Fröhlicher Abschied und Neuanfang

  29.05.2018 Konzert

33 Jahre lang sang das Chörli «Heimatglüt» unter der Leitung ihres Dirigenten Martin Stähli. Am Samstag wurde er mit einem farbigen Konzert verabschiedet und die neue Dirigentin Deborah Reber herzlich begrüsst.

BLANCA BURRI
«Nach 33 Jahren mit unserem Dirigenten Martin Stähli sagen wir ein letztes Mal ‹cucù› unter seiner Leitung», eröffnete Chörlipräsidentin Monika Steiner das Abschiedskonzert nach dem Eröffnungslied «Al canto del cucù». Nicht nur einfache Kinderlieder hat das Chörli unter seiner Leitung in Angriff genommen, sondern auch schwierige Stücke wie «La fanfare du printemps». Und um das Erlebte zu untermauern, präsentierten die Chörlimitglieder zwischen den Liedern kleine Sketche. So jammerte Rita Ryter: «Eh, hei wier a däm Printemps kätschet.» Ruth Aellen doppelte nach: «Ja, und bei der Katjuscha sind wir ständig gesunken …» Die Zuhörer kamen schon bald in den Genuss dieser zwei Lieder, die wohl schwierig zu singen, aber ein wunderbarer Hörgenuss waren.

Dolomiten ohne Aussicht
Auch die traditionelle Chörlireise kam bei den Sketchen ins Visier der Chörlimitglieder. Einmal sei man in die Dolomiten gefahren. Der Nebel sei so dicht gewesen, dass man ebenso gut in ein nebelverhangenes Tal des Saanenlandes hätte reisen können und keinen Unterschied bemerkt hätte, meinte Daniel Welten. Auf diesen Reisen habe man nicht nur viel entdeckt, manchmal habe man auch einen guten Weinkeller besucht oder sei noch etwas an der Hotelbar geblieben. «Aber davon wollen wir jetzt nicht zuviel erzählen, sondern lieber noch ein paar Lieder singen», unterbrach die Präsidentin humorvoll.

Auf diesen Reisen habe das Chörli immer ein Lied in der jeweiligen Landessprache im Gepäck gehabt. Das nahm es am Samstag zum Anlass, romanische, französische und italienische Lieder ebenso anzustimmen wie deutsche und schweizerdeutsche.

Mit Darmstadt pflegt das Chörli «Heimatglüt» seit 25 Jahren eine enge Beziehung. Der Partnerchor besuchte das Saanenland und umgekehrt. Erstmals 1995, als ein erweiterter Chor nach Deutschland reiste. Auch darüber gäbe es wohl mehr zu berichten, als an einem Konzertabend möglich ist.

Sags mit Blumen und mit Bier
Besonders berührend, aber auch amüsant war die Verabschiedung. Irgendeinmal sagte Patricia Walker: «Jetzt sollten wir endlich dem Martin Danke sagen.» Monika Steiner entgegnete: «Ja, aber du weisst ja, er möchte nichts Grosses, kein ‹Gschiss›». Und so ging erst die gespielte Zankerei und schon bald das Konzert weiter. Schliesslich lud das Chörli alle Zuschauer ein, das Gfelllied für Martin Stähli anzustimmen. Als der Gesamtchor sang, verbreitete das eine rührende und feierliche Stimmung. Statt der üblichen vierten Strophe setzten die Chormitglieder aber zu zwei eigenen Abschiedsstrophen an und überbrachten dem überraschten Stähli bunte Rosen. Weil die Männer doch lieber ein Bier mit dem beliebten Dirigenten getrunken haben, gaben sie ihm ein Fläschli «Saane Gutsch» .

Deborah Reber übernimmt Leitung
Das Chörli wird nun von Deborah Reber aus Gstaad dirigiert. Sie wurde am Samstagabend mit dem Lied «Wirf die Sorgen über Bord» und einem kleinen Geschenk warmherzig willkommen geheissen.

Im Anschluss an das Konzert sassen das Chörli und die Zuhörer bei einem Glas Wein und bei dem typischen einladenden Kuchen- und Tortenbüffet zusammen.

Video: https://tinyurl.com/yb2wsjat
Fotoalbum: https://tinyurl.com/y8dnz7vv


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