumal die Gesamtkosten im Gesundheitswesen nicht sinken, wenn bei den Grundversorgern gespart werde, da dann die Patienten in die teureren Spitäler gingen. Die Frage der Abgeltung der ambulanten ärztlichen Leistungen müsse gesamtheitlich und nicht isoliert angegangen werden, hielt Fischer fest.

Das Pilotprojekt sieht vor, dass die Grundversorger in allen Amtsbezirken des Berner Oberlandes (ausgenommen Regionen Thun, Spiez und Interlaken) ab dem 1. Januar 2010 einen Taxpunktwert von 88 statt 86 Rappen verrechnen können. Dies bei allen drei Marken der Visana-Gruppe (Visana, sana24 und vivacare). Das Pilotprojekt ist befristet auf zwei Jahre und soll hernach ausgewertet werden. Als Grundversorger gelten insbesondere Mediziner mit Facharzttiteln für Allgemeinmedizin, Innere Medizin und Pädiatrie sowie praktizierende Ärzte ohne Facharzttitel. Mit dem Pilotprojekt werden rund 80 Ärztinnen und Ärzte angesprochen. Diese schliessen mit der Visana-Gruppe eine zusätzliche Vereinbarung über den erhöhten Taxpunktwert ab. Der Entscheid, ob sie sich an diesem Pilotprojekt beteiligen wollen oder nicht liegt, bei den Ärzten. Bei einem Informationsanlass im Berner Oberland, zu dem neben den Grundversorgern auch die spezialärztlich tätigen Mediziner eingeladen waren, stiess die Initiative der kantonalen Ärztegesellschaft und von Visana auf grosse Zustimmung.

Claudia Sollberger Michel, Hausärtzin in Gstaad, äusserte sich gegenüber dem «Anzeiger von Saanen» folgendermassen: «Die Erhöhung der Taxpunkte ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.» Die Problematik sei schon lange bekannt, doch seien bisher den Worten keine Taten gefolgt. Es sei deshalb positiv, dass nun der grösste Krankenversicherer im Kanton einen ersten Schritt mache, um die Situation der Hausärtze in der Peripherie zu verbessern.


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