Kunstmekka in Feutersoey

Di, 20. Feb. 2018
Die Entwicklung der Selbstportäts von Olivia Malena Vidal ist eindrücklich.

Das Kunstzentrum Open Spaces im ehemaligen Schulhaus Feutersoey lud zur Vernissage ein und alle kamen.

BLANCA BURRI
Open Spaces ist zu dem geworden, was es sein möchte: ein Treffpunkt für Künstler, Einheimische und Gäste. Ein Ort, wo man lacht, diskutiert und hinterfragt. Am vergangenen Freitagabend war das Kommen und Gehen besonders rege. Die Künstler Sam Douglas, Baccara Smart, Olivia Malena Vidal, Iris Aroussi, Cenamaximale und Jessica von Schröder luden zur Vernissage ein, die Besucher waren begeistert.

Dunkle Seele – farbige Bilder
Das Paar Sam Douglas und Baccara Smart sowie Olivia Malena Vidal wohnen und arbeiten bis Ende Februar in Feutersoey. Am vergangenen Freitagabend präsentierten sie ihre Arbeiten, die vor Ort entstanden sind. Die Genferin Olivia Vidal hat sich in dieser Phase komplett auf sich selbst konzentriert. «Hier gab es keine grosse Ablenkung und ich konnte mich mit mir selber befassen.» Zum ersten Mal in ihrem Leben hat sie ein Selbstpoträt gemalt. Es ist nicht bei dem einen geblieben. Auf einer mehrere Meter langen Leinwand hat sie sich 50 Mal gezeichnet. «In meinen Arbeiten will ich immer die Entwicklung aufzeigen, deswegen war es mir wichtig, die Porträts nebeneinander und nicht einzeln zu malen.» Entstanden ist ein farbenfrohes Feuerwerk, bei dem der Prozess klar sichtbar ist.

Begonnen hat die Künstlerin mit ineinander verwobenen Gesichtern, die mit Skizzen verglichen werden können. Danach minimiert die Künstlerin die Details und konzentriert sich auf den Gesichtsausdruck, der trotz viel Farbe meist düsterer scheint. «Ich bin ein depressiver Mensch, der sich nur wohlfühlt, wenn er gestalten kann», sagt sie denn auch. «Aber meine Werke sind fast ausschliesslich farbig. Ich glaube, ich möchte damit ausdrücken, was ich gerne fühlen möchte. Leider kann ich das Glück ausserhalb der Kunst bisher nicht fühlen.»

Den Schalk in den Augen
Ganz anders scheinen Sam Douglas und Baccara Smart (England) zu sein. Kaum ein Satz oder eine Mimik, die nicht zum Lachen animieren. Sam Douglas war in den letzten Monaten oft in der Natur unterwegs, hat mit den Bewohnern, die er auf seinem Weg in die Berge angetroffen hat, Kontakt aufgenommen, sich mit Händen und Füssen verständigt und dadurch viele Leute in sein Herz geschlossen – und umgekehrt. Seine Liebe zur Natur spürt man seinen Malereien auf Plexiglas sofort an. Er spielt mit dem überraschenden, aber perfekten Lichteinfall, der seine Bilder zum Strahlen bringt. «Ich bin begeistert!», sagt eine Besucherin. Sie hat den Künstler öfter besucht und so den Arbeitsprozess miterlebt. «Mich fasziniert, wie exakt und wie detailliert seine Werke sind. Der Lichteinfall ist perfekt.»

Sam Douglas’ Partnerin, Baccarat Smart, ist erst vor Kurzem in die Schweiz gereist und hat ihre Bilder mitgebracht, die sie voll und ganz dem Zirkus widmet. Sie stammt von einer Zirkusdynastie ab und hat in verschiedenen Ländern in Zirkussen gearbeitet. Momentan stellt sie im Cartwright Museum in Bradford (England) aus, welches das Jubiläum «250 Jahre moderner Zirkus» feiert. Ihre lieblichen, in rosa Farbtönen leuchtenden Malereien entzücken und entrücken den Betrachter in eine Traumwelt, in der viele Menschen leben möchten.

Wir sind sehr zufrieden
Kyra und Roderick MacLeod, die Gastgeber des Abends und Betreiber von Open Spaces, sind sehr zufrieden, wie sich das Kunstzentrum im vergangenen Jahr entwickelt hat. «Inzwischen konnten wir viele Erfahrungen sammeln und haben gespürt, dass es funktioniert. Das freut uns sehr», sagt Kyra Mac-Leod. Um den längerfristigen Betrieb zu sichern, gehe man nun dafür geeignete Stiftungen an, die Open Spaces finanziell unterstützen sollen.

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